Buckautal ist eine Gemeinde im Westen des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg und Teil des Amtes Ziesar.

Geographie Buckautal liegt etwa fünf Kilometer südlich und östlich von Ziesar an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde liegt südlich des Fiener Bruches auf einem eiszeitlichen Sander. Auf dem Sand wachsen hauptsächlich Kiefern. Die Gemeinde erstreckt sich über zehn Kilometer und reicht vom Ortsteil Dretzen im Südwesten bis zum Ortsteil Steinberg im Nordosten. Beim Ortsteil Dretzen liegt der Truppenübungsplatz Altengrabow. Fließgewässer in der Gemeinde sind die namensgebende Buckau mit ihren Nebenflüssen Krummer Bach, Strepenbach, Litzenbach und Kirchenheider Bach.

Gemeindegliederung Buckau, Dretzen und Steinberg sind Ortsteile der Gemeinde. Hinzu kommen die Wohnplätze Birkenreismühle, Kolonie Wittstock und Ziegelei.

Geschichte Im Jahr 946 wird Buckau erstmals als „Bucounici“ urkundlich erwähnt. König Otto I. schenkte damals den Honigzehnt der „urbs“ (lat.: Stadt) Buckau dem Moritzkloster in Magdeburg. Damit ist Buckau der älteste (urkundlich erwähnte) Ort des heutigen Bundeslandes Brandenburg. Die Bezeichnung „urbs“ spricht für die damalige Bedeutung der Siedlung. Die Orte des heutigen Buckautal gehörten bis zu dessen Auflösung 1571 zum Hochstift Brandenburg, dem Fürstentum der Bischöfe des Bistums Brandenburg, deren Residenz sich im benachbarten Ziesar befand.Gustav Abb und Gottfried Wentz: Das Bistum Brandenburg. Erster Teil, In: Germania sacra, Berlin und Leipzig 1929, Walter de Gruyter, S. 66.

Buckau hatte früher einen Burgwart, von ihm ist heute nur noch eine kreisrunde Stelle in der Feldmark nördlich des Dorfes von etwa 150 Meter Durchmesser übriggeblieben.

Buckau, Dretzen und Steinberg gehörten seit 1817 zum Kreis Jerichow I in der preußischen Provinz Sachsen und ab 1952 zum Kreis Brandenburg-Land im DDR-Bezirk Potsdam. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Die Gemeinde Buckautal entstand am 1. März 2002 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Buckau und Dretzen. Am 1. März 2002 wurde auch die Gemeinde Steinberg eingegliedert.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002

Fünf unbewohnte kleine Exklaven waren bis zum 12. November 2024 vom Gebiet der Stadt Möckern in Sachsen-Anhalt umgeben (eine von ihnen gehört zum Teil zu Buckautal und zum Teil zur Stadt Ziesar). Durch einen Staatsvertrag mit dem Land Sachsen-Anhalt wurden diese Exklaven der Stadt Möckern übergeben, während Möckern Gebiete an die Gemeinde Buckautal abgegeben hat.Staatsvertrag zwischen dem Land Brandenburg und dem Land Sachsen-Anhalt über die Änderung der gemeinsamen Landesgrenze

Bevölkerungsentwicklung Jahr Buckau Dretzen Steinberg Jahr Buckautal1875 295 250 193 2002 5801910 295 270 193 2005 5291939 296 281 181 2010 5151946 354 386 254 2015 4921950 543 354 251 2020 4901971 321 214 179 2021 4881990 234 177 144 2022 4791995 274 193 140 2023 4762000 312 181 131 2024 4762001 293 182 133 2025 460

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Potsdam-Mittelmark. S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Buckautal besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Heimatverein Buckau 55,2 % 5 Feuerwehrverein Steinberg 35,9 % 3 Einzelbewerber Holger Vieweg 8,9 % 0

Bürgermeister 2003–2014: Hans-Christian KriegerKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 30 seit 2014: Mike Pokorny

Pokorny wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 bei einem Gegenkandidaten mit 52,7 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Buckautal am 9. Juni 2024

Sehenswürdigkeiten miniatur|Dorfkirche in Buckau mini|Gesundbrunnen In der Liste der Baudenkmale in Buckautal und in der Liste der Bodendenkmale in Buckautal stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Die Dorfkirche Buckau entstand um 1200 als romanischer Feldsteinbau mit Chor und Apsis. Der neuromanische Backsteinturm wurde um 1860 angebaut. Im Innern befinden sich ein gotischer Schnitzaltar aus der Zeit um 1420 sowie eine Holzfigur der Mutter Gottes, die um 1390 entstand. Als Stufe zum Altar dient ein Grabstein der Gertrudis, der rund 800 Jahre alt ist und als der älteste Grabstein der Mark Brandenburg gilt.Frank Bürstenbinder: Barockes Meisterwerk in Buckau entdeckt / Spendensammlung läuft , Webseite des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V, abgerufen am 4. April 2015. Historisch existierten mehrere Wassermühlen. Wehlers Mühle ist eine bis 1989 betriebene Getreidemühle. Bis 1990 wurde die Birkenreismühle als Sägemühle gewerblich genutzt. Gesundbrunnen, Quelltopf zwischen Buckau und Rottstock

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Bundesstraße 107 zwischen Ziesar und Wiesenburg durchquert den Ortsteil Buckau. Die Bundesautobahn 2, die in der Nähe des Ortsteiles Steinberg durch das Gemeindegebiet führt, ist über die Anschlussstelle Ziesar (ca. 9 km entfernt) zu erreichen.

Durch das Gemeindegebiet führte die Bahnstrecke Wusterwitz–Görzke mit den Haltepunkten Buckau (Landkr Brandenburg) und Birkenreismühle. Der Personenverkehr wurde 1973, der Güterverkehr 1994 eingestellt.

Energieversorgung Bei Dretzen befinden sich seit 2005 zehn Windkraftanlagen vom Typ Fuhrländer FL 77 mit einer Leistung von je 1,5 MW und einem Rotordurchmesser von 77 m, die auf 111,5 m hohen freistehenden Stahlfachwerktürmen montiert sind.Seeba Energy Farming: Referenzliste Windkraftanlagen Abgerufen am 8. Juni 2011.

Weblinks

Buckautal im Webauftritt des Amts Ziesar

Dorfkirche Buckau

Einzelnachweise

Kategorie:Ort an der Buckau Kategorie:Ersterwähnung 946 Kategorie:Gemeindegründung 2002