mini|hochkant|David Zaslav (2026) David Zaslav (* 15. Januar 1960 in Brooklyn, New York City) ist ein US-amerikanischer Medienmanager. Er ist Präsident und Chief Executive Officer (CEO) von Warner Bros. Discovery (WBD). Zuvor leitete er seit 2006 Discovery, Inc., begleitete den Börsengang des Unternehmens 2008 und führte es 2022 mit WarnerMedia zusammen.

Vor seinem Wechsel zu Discovery war Zaslav bei NBCUniversal tätig, wo er unter anderem an der Entwicklung und Einführung der Nachrichtensender CNBC und MSNBC beteiligt war.

Frühes Leben und Ausbildung

Zaslav wurde am 15. Januar 1960 als Sohn einer jüdischen Familie im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn geboren. Seine Familie stammte aus Polen und der Ukraine. Seine Großeltern und weitere Verwandte hatten ihre Heimat noch vor Beginn des Holocaust verlassen.

Im Alter von acht Jahren zog Zaslav mit seiner Familie nach Ramapo, wo er die Ramapo High School besuchte. Er erwarb einen Bachelorabschluss an der Binghamton University und schloss 1985 sein rechtswissenschaftliches Studium an der Boston University School of Law mit Auszeichnung als Juris Doctor ab. Anschließend arbeitete er als Rechtsanwalt bei der New Yorker Kanzlei LeBoeuf, Lamb, Lieby and MacRae.

Karriere

NBCUniversal

Zaslav wechselte 1989 zu NBC. Als Präsident des Bereichs Cable and Domestic TV and New Media Distribution war er an der Entwicklung und Einführung von CNBC und MSNBC beteiligt. Zudem verantwortete er die Verbreitung der Programminhalte über unterschiedliche Fernsehplattformen, verhandelte die Einspeisung der NBCUniversal-Sender in Kabel- und Satellitennetze und schloss Medienpartnerschaften.

Sein Verantwortungsbereich umfasste unter anderem Bravo, Syfy, Telemundo, USA Network und die Kabelübertragungen der Olympischen Spiele. Darüber hinaus beaufsichtigte er Beteiligungen von NBCUniversal an Sendern und Medienunternehmen wie A&E, dem History Channel, National Geographic International, Sundance Channel und TiVo.

Discovery

Am 16. November 2006 wurde Zaslav als Nachfolger von Judith McHale zum CEO von Discovery Communications ernannt. Unter seiner Leitung richtete sich das Unternehmen stärker als Anbieter von Inhalten und weniger als klassischer Kabelnetzbetreiber aus. Marken wie der Discovery Channel sollten deshalb auf unterschiedlichen Medienplattformen verbreitet werden.

Während seiner Amtszeit führte Discovery unter anderem die Sender Planet Green, The Hub, Oprah Winfrey Network, Velocity und Investigation Discovery ein oder entwickelte sie weiter. Zaslav verantwortete außerdem den Ausbau des digitalen Bildungsangebots und die Einführung des Streamingdienstes Discovery+.

2008 wurde Discovery unter seiner Leitung an die Börse gebracht und 2014 in die Liste der Fortune 500 aufgenommen. Im Jahr 2018 übernahm das Unternehmen Scripps Networks Interactive für 14,6 Milliarden US-Dollar. Dadurch kamen unter anderem Food Network, HGTV und DIY Network zum Senderportfolio hinzu.

Warner Bros. Discovery

Im Mai 2021 wurde bekannt gegeben, dass Zaslav das aus der geplanten Fusion von Discovery und der von AT&T abgespaltenen WarnerMedia hervorgehende Unternehmen leiten sollte. Die mit 43 Milliarden US-Dollar bewertete Transaktion wurde am 8. April 2022 abgeschlossen.

Unter Zaslav führte Warner Bros. Discovery den Streamingdienst Max ein, der die Angebote von HBO Max und Discovery+ zusammenführte.

