mini|hochkant|Porträt von Paul v. Roëll (1850–1917). Paul Richard Dagobert Hermann Freiherr von Roëll (später von Roëll) (* 2. Februar 1850 in Berlin; † 2. September 1917 in Bad Wildungen Teilweise werden die Lebensdaten 1854–1922 genannt.) war ein deutscher Schriftsteller, Poet und Landrat.

Herkunft Paul von Roëll war ein Sohn des königlich preußischen Oberstleutnants Ernst von Roëll (1807–1873), und dessen Ehefrau Pauline (1817–1898), geb. Wendlandt.

Leben Paul von Roëll besuchte zunächst Kadettenanstalten in Berlin und Potsdam. Im Juni 1866 wurde er im 14. Infanterie-Regiment in Stettin zum Fähnrich und im Januar 1867 zum Secondeleutnant befördert. Am 16. August 1870 wurde er während der Schlacht bei Mars-la-Tour durch einen Schuss in den Oberarm so stark verletzt, in dessen Folge er als verkrüppelt galt. Zwar wurde er noch mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet, aber da die weitere Karriere in der Armee als aussichtslos galt, ließ er sich vom Militärdienst verabschieden. In den Jahren 1875 bis 1884 absolvierte er ein Studium der Volkswirtschaft, sowie des Staats- und Verwaltungsrechts. Von 1884 bis 1886 wurde er kommissarisch als Amtmann im Amt Diez eingesetzt. Seit 1887 im preußischen Innenministerium im Büro für litauische Angelegenheiten tätig, war er bis 1892 zuständiger Grenzkommissar im ostpreußischen Eydtkuhnen. Zwischen 1894 und 1895 amtierte er als Landrat des Meseritzer Kreises und von 1895 bis 1902 im Kreis Pleschen. Von 1902 bis 1903 war er Fürstlich-Lippischer Kammerherr des Fürsten Leopold IV. (Lippe).

Journalistische Tätigkeiten Paul von Roëll war Mitbegründer der Deutschen Adelsgenossenschaft und des Deutschen Adelsblatts, einer Wochenzeitschrift. Weiterhin gab er die Zeitungen „Neue Politische Korrespondenz“ und die „Deutsche Volkswirtschaftliche Korrespondenz“ heraus. Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Ordens-Almanach-Gesellschaft und Herausgeber des „Deutschen Ordens-Almanachs“ in den Jahren 1904/05, 1906/07 und 1908/09.

Publikationen 1886: Schwert und Rose. Lieder und Gedichte, Verlag Voss, Berlin. 1899: Hohenzollern-Sang! Kaiserlieder u. patriotische Gedichte für Schule u. Haus, Kühn, Berlin. 1899: Ich liebe Dich! Lieder für Dich und mich, Berlin. 1902: Wenn zwei dasselbe thun. Soziales Drama, Entsch, Berlin. 1903: Bismarcks Staatsrecht. Die Stellungnahme des Fürsten Otto von Bismarck zu den wichtigsten Fragen des deutschen und preußischen Staatsrechts, Dümmler, Berlin.

Persönliches Bemühungen zur Führung eines Freiherrentitels wurden ihm am 11. April 1903 vom Preußischen Heroldsamts in Berlin untersagt. Paul von Roëll war verheiratet und starb am 2. September 1917 in Bad Wildungen. 1887 hatte er seine Nichte, Ernina Pauline von Kessler (1864–1942) geheiratet, die Tochter seiner älteren Schwester Erna und seines Schwagers Friedrich Wilhelm von Kessler. Die Ehe blieb kinderlos. Seine Witwe bewahrte seine gesammelten Familienpapiere für den Neffen Ernst (gestorben 1942) auf. Sie gingen darauf an dessen Sohn Ernst Junior, der aber 1944 im Krieg fiel. Über dessen Witwe, Marga von Roëll in Wiesbaden, kamen die Dokumente an Burkhard von Roëll.

Literatur Wer ist's?, Band 5, 1911 S. 1196

Weblinks

Brief von Paul von Roëll an Mariette von Roell, o. D., Staatsbibliothek zu Berlin. Musikabteilung; 55 Nachl 100 (Schott-Archiv) Paul Freiherr von Roëll, später von Roëll, in Eine große Familie

Einzelnachweise

Kategorie:Landrat (Landkreis Meseritz) Kategorie:Landrat (Provinz Posen) Kategorie:Adliger Kategorie:Autor Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann