Schwielowsee ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) am Schwielowsee und staatlich anerkannter Erholungsort. Sie entstand 2002 durch den Zusammenschluss der drei Gemeinden Caputh, Ferch und Geltow.
Geografie mini|rechts|SchwielowseeDie Gemeinde liegt unmittelbar südwestlich von Potsdam am namensgebenden Schwielowsee an einem Havelknick. Die Ortsteile Geltow und Caputh sind über die Fähre Caputh miteinander verbunden. Im Osten grenzt die Gemeinde direkt an das Stadtgebiet Potsdams.
Nachbargemeinden Landeshauptstadt Potsdam Gemeinde Michendorf Gemeinde Seddiner See Stadt Beelitz Stadt Werder (Havel)
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich laut ihrer Hauptsatzung in die drei Ortsteile (Einwohner am 31. Dezember 2021Einwohnerzahl CaputhEinwohnerzahl FerchEinwohnerzahl Geltow) Caputh (4860) mit dem bewohnten Gemeindeteil Flottstelle Caputh Ferch (1897) mit dem bewohnten Gemeindeteil Kammerode Geltow (4142) mit dem bewohnten Gemeindeteil Wildpark-West sowie die Wohnplätze Alte Dorfstelle, Baumgartenbrück, Franzensberg, Gaisberg, Groß Wentorf, Kemnitzer Heide, Klein Wentorf, Mittelbusch, Neue Scheune und Schmerberg.
Geschichte Zur Geschichte der Ortsteile siehe: Caputh, Ferch, Geltow
Amt Schwielowsee
Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg am 13. Oktober 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Schwielowsee. Als Zeitpunkt für das Zustandekommen des Amtes wurde der 20. Oktober 1992 bestimmt. Die Zustimmung war befristet bis zum 20. Oktober 1994. Sitz des Amtes war die Gemeinde Caputh. Zum Zeitpunkt des Zustandekommens des Amtes waren folgende Gemeinden im damaligen Landkreis Potsdam zugeordnet: Caputh Ferch Geltow
Die Befristung wurde ab 12. September 1994 aufgehoben. Die Gemeinde Schwielowsee entstand am 31. Dezember 2002 durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Caputh, Ferch und Geltow. Das Amt Schwielowsee wurde zum selben Zeitpunkt aufgelöst, die Gemeinde Schwielowsee amtsfrei.
Die beiden Ortsteile Ferch und Caputh erhielten am 31. Juli 2010 die Einstufung als staatlich anerkannte Erholungsorte, seit 16. Juni 2012 gilt dies auch für den Ortsteil Geltow und damit für den gesamten Ort Schwielowsee.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Caputh Ferch Geltow 1971 3.728 1.014 2.126 1990 3.185 930 2.084 1995 3.533 1.035 2.237 2000 4.122 1.495 3.093 2001 4.232 1.578 3.332 Jahr Schwielowsee 2002 9.308 2005 9.685 2010 10.187 2015 10.494 2020 10.758 Jahr Schwielowsee 2021 10.838 2022 10.954 2023 10.921 2024 10.723 2025 10.741
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 26–29Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Schwielowsee besteht aus 22 Gemeindevertretern und der hauptamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,8 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Bürgerbündnis Schwielowsee (BBS) 28,8 % 6 31,1 % 7 WIR für Schwielowsee – – 13,8 % 3 SPD 12,2 % 3 12,9 % 3 CDU – – 12,3 % 3 FDP/Unabhängige Bürger Schwielowsee – – 10,1 % 2 Bündnis 90/Die Grünen 13,4 % 3 9,9 % 2 Die Linke 10,8 % 2 5,2 % 1 Unser Ferch 3,1 % 1 2,7 % 1 Schule und Soziales – – 1,8 % – CDU/FDP/Unabhängige Bürger Schwielowsee 31,7 % 7 – – Insgesamt 100 % 22 100 % 22
Bürgermeisterin seit 2003: Kerstin Hoppe (CDU)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31
Hoppe wurde in der Bürgermeisterwahl am 30. September 2018 mit 64,5 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 30. September 2018 Ihre Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74 Zur Bürgermeisterwahl am 11. Oktober 2026 tritt sie nicht mehr an.Bekanntmachung der Kandidaten vom 6. August 2026
Sehenswürdigkeiten mini|Ansicht von Ferch(Karl Hagemeister, um 1880) mini|Fischerkirche in Ferch In der Liste der Baudenkmale in Schwielowsee und in der Liste der Bodendenkmale in Schwielowsee stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.