Seit August 2022 wurde Zaslav von Zuschauern und Angehörigen der Filmindustrie für die Einstellung mehrerer teilweise nahezu fertiggestellter Produktionen kritisiert. Dazu gehörten die Filme Batgirl, Coyote vs. Acme und Scoob! Holiday Haunt. Die Projekte wurden unter anderem abgeschrieben, um steuerliche Vergünstigungen zu erhalten. Kritik löste außerdem die Entfernung zahlreicher Serien und Filme von HBO Max und anderen digitalen Plattformen aus. Der Schöpfer der Animationsserie Infinity Train, Owen Dennis, erklärte, einige der betroffenen Produktionen seien dadurch faktisch zu „verlorenen Medien“ geworden.

Zaslav ernannte 2022 Chris Licht zum Leiter von CNN. Dieser sollte den Sender wieder stärker auf den Journalismus ausrichten. Nach Lichts Ausscheiden berief Zaslav im August 2023 den früheren BBC-Generaldirektor und ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der New York Times, Mark Thompson, zum neuen CNN-Chef.

Während der Arbeitskämpfe in Hollywood 2023 erklärte Zaslav, Warner Bros. Discovery und die anderen Filmstudios seien über die Streiks der Writers Guild of America und von SAG-AFTRA nicht erfreut und bemühten sich um eine Einigung sowie eine angemessene Bezahlung der Autoren und Schauspieler. Warner Bros. Discovery bezifferte die durch die Streiks verursachten Belastungen im September 2023 auf 300 bis 500 Millionen US-Dollar.

Im Februar 2024 kritisierten mehrere US-Kongressabgeordnete in einem Schreiben an Zaslav die Zusammenarbeit zwischen Discovery und dem chinesischen Staatssender China Global Television Network bei der Produktion World’s Ultimate Frontier. Sie warfen der Sendung vor, die Verfolgung der Uiguren in Xinjiang zu verharmlosen, und forderten Discovery zur Beendigung der Zusammenarbeit mit CGTN auf.

Gemeinsam mit Disney-CEO Bob Iger und Fox-CEO Lachlan Murdoch beteiligte sich Zaslav außerdem an der Entwicklung des Sportstreamingdienstes Venu Sports. Der ursprünglich für 2024 geplante Dienst wurde jedoch noch vor seiner Einführung eingestellt.

Aufspaltungs- und Übernahmepläne

Im Juni 2025 kündigte Warner Bros. Discovery an, das Unternehmen in die beiden börsennotierten Gesellschaften Streaming & Studios und Global Networks aufzuspalten. Die Trennung sollte den Geschäftsbereichen eine stärkere strategische Fokussierung und größere Flexibilität im veränderten Medienmarkt ermöglichen.

Im Februar 2026 wurde die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance für 110 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Die Aktionäre von Warner Bros. Discovery stimmten der Transaktion am 23. April 2026 zu. Einen im Zusammenhang mit der Übernahme vorgesehenen umfangreichen Abfindungsplan für Zaslav lehnten die Aktionäre in einer unverbindlichen Abstimmung ab.

Weitere Tätigkeiten und Auszeichnungen

Zaslav gehörte oder gehört den Leitungsgremien verschiedener Organisationen und Unternehmen an, darunter Sirius XM, die American Cinematheque, Grupo Televisa, die Syracuse University, das Paley Center for Media und das NYU Langone Health. Er ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und der Television Academy.

2012 erhielt Zaslav den Steven J. Ross Humanitarian Award der UJA-Federation of New York. 2017 wurde er in die Cable Hall of Fame aufgenommen. Das Magazin Time nahm ihn 2022 in seine Liste der 100 einflussreichsten Menschen auf.

Privatleben

Zaslav lebt mit seiner Ehefrau Pam und den drei gemeinsamen Kindern in New York City. Seine Tochter Ali arbeitet als Kongressproduzentin für CNN.

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2020 spendete Zaslav mehr als 240.000 US-Dollar an Politiker und politische Aktionskomitees der Demokratischen Partei. Zugleich spendete er 5600 US-Dollar an den republikanischen Senator Jim Risch.

Weblinks

Einzelnachweise

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