Niedźwiada () ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zur Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki.
Geographische Lage Niedźwiada liegt 200 Meter südlich des Jezioro Sasiny () im Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 20 Kilometer westlich der Stadt Morąg bzw. 32 Kilometer nordwestlich der Kreismetropole Ostróda.
Geschichte Das kleine einst Kloken, auch Cloken und nach 1530 Glocken genannte GutsdorfDietrich Lange: Glocken, in: Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005) bestand bereits zur Zeit des Ordens und gehörte zum Kammeramt Neimen in der Komturei Christburg.Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Glocken (Landkreis Mohrungen) Am 25. Mai 1315 wurde das Dorf erstmals in der Handfeste von Sassen erwähnt, und im Jahre 1332 ließ Günther von Schwarzburg, oberster Trappier und Komtur von Christburg, in Kloken eine Vermessung durchführen.
Der Ordenshochmeister Luther von Braunschweig verlieh am 24. November 1334 das Gut Cloken an Joncken Mayslin, fünf Jahre später – am 10. Dezember 1339 – verlieh Hochmeister Konrad von Jungingen das Gut an Bartusch von Cloken. Herzog Albrecht schließlich verlieh das Gut Glocken 1530 an Jacob von Diebes.
Im Jahre 1785 galt Glocken als adliges Gut und Vorwerk mit vier Feuerstellen, im Jahre 1820 als adliges Gut mit fünf Feuerstellen bei 58 Einwohnern. Für 1831 wurde August von Hoepfner als Gutsherr auf Glocken genannt.
Als 1874 der Amtsbezirk Sassen im ostpreußischen Kreis Mohrungen errichtet wurde, gehörte der Gutsbezirk Glocken von Anfang an dazu.Rolf Jehke: Amtsbezirk Sassen
Die Einwohnerzahl Glockens belief sich 1885 auf 43 und betrug 1910 58.
Am 30. September 1928 endete die Selbständigkeit Glockens, als sich der Gutsbezirk Glocken mit dem Gutsbezirk Sassen zur neuen Landgemeinde Sassen zusammenschloss.
Mit dem gesamten südlichen Ostpreußen kam Glocken 1945 in Kriegsfolge zu Polen. Das Dorf erhielt die polnische Namensform „Niedźwiada“ und ist heute eine Ortschaft im Verbund der Gmina Małdyty im Powiat Ostródzki, von 1975 bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Religion Bis 1945 war Glocken in die evangelische Kirche Groß Arnsdorf in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert,Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 467 außerdem in die römisch-katholische Kirche St. Joseph in der Stadt Mohrungen.
Heute gehört Niedźwiada katholischerseits zur Christkönigkirche Jarnołtowo im Dekanat Morąg im Bistum Elbląg, evangelischerseits zur Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr Niedźwiada liegt an einer Straße, die – teilweise als Landweg – Sasiny mit Budwity verbindet. Eine Bahnanbindung besteht nicht. Bis 1999 bzw. 2004 war Pollwitten resp. Połowite die nächste Bahnstation und lag an der Bahnstrecke Małdyty–Malbork, die nicht mehr existiert.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Małdyty