Die amtsfreie Gemeinde Nuthetal liegt im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark. Die Gemeinde ist Rechtsnachfolgerin des von 1992 bis 2003 existierenden Amtes Rehbrücke.

Geschichte Die Gemeinde Nuthetal entstand per Stichtag am 26. Oktober 2003 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen, dem Amt Rehbrücke angehörigen Gemeinden Bergholz-Rehbrücke, Fahlhorst, Nudow, Philippsthal, Saarmund und Tremsdorf im Rahmen der Gemeindegebietsreform Brandenburg. Die Gemeindeverwaltung hat ihren Sitz im Ortsteil Bergholz-Rehbrücke.

Den Namen verdankt die Gemeinde dem Flüsschen Nuthe, das zwischen den westlich gelegenen Orten Bergholz-Rehbrücke, Saarmund und Tremsdorf und den östlich gelegenen Dörfern Nudow und Philippsthal hindurchfließt und im angrenzenden Potsdam in die Havel mündet. In Saarmund forschte Theodor Fontane bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg um 1870 vergeblich nach Überlieferungen zu den bereits zu seiner Zeit legendären Nutheburgen.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den sechs Ortsteilen (Einwohnerzahl Mai 2024)

Bergholz-Rehbrücke (6.395) Fahlhorst (191) Nudow (437) Philippsthal (189) Saarmund (1.999) Tremsdorf (239)

und den Wohnplätzen Bergholz, Forsthaus Ahrensdorf, Nudow-Ausbau, Rehbrücke und Stöckerhaus.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2003 8 620 2005 8 838 2010 8 778 2015 8 930 2020 9 035 Jahr Einwohner 2021 9 035 2022 9 116 2023 9 317 2024 9 376 2025 9 302

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Nuthetal besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 18 Gemeindevertretern und der hauptamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 75,6 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Sitze nach Fraktionsneubildung 10.9.2024Protokoll der Gemeindevertretersitzung vom 10.9.2024 CDU 14,5 % 2 26,2 % 5 6 Bürger für Nuthetal (BFN) 20,1 % 4 21,2 % 4 4 SPD 20,2 % 4 20,1 % 4 4 Einzelbewerber Erdmann – – 9,6 % 1 Gemeinsam in Nuthetal (GiN) – – 9,2 % 2 Gemeinschaftlich in Nuthetal / Einzelkandidat Erdmann – – 2 Bündnis 90/Die Grünen 9,5 % 2 8,8 % 1 1 Aktiv in Vereinen (AiV) 4,6 % 1 3,0 % – – ÖDP – – 1,9 % – – Die Linke 21,4 % 4 – – – AfD 8,8 % 1 – – – Einzelbewerber Dieter Hinze 0,9 % – – – – Insgesamt 100 % 18 100 % 17 17

Bei der Wahl 2024 entfielen auf den Einzelbewerber Erdmann zwei Sitze, sodass einer unbesetzt bleibt.

Bürgermeister mini|rechts|Gemeindeverwaltung 2003–2010: Gerhard Ling (CDU)Kommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 30 2010–2026: Ute Hustig (Die Linke) ab 2026: Stefan Schneider (Bürger für Nuthetal)

Hustig wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 12. September 2010 mit 54,8 % der gültigen Stimmen gewählt.Ute Hustig macht das Rennen. In: Potsdamer Neueste Nachrichten, 13. September 2010 In der Bürgermeisterwahl am 6. Mai 2018 wurde sie mit 50,9 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 6. Mai 2018 Schneider wurde in der Bürgermeisterwahl am 10. Mai 2026 mit 50,7 % der gültigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 10. Mai 2026 Er tritt sein Amt am 1. Oktober 2026 an. Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Dorfkirche Bergholz In der Liste der Baudenkmale in Nuthetal und in der Liste der Bodendenkmale in Nuthetal stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale. Die Dorfkirche Bergholz-Rehbrücke entstand am Anfang des 18. Jahrhunderts. Im Innern befindet sich unter anderem ein Kanzelaltar, der zuvor in der Kirche in Saarmund stand. Zur weiteren Kirchenausstattung gehören ein Ölgemälde aus dem 18. Jahrhundert, das Johannes den Täufer zeigt. Die Dorfkirche Nudow wurde 1733 erbaut; die Ausstattung stammt aus der Bauzeit.

