mini|Olga Alkalaj, vor 1941 Olga Alkalaj (geboren 23. November 1907 in Belgrad, Königreich Jugoslawien; gestorben März 1942 im KZ Banjica, Belgrad) war eine jüdische jugoslawische Juristin, Frauenrechtlerin, Partisanin und Holocaust-Opfer.

Leben Alkalaj wurde als zweites Kind von Sofija und Jakov Alkalaj in eine angesehene sephardische Familie geboren. Sie besuchte die Grundschule und dann von 1918 bis 1926 das Gymnasium. Unmittelbar nach dem Abschluss des Gymnasiums schrieb sie sich im Juni 1926 an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Belgrad ein. Ihre letzte Prüfung legte sie im Mai 1933 ab. Anschließend begann sie ihr Referendariat im Staatsdienst sowie in einer Anwaltskanzlei von Verwandten. Sie legte das Anwaltsexamen ab und begann eine selbständige anwaltliche Tätigkeit.

Noch während ihrer Schulzeit schloss sie sich der kommunistischen Jugendbewegung an und wurde Mitglied des Bund der Sozialistischen Jugend Jugoslawiens (serbisch SSOJ). Während des Studiums engagierte sie sich in der revolutionären Studentenbewegung und trat 1923 dem Bund der Kommunisten Jugoslawiens (serbisch SKJ) bei.

Sie gehörte zu den aktivsten weiblichen Mitgliedern des SKJ. 1938 wurde sie Mitglied der Kommission für die Förderung der Frauen des SKJ. Außerdem arbeitete sie im Auftrag der Partei in der Redaktion der feministischen Zeitung Žena danas („Die Frau heute“)´ und organisierte die erste Frauenkonferenz in Jugoslawien. Vor dem Zweiten Weltkrieg war sie Parteisekretärin in Belgrad und arbeitete weiterhin als Rechtsanwältin, wobei sie kommunistische Genossen vor Gericht verteidigte.

Nach dem Einmarsch der Deutschen in Jugoslawien und dem Beginn der Judenverfolgung im Jahr 1941 lebte sie unter falscher Identität, als „Sofija Aleksić“, verdeckt in Belgrad und arbeitete als Dienstmädchen. Sie setzte ihre Parteiarbeit fort und beteiligte sich an den Vorbereitungen für einen Aufstand. Sie war maßgeblich an der Organisation der Befreiung von Aleksandar Ranković, Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Jugoslawiens, aus dem Gefängniskrankenhaus in Belgrad am 29. Juli 1941 beteiligt.

Ende Oktober 1941 wurde sie von der Gestapo verhaftet. Sie wurde in das KZ Banjica gebracht und dort gefoltert, um Informationen über andere Mitglieder des jugoslawischen Widerstands zu erpressen. Sie wurde zunächst in das KZ Sajmište verlegt, musste jedoch aufgrund der schweren Verletzungen, die sie während der Verhöre in Banjica erlitten hatte, in das Jüdische Krankenhaus in Belgrad gebracht werden. Nach Berichten mehrerer SKJ-Mitglieder, darunter Milentije Popović, Vladimir Dedijer und Blažo Radunović, hatte Alkalaj in den Verhören niemanden verraten und sie lehnte die Organisation einer Flucht aus dem Krankenhaus aus Angst vor Repressalien gegen andere jüdische Patienten, die schwer verletzt im Krankenhaus waren, ab.

1942 wurde ein Gaswagen aus Berlin zum Einsatz in das besetzte Serbien beordert. Zwischen März und Juni 1942 wurden 7.500 Juden, Roma und Sinti aus Sajmište und dem Krankenhaus auf der Fahrt mitten durch Belgrad nach Banjica ermordet, wo die Leichen in eine Grube geworfen wurden. Unter den Opfern befand sich nach jetzigem Forschungsstand Mitte März auch Alkalaj. Nach anderen Berichten wurde sie im KZ Banjica erschossen.

Auf dem Sephardischen Friedhof in Belgrad wurde ein Grabstein errichtet.

Im Belgrader Stadtbezirk Zvezdara ist eine Straße nach ihr benannt.

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