Beetzseeheide [] ist eine Gemeinde mit etwa 650 Einwohnern im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie entstand 2002 durch den freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Butzow, Gortz und Ketzür im Vorfeld der geplanten brandenburgischen Gemeindegebietsreform 2003 und gehört zum Amt Beetzsee.
Eine Besiedlung des Raumes um den Beetzsee ist bereits für die Steinzeit belegt. Die erste Erwähnung eines zur Gemeinde gehörenden Ortes stammt aus dem Jahr 1161, als Mötzow dem Domkapitel Brandenburg überschrieben wurde. Namensgeber für die Gemeinde waren der zur Stadt Brandenburg an der Havel gehörende Beetzsee, ein Rinnensee an dessen Ufern sie liegt, und die bewaldete Heidelandschaft im Norden. Die Landschaften Beetzseeheides wie die Beetzseerinne, Feuchtgebiete und Hochflächen sind überwiegend eiszeitlich geprägt. Weite Flächen sind als Naturpark, Landschafts- oder Naturschutzgebiet, mehrere historische Gebäude als Baudenkmale unter Schutz gestellt. Die Gemeinde führt bislang kein eigenes Wappen.
Geografie rahmenlos|hochkant=1.2||rechts Geografische Lage Beetzseeheide hat eine Fläche von über 37 Quadratkilometern und besteht aus zwei voneinander getrennten Gemeindeflächen. Der namensgebende, zur kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel gehörende Beetzsee teilt es in ein größeres nördliches und ein kleineres südliches Gebiet. Die Gemeinde liegt im Norden des Landkreises Potsdam-Mittelmark an der Grenze zum Landkreis Havelland etwa fünf bis zehn Kilometer nordöstlich der Mittelstadt Brandenburg an der Havel, des Oberzentrums der Region.
Außerdem liegt Beetzseeheide etwa 35 Kilometer westlich der Stadtgrenze der Bundeshauptstadt Berlin und im westlichen Bereich der Metropolregion Berlin/Brandenburg. Das Beetzseeufer hat je nach Wasserstand eine Höhe von durchschnittlich 28 bis 29 Metern über Normalnull. Der höchstgelegene Punkt Beetzseeheides ist der 77,2 Meter hohe Butzower Berg im Nordwesten. Die Erhebung ist Teil einer eiszeitlich gebildeten Hügelkette, die nach Südwesten bis in die Nachbargemeinde Beetzsee beziehungsweise nach Havelsee reicht. Diese Hügelkette stellt einen südwestlichen Ausläufer der Nauener Platte dar. Zwischen den Hügeln liegen Trockentäler. Nordwestlich davon befindet sich das Gletscherzungenbecken beziehungsweise die Schmelzwasserrinne des Marzahner Fenns, durch dessen Talsohle die Gemeindegrenze zu Havelsee verläuft.
Gemeindegliederung und Nachbarstädte und -gemeinden mini|links|Blick auf den Gemeindeteil Mötzow Beetzseeheide gliedert sich in drei Ortsteile und einen Gemeindeteil. Die drei Dörfer Butzow, Gortz und Ketzür liegen in der nördlichen der beiden Gemeindeflächen nordwestlich des Sees und sind administrativ Ortsteile. Das vor dem Zusammenschluss zur Gemeinde Butzow gehörende Dorf Mötzow stellt einen Gemeindeteil dar. Dessen Gemarkung liegt in einer kommunalen Exklave südlich beziehungsweise östlich des Beetzsees. Beetzseeheide gehört zum Amt Beetzsee, dem noch die Stadt Havelsee und die Gemeinden Beetzsee, Päwesin und Roskow angehören.
An die Gemeinde Beetzseeheide grenzen im Uhrzeigersinn folgende Ortschaften: im Süden die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel, im Westen und Norden des südlichen Gemeindeteils sowie im Süden des nördlichen Gemeindeteils der ebenfalls vollständig zur Stadt Brandenburg gehörende Beetzsee, im Westen des nördlichen Gemeindeteils die Gemeinde Beetzsee mit dem Ortsteil Radewege und die Stadt Havelsee mit Marzahne. Die Stadt Havelsee und die Gemeinde Beetzsee gehören zum Landkreis Potsdam-Mittelmark. Im Norden liegt die zum Landkreis Havelland gehörende Gemeinde Märkisch Luch mit den Ortsteilen Garlitz und Barnewitz. Östlich liegen nördlich des die Gemeinde teilenden Beetzsees Päwesin mit Bollmannsruh und südlich des Sees Roskow mit Lünow und Grabow. Päwesin und Roskow gehören zum Landkreis Potsdam-Mittelmark.