Schloss und Schlosspark Caputh Dorfkirche Caputh, 1848 als neoromanische Pfeilerbasilika von Christian Heinrich Ziller nach einem Entwurf Friedrich August Stülers errichtet Einsteinhaus Caputh Ausstellung „Einsteins Sommer-Idyll in Caputh“ im Bürgerhaus CaputhAusstellung „Einsteins Sommer-Idyll in Caputh“ Altmanngarten in Caputh Aktives Handweberei-Museum Geltow Fischerkirche Ferch Bonsaigarten Ferch Die Dorfkirche Geltow ist eine neugotische Saalkirche aus den Jahren 1885 bis 1887. Das Dehio-Handbuch weist darauf hin, dass das Bauwerk bereits nach seiner Errichtung ausweislich einer Urkunde im Turmknopf als „Zierde in der romantischen Landschaft“ bezeichnet wurde. Es würdigt das Bauwerk als eines der „bemerkenswertesten neugotischen Landkirchen der Region“.
Bundeswehr Ab Juli 2001 befand sich das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in der Henning-von-Tresckow-Kaserne. Es war das Führungskommando für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr, auch in Kombination mit anderen Nationen.Bundeswehr aktuelle Einsätze Am 9. April 2025 wurde es außer Dienst gestellt und die Aufgaben an das neugeschaffene Operative Führungskommando der Bundeswehr sowie die Teilstreitkräfte übergeben. In der Kaserne sitzt zudem die MAD-Stelle 7 des Militärischen Abschirmdienstes (MAD).
Verkehr Durch den Ortsteil Geltow führt die B 1 zwischen Brandenburg an der Havel und Potsdam. Die Kreisstraßen K 6907, 6909 und 6910 verbinden die Ortsteile miteinander.
Die Bundesautobahnen A 9 (Berlin-München) und A 10 (südlicher Berliner Ring) durchqueren das Gemeindegebiet. Die Anschlussstellen Glindow und Ferch der A 10 liegen ebenso wie das Autobahndreieck Potsdam auf dem Territorium der Gemeinde.
Die Gemeinde liegt an der Bahnstrecke Jüterbog–Nauen. Die Haltepunkte Caputh-Geltow, Caputh-Schwielowsee und Ferch-Lienewitz werden von der Regionalbahnlinie RB 33 Potsdam–Jüterbog bedient.
Die Buslinie 607 fährt von Potsdam Hauptbahnhof über Caputh nach Ferch. In den Sommermonaten wird sie über Ferch hinaus zum Bahnhof Werder (Havel) verlängert.
Vom Frühjahr bis zum Herbst verkehrt auf dem Schwielowsee eine Schifffahrtslinie, die die Anlegestelle Potsdam Lange Brücke mit allen Ortsteilen der Gemeinde verbindet.
Persönlichkeiten In Schwielowsee lebten oder leben: Horst Stechbarth (1925–2016), Chef der Landstreitkräfte der NVA Horst Skerra (1930–2024), letzter Chef der Landstreitkräfte der NVA Werner von Scheven (1937–2026), Generalleutnant der Bundeswehr Lothar Engelhardt (1939–2010), letzter Chef der NVA der DDR Friedhelm Schmitz-Jersch (* 1947), Staatssekretär der brandenburgischen Landesregierung Siegrid Müller-Holtz (* 1948), bildende Künstlerin Silvio Huonder (* 1954), Schriftsteller Erich Vad (* 1957), Historiker und Brigadegeneral a. D. der Bundeswehr Thomas Freundner (* 1961), Filmregisseur und Drehbuchautor Kathrin Boron (* 1969), Ruderin
Literatur Marie-Luise Buchinger, Marcus Cante: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg. Landkreis Potsdam-Mittelmark 14.1 = Nördliche Zauche: Gemeinden Groß Kreutz, Kloster Lehnin, Michendorf, Schwielowsee und Stadt Werder (Havel) sowie Gollwitz und Wust (Stadt Brandenburg an der Havel). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009. ISBN 978-3-88462-285-8
Weblinks
Gemeinde Schwielowsee
Einzelnachweise Hauptsatzung der Gemeinde Schwielowsee vom 15. März 2023 (PDF). Kommunalverzeichnis Brandenburg. Abgerufen am 8. April 2026. Bildung des Amtes Schwielowsee. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 13. Oktober 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 84, 2. November 1992, S. 1944. Aufhebung der Befristung von Ämtern. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 20. September 1994. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 5. Jahrgang, Nummer 71, 7. Oktober 1994, S. 1446. Bildung einer neuen Gemeinde Schwielowsee. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern Vom 4. Februar 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 9, Potsdam, 27. Februar 2002, S. 227 (PDF).
Kategorie:Staatlich anerkannter Erholungsort in Brandenburg Kategorie:Gemeindegründung 2002