Die Gemeinde Legde/Quitzöbel liegt im Landkreis Prignitz im Land Brandenburg. Sie wird vom Amt Bad Wilsnack/Weisen verwaltet.
Geografie Legde/Quitzöbel liegt südlich von Bad Wilsnack an der Elbe, nördlich der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt.
Gemeindegliederung Zu Legde/Quitzöbel gehören die bewohnten Gemeindeteile Legde, Lennewitz, Quitzöbel und Roddan sowie der Wohnplatz Wehrwärterhaus.
Geschichte Legde/Quitzöbel entstand am 31. März 2002 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Legde und Quitzöbel.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
Legde und Quitzöbel gehörten seit 1817 zum Kreis Westprignitz in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Perleberg im DDR-Bezirk Schwerin. Seit 1993 liegen beide Orte im brandenburgischen Landkreis Prignitz.
Legde mini|links|Dorfkirche Legde In der ersten geschichtlichen Erwähnung 1274 wird Legde im Zusammenhang mit einem Grenzstreit zwischen Legde und Roddan erwähnt.
Lennewitz Die erste urkundliche Erwähnung von Lennewitz stammt von 1310 als Leneuiz. Der Name ist slawisch und leitet sich vom Personennamen Len ab, was Faulpelz bedeutet.
Quitzöbel Beim Bau des Gnevsdorfer Vorfluters wurden 1952 am rechten Ufer bei Quitzöbel bzw. Nitzow drei Einbäume freigelegt. Zwei der Boote zerbrachen im Verlauf der Arbeit und gingen verloren. Der dritte Einbaum konnte nahezu vollständig geborgen werden, lediglich die Spitze war durch den Bagger geringfügig beschädigt.
Quitzöbel war Stammsitz des märkischen Adelsgeschlechts von Quitzow. Die erste urkundliche Erwähnung als Quitzhovel stammt von 1310. Der mittelniederdeutsche Name bedeutet Quitzows Hügel. Im 17. Jahrhundert ging der Ort in den Besitz der von Bülow über. Später wurden die Familien von Gansauge und danach von Jagow Eigentümer der Siedlung.
Am 6./7. März 1830 wurden Quitzöbel, Legde und Lennewitz nach mehreren durch Eisgang und Eisstau verursachten Dammbrüchen an der Elbe völlig überschwemmt. Die Schäden waren beträchtlich.
Am 1. Februar 1974 wurde Quitzöbel nach Legde eingemeindet. Am 1. Mai 1990 wurde der Ort wieder zu einer selbstständigen Gemeinde.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
Das 1754 erbaute Schloss Quitzöbel wurde von Theodor Fontane in seinem Werk Fünf Schlösser erwähnt. Das Schloss existiert bis heute und wurde nach 1945 zunächst enteignet und dann verschiedenen Nutzungen zugeführt, u. a. als Schule und Lehrlingswohnheim. Nach 1990 stand es leer, seit 1999 befindet es sich in Privatbesitz.Erik Lorenz, Robert Rauh: Quitzöbel. Das verfallene Schloss, in: Fontanes Fünf Schlösser. Alte und neue Geschichten aus der Mark Brandenburg. be.bra verlag 2017, S. 180–226.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Legde Quitzöbel Jahr Legde/Quitzöbel1875 515 659 2002 756 1910 421 561 2005 721 1939 450 616 2010 656 1946 673 749 2015 6191950 642 763 2020 6061971 454 458 2021 6001990 583 343 2022 6131995 536 323 2023 5982000 472 303 2024 5802001 452 299 2025 574
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, seit 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Legde/Quitzöbel besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Freie Wählergruppe Legde-Quitzöbel 74,4 % 6 Einzelbewerber Stephan Frank 15,4 % 1 AfD 10,2 % 1
Bürgermeister 2003–2014: Wolfgang Milstrey (CDU)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31 seit 2014–2019: Hartmut Zippel (Freie Wählergruppe Legde-Quitzöbel) 2019–2024: Wolfgang Milstrey (CDU) seit 2024: Marius Will (Einzelbewerber)
Milstrey wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 52,8 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt. Bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 wurde Marius Will mit 68,3 % bei zwei Mitbewerbern für fünf Jahre zum Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Legde/Quitzöbel am 9.6.2024
mini|hochkant=0.7|Quitzow-Denkmal in Legde für den 1593 hier erschlagenen Dietrich von Quitzow
Sehenswürdigkeiten Dorfkirche Legde mit Pfarrhaus Quitzow-Denkmal in Legde, unter dem Denkmal soll das Pferd vom Herrn von Quitzow begraben worden sein Dorfkirche Lennewitz (1909 im Jugendstil errichtet), die Pläne dazu stammten von dem Berliner Architekten Georg Büttner, die Verzierungen vom Kunstmalereiunternehmen Otto Linnemann aus Frankfurt am Main.Märkische Oderzeitung, 13. Okt. 2006, S. 9 Backsteinkirche in Quitzöbel, Anfang des 16. Jahrhunderts errichtetMärkische Oderzeitung, 14./15. Okt. 2006, S. 11 Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Legde/Quitzöbel
Wirtschaft und Infrastruktur Der Baustoffindustrielle Kurt Glass betreibt seit den 1990er Jahren in Legde ein Wellnesshotel.
Verkehr Legde/Quitzöbel liegt an der Landesstraße L 10 zwischen Bad Wilsnack und Havelberg.
Persönlichkeiten Hermann von Jagow (1848–1923), Gutsbesitzer, Reichstagsabgeordneter, in Quitzöbel geboren Rainer Neumann (* 1949), Politiker (CDU), Mitglied des Landtages Brandenburg, in Legde geboren
Literatur Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Band 5 (Fünf Schlösser) „Quitzöwel“ Uwe Czubatynski: 700 Jahre Quitzöbel. Beiträge zur Ortsgeschichte auf der Grundlage des Pfarrarchivs. Bautz, Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-537-0, .
Weblinks
Gemeinde Ledge/Quitzöbel beim Amt Bad Wilsnack/Weisen Einbäume
Einzelnachweise Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Jahrgang 1830, 14. Stück vom 2. April 1830, S. 67 Online bei Google Books
Kategorie:Gemeindegründung 2002