Geologie rahmenlos|300px|rechts Der zentrale Teil der Gemeinde liegt in einer subglazialen Rinne, in der sich der Beetzsee als typischer Rinnensee bildete. Diese Rinne entstand während der Weichselkaltzeit und verläuft zunächst von Nordosten in südwestliche Richtung.S. Kinder, H. T. Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 243. Knapp unterhalb Butzows knickt sie nach Süden ab.
Daneben dominieren im Norden Ausläufer der ebenfalls eiszeitlich gebildeten hügeligen Hochflächen der Nauener Platte das Bild. Zur Nauener Platte gehören drei parallele von Nordosten nach Südwesten verlaufende Hügelketten. Diese wurden von vorrückenden Gletschern in rückwärtig nachfolgenden Randlagen der Eisrandlage 2 in der Brandenburg-Phase der Weichselkaltzeit geformt. Die nordwestlichste der drei Hügelketten mit dem Broseckenberg (66,8 m) und der Stauchmoränenkuppe Butzower Berg lässt sich in südwestlicher Richtung bis zum an der Eisrandlage 2 geformten Schwarzen Berg verfolgen. Sie bildet den südöstlichen wallartigen Rand des Marzahner Gletscherzungenbeckens.
mini|links|Mosesberg als Teil einer eiszeitlichen flachen Hügelkette Eine zweite Hügelkette erstreckt sich vom Mühlberg (61,9 Meter) nördlich von Ketzür über den Mosesberg (62,9 Meter) zum ebenfalls an der Eisrandlage 2 gebildeten Hasselberg (58,8 Meter) zwischen Butzow und Radewege. Diese zweite und die erstgenannte Hügelkette flankieren das Gortzer Gletscherzungenbecken. Beiden Ketten werden der Eisrandlage 2b zugerechnet. Im Gletscherzungenbecken nordwestlich Gortz flossen Schmelzwässer in einer Rinne zunächst in südöstlicher Richtung der Beetzseerinne zu. In diesem Bereich bildete sich die vertorfte Gortzer Laake. Südlich Gortz beziehungsweise östlich des Mühlberges schwenkte die Schmelzwasserrinne scharf in südwestliche Richtung.
Südöstlich der Hügelkette Mühlberg–Hasselberg liegt im flachen Tal die ebenfalls vermoorte Todtlaake. Das Tal war Teil der Schmelzwasserrinne vom Gortzer Gletscherzungenbecken zur Beetzseerinne. Es wird von der zweiten nordwestlich und einer dritten Kette eiszeitlicher Erhebungen mit einer ebenfalls Hasselberg (52,7 Meter) genannten Erhebung, dem Flachsberg (64,6 Meter) und dem Hüselberg (66,3 Meter) südöstlich flankiert. Letztere Hügelkette setzt sich nach Nordosten weiter nach Päwesin hinein bis an den Riewendsee fort. Sie wird der Eisrandlage 3 zugerechnet.Roland Weiße: Beiträge zur weichselkaltzeitlichen Morphogene des Elbhavelwinkels. Schriftreihe der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam, Potsdam April 2003, ISBN 3-935024-73-8, S. 74, Abb. 4.4.1.
Auf der Ostseite des Beetzsees südlich des Dorfes Mötzow befindet sich der Wasenberg mit 48,5 Metern Höhe, der wie der Schwarze Berg und der Radeweger Hasselberg zur Eisrandlage 2 gehört. Diese Eisrandlage lässt sich in einer Linie nach Südosten über den Weinberg bei Klein Kreutz und den Götzer Berg weiter verfolgen. Um den Wasenberg erstreckt sich eine weitere ehemalige Schmelzwasserrinne.S. Kinder, H. T. Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 298, Abb. 72. (Entwurf J. Marcinek und L. Zaumseil)
Böden Im Gemeindegebiet Beetzseeheides gibt es unterschiedliche Bodentypen auf kleinem Raum. Im nördlichen Gemeindegebiet dominiert über eine weite Fläche zwischen den beiden nordwestlichen Hügelketten Pseudogley. Die Hügel sind meist von Braunerden bestimmt. Im Marzahner Fenn und in Uferbereichen des Beetzsees östlich von Ketzür befinden sich in erster Linie Erdniedermoore und zwischen Butzower Berg und Broseckenberg zieht sich ein schmaler Streifen Podsol quer durch die nördliche Gemeinde. Der Broseckenberg besteht aus Podsol-Braunerden und nördlich dieser Erhebung bis zur Kreis- und Gemeindegrenze ist der Bodentyp Gley-Braunerde vorherrschend.
