Die Reserva Natural Pingüino Rey (dt. Naturschutzgebiet Königspinguin) ist ein privates Naturschutzgebiet in Chile. Es liegt in der Kommune Porvenir in der Provinz Tierra del Fuego in der Región de Magallanes y de la Antártica Chilena, im zentralwestlichen Teil der Isla Grande de Tierra del Fuego. Das Schutzgebiet befindet sich an der Bahía Inútil und dient insbesondere dem Schutz einer Kolonie von Königspinguinen (Aptenodytes patagonicus).

Die Reserva Natural Pingüino Rey ist der einzige Ort in Südamerika, an dem eine Kolonie von Königspinguinen mit kontrolliertem Zugang für die Öffentlichkeit beobachtet werden kann. Im touristischen Sinne gehört sie zur Route am Ende der Welt, die durch die südlichsten Regionen Chiles führt.

Lage Das Schutzgebiet liegt etwa 115 km südlich von Porvenir an der Bahía Inútil in Feuerland. Es ist über die Straße Y-85 erreichbar.

Geschichte Königspinguine wurden ab 2010 wieder regelmäßig in der Bahía Inútil beobachtet, nachdem die Art dort über mehrere Jahrzehnte nicht mehr dauerhaft festgestellt worden war. Eine Gruppe von etwa 90 Tieren ließ sich in diesem Jahr in dem Gebiet nieder und bildete den Ausgangspunkt der heutigen Kolonie. Zum Schutz der Tiere und ihres Lebensraums wurde das Gebiet unter privaten Schutz gestellt und der Zugang für Besucher geregelt.

Aufgrund menschlicher Störungen und der illegalen Entnahme von Tieren wurden Schutzmaßnahmen eingeleitet. Die private Naturschutzinitiative Pingüino Rey wurde 2011 gegründet. Zu ihren Zielen gehörten die Regulierung des Zugangs, die Überwachung der Kolonie und die Umweltbildung.

2013 wurde die erste Geburt innerhalb der Kolonie dokumentiert. 2020 wurde die Initiative in Reserva Natural Pingüino Rey umbenannt. Gleichzeitig wurde der Schutzbereich auf die lokalen Ökosysteme und das archäologische Erbe der Umgebung ausgeweitet.

Die Kolonie wird wissenschaftlich überwacht. 2026, fünfzehn Jahre nach der Einrichtung der Reserva Natural Pingüino Rey, konnten Wissenschaftler eine Regeneration des Ökosystems und den Erhalt einer vielfältigen Artenausstattung feststellen. Dazu zählen zahlreiche Vogelarten, einheimische Säugetiere, ein endemisches Nagetier, fünf Schmetterlingsarten, rund 90 Pflanzenarten und eine endemische Eidechse.

Flora mini|Pinguinkolonie im Naturschutzgebiet (2016) Die Vegetation des Schutzgebietes wird überwiegend von der patagonischen Steppe geprägt. Charakteristische Gräser sind insbesondere Festuca gracillima und Festuca magellanica, die in der Region als Coirones bezeichnet werden.

An der Bahía Inútil und am Río Marazzi finden sich neben der patagonischen Steppe auch Dünen und ästuarine Vegetation. Zu den dort vorkommenden Arten zählen Lobelia oligophylla, Boopis australis, Plagiobothrys calandrinioides und Suaeda argentinensis.

Fauna Die wichtigste Tierart des Schutzgebietes ist der Königspinguin (Aptenodytes patagonicus), nach dem das Reservat benannt ist. Die Kolonie in der Bahía Inútil steht im Mittelpunkt der Schutz- und Beobachtungsmaßnahmen.

Die Vogelbeobachtung gehört zu den wichtigsten Aktivitäten im Schutzgebiet.

Besuch Der Besuch ist nur nach vorheriger Anmeldung und gegen Entrichtung einer Eintrittsgebühr möglich. Die geführten Rundgänge sind auf maximal 20 Personen begrenzt, um Störungen der Pinguinkolonie und ihres Lebensraums zu vermeiden.

Die Königspinguine können von den dafür vorgesehenen Beobachtungsbereichen aus betrachtet werden. Zu den weiteren Angeboten gehören geführte Rundgänge, Naturfotografie und Umweltbildung.

Weblinks

Einzelnachweise

Pinguino Rey Pinguino Rey Kategorie:Feuerland Kategorie:Porvenir Kategorie:Schutzgebietsgründung 2011