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen und Institute

In den Ortsteilen Bergholz-Rehbrücke und Saarmund befinden sich Geschäftszentren verschiedener Discounter-Filialen und kleinere Privatgeschäfte. In Bergholz-Rehbrücke haben das Deutsche Institut für Ernährungsforschung und das Institut für Getreideverarbeitung ihre Sitze.

Verkehr In Bergholz-Rehbrücke befindet sich der Bahnhof Potsdam-Rehbrücke an der Bahnstrecke Berlin–Dessau, auch wenn dieser nach der benachbarten Landeshauptstadt benannt ist. Hier halten der Regionalexpress RE 7 (Dessau ↔ Berlin Stadtbahn ↔ Senftenberg) und die Regionalbahn RB 37 (Beelitz ↔ Berlin-Wannsee). Der Bahnhof Bergholz (b Potsdam), ein 1957 als Turmbahnhof angelegter Umsteigebahnhof am Berliner Außenring, wurde 1998 geschlossen. Etwas weiter östlich am Außenring befindet sich aber bis heute der Bahnhof Saarmund, hier verkehrt die Regionalbahnlinie RB 22 (Königs Wusterhausen ↔ Flughafen Berlin BER ↔ Potsdam).

Zwischen den einzelnen Ortsteilen verkehren die Regionalbusse der kreiseigenen Regiobus Potsdam-Mittelmark. Eine direkte Anbindung von Saarmund und Bergholz-Rehbrücke an Potsdam wird über die Linie 611 sichergestellt. Diese verkehrt täglich in regelmäßigem Takt, auch in den Wochenendnächten durchgehend. Alle genannten Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs sind in den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg integriert.

Nuthetal liegt an den Landesstraßen L 77 zwischen Michendorf und Stahnsdorf und L 78 nach Potsdam. Die Bundesautobahnen A 10 (südlicher Berliner Ring) und A 115 (Anschlussstelle Saarmund) verlaufen über das Gemeindegebiet.

Bildung In der Gemeinde gibt es zwei Grundschulen und fünf Kindergärten, davon jeweils eine Schule im Ortsteil Bergholz-Rehbrücke und im Ortsteil Saarmund.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Einzige Ehrenbürgerin von Bergholz-Rehbrücke ist die hier begrabene Filmschauspielerin, Sängerin und Kabarettistin Lotte Werkmeister (1885–1970).

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Kurt Breysig (1866–1940), Historiker, lebte in Bergholz-Rehbrücke Paul Matthes (1872–1956), Maler, lebte in Bergholz-Rehbrücke Arthur Julius Barth (1878–1926), Maler und Graphiker, lebte in Rehbrücke Lotte Werkmeister (1885–1970), Chansonnière, Kabarettistin und Filmschauspielerin, lebte in Bergholz-Rehbrücke Otto Nagel (1894–1967), Maler, lebte in Bergholz-Rehbrücke Karl Holtz (1899–1978), Karikaturist, lebte in Bergholz-Rehbrücke Erika Engel-Wojahn (1911–2004), Kinderbuchautorin, lebte in Bergholz-Rehbrücke Katharina Bickerich-Stoll (1915–2015), Mykologin und Autorin, lebte in Bergholz-Rehbrücke Helmut Haenel (1919–1993), Mikrobiologe und Ernährungswissenschaftler, lebte in Bergholz-Rehbrücke Dietrich Ebener (1920–2011), Altphilologe, lebte in Bergholz-Rehbrücke Gerhard Rosenfeld (1931–2003), Komponist, lebte in Bergholz-Rehbrücke

Weblinks

Liste der Baudenkmale in Nuthetal Offizieller Internet-Auftritt der Gemeinde Nuthetal

Einzelnachweise Bildung einer neuen Gemeinde Nuthetal. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 18. April 2002. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 18, 2. Mai 2002, S. 503 PDF.

Kategorie:Naturpark Nuthe-Nieplitz Kategorie:Gemeindegründung 2003