Im südlich beziehungsweise östlich des Beetzsees gelegenen Gemeindegebiet um Mötzow überwiegen deutlich Gleye. Nur zwei Hochflächen bestehen aus Braunerden und ein schmaler Streifen im äußersten Süden weist Humusgley und Gley-Braunerde auf.
Die Flächen, in denen die Bodentypen Pseudogley und Gley dominieren, sind als Böden mit sehr hohem Ertragspotential beschrieben. Hohe Erträge haben die Flächen der Erdniedermoore und des Kalkgleys. Im deutlich überwiegenden Teil weisen die Flächen der Gemeinde aufgrund der Bodengüte hohe bis sehr hohe Ertragspotentiale auf.
Gewässer mini|links|Blick über den Beetzsee in Richtung Mötzow Auch wenn statistisch nur 2,8 Prozent der Gemeinde Wasserflächen sind, wird das landschaftliche Bild Beetzseeheides doch durch eine Vielzahl von Gewässern geprägt. Dominierend ist der die Gemeinde zweiteilende Beetzsee, der jedoch selbst nicht zum Gemeindegebiet, sondern vollständig zur kreisfreien Stadt Brandenburg an der Havel gehört. Die Gemeindegrenzen liegen unmittelbar in den Uferzonen des Sees. Die knapp 22 Kilometer lange Seenkette mit drei Beetzseebecken und dem Riewendsee entstand innerhalb einer durch vorschiebendes Inlandeis geformten eiszeitlichen Rinne. Sie ist als Bundeswasserstraße ausgewiesen. Bis in das 20. Jahrhundert spielte der Beetzsee als Transportweg vor allem für anliegende Ziegeleien eine wichtige Rolle. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und dem Ende der Tonziegelherstellung befährt der Frachtschiffverkehr nur noch ein kurzes Stück im äußersten Süden. Der See hat seit dem Ende der Frachtschifffahrt auf der Wasserstraße in erster Linie für Tourismus und Wassersport eine zunehmende Bedeutung. Beispielsweise liegt die internationale Wettkampfstätte Regattastrecke Beetzsee gegenüber dem Gemeindeteil Mötzow.
Neben dem Beetzsee gibt es eine große Anzahl kleinerer Seen, die jedoch ausnahmslos anthropogenen Ursprungs sind. Es sind meist ehemalige Tongruben, in denen der Werkstoff für die örtlichen Ziegeleien gewonnen wurde. Einige Seen, Erdelöcher genannt, befinden sich westlich und südlich von Mötzow. Die Seen südlich Mötzows liegen im Katharinenbruch und im Fuchsbruch, der in das Stadtgebiet Brandenburgs hineinreicht. Weitere kleine Seen liegen östlich und westlich von Ketzür.
mini|Hauptgraben Ketzür Flüsse gibt es in Beetzseeheide nicht. Einzige Fließgewässer sind zur Drainage von Feuchtgebieten angelegte Gräben, die teilweise über Wehre gesteuert werden und sämtlich in den Beetzsee einmünden. So entwässert beispielsweise der Katharinengraben südlich Mötzows den Fuchsbruch und den Katharinenbruch zum See. Der Katharinengraben war historisch als Teil der Landwehr der Brandenburger Neustadt zwischen Beetzsee und Havel angelegt und später ausgebaut worden. Der Hauptgraben Ketzür beginnt unmittelbar bei Gortz, fließt nördlich von Ketzür unter anderem durch das Feuchtgebiet Todtlaake, entwässert dieses und mündet westlich des Dorfes ein. Der Graben L 0392 beginnt zwischen dem Butzower Berg und dem Broseckenberg und fließt nach Osten in die Gemeinde Päwesin ab. Er drainiert dabei unter anderem die Gortzer Laake. Seine Mündung liegt bei Bollmannsruh. Der Abfluss wird durch zwei Wehre bei Gortz gesteuert. Hauptgraben Ketzür und Graben L 0392 sind über kleinere Stichgräben westlich von Gortz miteinander verbunden, sodass ein Teil des Wassers im Hauptgraben abfließen kann. Das Marzahner Fenn schließlich wird durch den Russengraben drainiert. Dieser mündet bei Radewege in den Beetzsee ein. Neben diesen vier größeren Systemen existiert noch eine Vielzahl weiterer kleinerer Gräben.
Im Gemeindegebiet existieren einige Binnensalzstellen, an denen salzhaltiges Wasser an die Oberfläche tritt. Mehrere solcher Salzstellen befinden sich beispielsweise in der Todtlaake. Neben der Todtlaake gibt es eine weitere Salzstelle im Bereich des Beetzseeufers südöstlich des Ortsteils Ketzür.
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