mini|Thomas Mayo Brewer, fotografiert von Frederick Gutekunst im Jahr 1879 Thomas Mayo Brewer (* 21. November 1814 in Boston; † 24. Januar 1880 ebenda) war ein US-amerikanischer Naturforscher, der sich auf Ornithologie und Oologie spezialisierte.
Leben Thomas Mayo Brewer wurde in Boston als jüngerer Bruder des bekannten Bostoner Kaufmanns Gardner Brewer geboren. Er schloss 1835 sein Studium am Harvard College ab und erwarb drei Jahre später den Doktorgrad an der Harvard Medical School. Sein Interesse an der Ornithologie war bereits während seiner Studienzeit so ausgeprägt, dass er 1835 zum Mitglied der Boston Society of Natural History gewählt wurde.
Nach wenigen Jahren gab Brewer den Arztberuf auf, um sich ganz der Ornithologie, dem Schreiben und der Politik zu widmen. Im Jahr 1840 wurde er Redakteur der Zeitung Boston Atlas. Während der letzten Lebensjahre von John James Audubon gehörte Brewer zu dessen engem Freundeskreis. 1849 übernahm er die Leitung der oologischen Abteilung der Boston Society of Natural History. 1854 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitete Brewer weiterhin im Verlagswesen. Er trat in den Verlag Hickling, Swan & Brown ein, der nach seiner Aufnahme als Teilhaber im Jahr 1857 in Hickling, Swan & Brewer umbenannt wurde. Später firmierte das Unternehmen unter dem Namen Swan, Brewer & Tileston. Als Herausgeber veröffentlichte er zurdem eine Ausgabe von Alexander Wilsons Birds of America.
1857 veröffentlichte Brewer den ersten Band seines Werkes North American Oology, dem weitere Bände folgten. Seine größte wissenschaftliche Bedeutung erlangte er jedoch als Mitautor des gemeinsam mit Spencer Fullerton Baird und Robert Ridgway verfassten dreibändigen Werkes A History of North American Birds, das 1874 erschien. Es stellte den ersten umfassenden Versuch seit den Arbeiten John James Audubons rund drei Jahrzehnte zuvor dar, die Vogelwelt Nordamerikas vollständig zu behandeln.
Darüber hinaus verfasste Brewer Beiträge für zahlreiche ornithologische Veröffentlichungen, darunter Audubons Ornithological Biography. Audubon ehrte ihn, indem er eine als Brewer’s Duck bezeichnete Entenhybride aus Stockente und Schnatterente, den Purpurstärling (englisch: Brewer’s blackbird) sowie den Haarschwanzmaulwurf (Parascalops breweri) nach ihm benannte.
Während seines letzten Lebensjahrzehnts geriet Brewer mit Elliott Coues in eine wissenschaftliche Kontroverse über den Umgang mit dem erst kurz zuvor in Nordamerika eingeführten Haussperling. Während Coues und die Mehrheit der Ornithologen für eine starke Reduzierung des Bestandes eintraten, sprach sich Brewer für den Schutz der Art aus. Diese Auseinandersetzung wurde später als „Sparrow War“ bekannt. Eine vergleichbare Einführung einer nicht heimischen Vogelart erfolgte in den 1870er Jahren, als Carl Daenzer den Feldsperling im Lafayette Park in St. Louis auswildern ließ.
Brewer starb am 24. Januar 1880 in Boston.
Privatleben 1849 heiratete Brewer Sally Coffin. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor.
Die Familie Brewer gehörte über mehr als zwei Jahrhunderte zu den angesehenen Familien von Massachusetts. Zu ihren Angehörigen zählten unter anderem der Politiker und Unternehmer James Brewer (1742–1806), der 1773 an der Boston Tea Party teilnahm, der Bürgerkriegsgeneral und Träger der Medal of Honor Wilmon W. Blackmar sowie der Dichter, Biograf und Philanthrop Wilmon Brewer.
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Einzelnachweise
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