Mühlenfließ ist eine Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie gehört dem Amt Niemegk an.

Geografie Die Gemeinde liegt in einem ausgedehnten Waldgebiet am Nordrand des Hohen Fläming zwischen dem Naturpark Nuthe-Nieplitz im Osten und dem Naturpark Hoher Fläming im Westen.

Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde sind nach der Hauptsatzung der Gemeinde: Haseloff-Grabow mit den Gemeindeteilen Haseloff und Grabow Nichel Niederwerbig mit dem Gemeindeteil Jeserig Schlalach Des Weiteren wird der Wohnplatz Ziegelei ausgewiesen.

Geschichte Die heutigen Ortsteile der Gemeinde gehörten seit 1817 zum Kreis Zauch-Belzig in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Belzig im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen sie im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Die Gemeinde Mühlenfließ entstand am 1. Juli 2002 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Haseloff-Grabow, Nichel, Niederwerbig und Schlalach.

Um bei der Namensgebung keines der beteiligten Dörfer zu bevorzugen oder zu benachteiligen, entschied man sich für das Gewässer, das von Südwesten nach Nordosten längs durch die Gemeinde fließt. Dieses heißt amtlich aber nicht Mühlenfließ, sondern Schlalacher Mühlengraben, nach älteren Karten einfach nur Mühlengraben. Über den Brück-Neuendorfer Kanal (auch Neuer Graben) gelangt sein Wasser in die Nieplitz und daraus über die Nuthe in die Havel.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2002 999 2005 959 2010 950 2015 921 2016 904 2017 882 Jahr Einwohner 2018 900 2019 901 2020 897 2021 922 2024 905 2025 911

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Mühlenfließ besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Gemeinsam für Mühlenfließ 35,2 % 3 60,9 % 6 Freie Bürger und Bauern 35,8 % 4 24,9 % 2 Einzelbewerber Matthias Tietz – – 6,3 % 1 Einzelbewerber Torsten Hennig 6,6 % 1 5,9 % 1 Einzelbewerberin Stefanie Röder – – 2,1 % – Einzelbewerber Jens Hinze 13,5 % – – – SPD 8,8 % 1 – – Insgesamt 100 % 9 100 % 10

Bei der Wahl 2019 kandidierte Jens Hinze sowohl als Gemeindevertreter als auch als Bürgermeister. Da er die Wahl zum Bürgermeister annahm, blieb nach § 60 (3) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 60 sein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister 2003–2014: Wilfried DähneKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 30 2014–2016: Rudi Augustin (Freie Bürger und Bauern) seit 2017: Jens HinzeBürgermeister: „Uns fehlt eine komplette Generation“. In: Märkische Allgemeine, 23. April 2019Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019

Hinze wurde bei der Wahl des ehrenamtlichen Bürgermeisters am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 89,5 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes

mini|hochkant=0.8|Kirche in Nichel mini|hochkant=0.9|Holländerwindmühle und Streuobstwiese bei Haseloff

Sehenswürdigkeiten Holländerwindmühle bei Haseloff Streuobstwiese bei Haseloff Wassermühle mit Gehöft in Nichel Kirche in Grabow Kirche in Niederwerbig Kirche in Nichel Die Dorfkirche Schlalach ist eine im Kern spätgotische Feldsteinkirche. Im Innern steht unter anderem ein Schnitzaltar aus dem dritten Viertel des 15. Jahrhunderts. Findling von 1958 an einer Weggabelung am Wald außerhalb des Ortsteils Nichel am Weg nach Schlalach für 127 (nach anderen Angaben 148) italienische Militärinternierte, die auf einem Todesmarsch aus dem Arbeitslager Sebaldushof bei Treuenbrietzen von SS-Männern im April 1945 ermordet wurden

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Mühlenfließ liegt an der B 102 zwischen Niemegk und Treuenbrietzen und der Landesstraße 9 L 85 zwischen Brück und Treuenbrietzen. Die Bundesautobahn A 9 Berlin–München führt durch das Gemeindegebiet. Sie ist über die etwa fünf Kilometer entfernten Anschlussstellen Brück oder Niemegk zu erreichen.

Die Bahnstrecke Bad Belzig–Treuenbrietzen mit dem ehemaligen Haltepunkt Haseloff-Niederwerbig führte durch das Gemeindegebiet. Sie wurde 1962 stillgelegt.

Windpark Schlalach Der Windpark Schlalach bei Schlalach besteht aus 16 Anlagen vom Typ Enercon E-82/E2 mit einer Nennleistung von 2,3 MW je Anlage. Die Nabenhöhe beträgt 138 Meter. Da jede Anlage einen Rotordurchmesser von 82 Metern hat, beträgt ihre Gesamthöhe 179 Meter. Wegen der schwierigen Bodenverhältnisse wurden alle 16 Windkraftanlagen auf Pfählen gegründet.

Söhne und Töchter der Gemeinde Matthias von Oppen (um 1565–1621), Kirchenpolitiker und wirtschaftlicher Reformer, geboren in Schlalach Christian Friedrich Germershausen (1725–1810), Pastor in Schlalach, volkserzieherischer Schriftsteller (Die Hausmutter in all ihren Geschäften, Der Hausvater in systematischer Ordnung) August Bercht (1790–1861), Publizist, Lyriker und Historiker, geboren in Niederwerbig

Weblinks

Naturpark Hoher Fläming Naturpark Nuthe-Nieplitz

Fußnoten Hauptsatzung der Gemeinde Mühlenfließ vom 27. April 2010 PDF Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg - Gemeinde Mühlenfließ Bildung einer neuen Gemeinde Mühlenfließ. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. April 2002. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, 2002, Nummer 21, Potsdam, 22. Mai 2002, S. 555 PDF

Kategorie:Gemeindegründung 2002