mini|Römerstraße in Neurath bei Bacharach Die Römerstraße ist ein 50 Meter langer Teilabschnitt einer Straße aus der Römerzeit in Neurath bei Bacharach. Sie gilt als eine der bekanntesten Geleisestraßen.

Lage Die Römerstraße befindet sich oberhalb der Burg Stahleck zwischen Neurath bei Bacharach und Bacharach-Steeg am Kühlberg und verläuft parallel zur K24.

Geschichte Die Straße wurde während der Römerzeit errichtet und genutzt. Sie war eine Fortsetzung der Römerstraße von Trier über den Hunsrück nach Rheinböllen. Eine Freilegung des Teilabschnitts fand in den 1970er Jahren statt. Anhand der Spurrillen zeigte sich, dass die Straße über einen langen Zeitraum hinweg genutzt wurde und sich durch die Nutzung das Straßenniveau kontinuierlich absenkte. Der Kartograf Werner Vogel führte genauere Analysen der Geleisestraße durch und kam zu dem Schluss, dass fünf bis sechs Niveaus erkennbar sind. Demnach musste alle 30 bis 50 Jahre eine neue Straße angelegt werden, abhängig davon, welches Material beim Bau verwendet wurde. Es wird angenommen, dass die Straße über mehrere Jahrhunderte hinweg bis ins Jahr 1762 unter Kurfürst Karl Theodor in Benutzung war, der sie mit veränderter Trasse neu errichten ließ. Hinweisend darauf ist sowohl der plötzliche Abbruch der Straße Richtung Bacharach als auch das Fehlen eines Straßenabschnitts in Richtung Neurath.

Bereits im 16. Jahrhundert erwähnte der Gelehrte Sebastian Münster die Geleisestraße als „alte erhabene und gepflasterte Straße“, die „quer über den Hunsrück von Bacharach bis nach Bernkastel und von dort weiter bis nach Trier und schließlich durch das Land Luxemburg“ führt. Sie sei „so gerade angelegt, als wäre sie mit einer Schnur vermessen worden“ und „stellenweise etwa tischhoch, stellenweise bankhoch und an manchen Orten noch höher über das umliegende Gelände erhoben“. Der Erbauer der Straße war ihm zur damaligen Zeit jedoch unbekannt. Eine erstmalige Verbindung zur Römerzeit findet sich in der Ortsamtsbeschreibung von Bacharach aus dem Jahr 1669.

Südöstlich des Rabenkopfes sind laut Winfried Dotzauer weitere Spurrillen erkennbar. Es ist jedoch nicht belegbar, ob diese ebenfalls zur Route der Römerstraße gehörten.

Beschreibung Die Römerstraße verläuft entlang eines steilen Hangs am Kühlberg. Von der ursprünglichen Straße ist lediglich ein 50 Meter langer Teilabschnitt erhalten, der deutlich sichtbare Spurrinnen im Fels aufweist. Während einige der Wagenspuren laut Werner Vogel noch erkennbar sind, sind andere komplett abgearbeitet worden. An der Felswand, die sich direkt am Hang entlang der Römerstraße erstreckt, sind auf einer Höhe von 1,5 Metern noch Spuren von Radnaben erkennbar. Nur ein geringer Teil der Straße ist heutzutage sichtbar, während der Vegetationsperiode ist dieser Abschnitt fast vollständig zugewachsen. Nach der Freilegung war die Straße bis um die Jahrhundertwende gut sichtbar. Die Römerstraße weist eine Steigung von 10,6 % auf und ist ungefähr 1,3 Meter breit.

Einzelnachweise

Kategorie:Römerstraße Kategorie:Geschichte (Hunsrück) Kategorie:Kulturdenkmal in Bacharach Kategorie:Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal