Georg Bell (* 2. Juli 1901 in Gießen; † 5. September 1979 in Offenbach am Main) war ein deutscher Meteorologe. Er war von 1955 bis 1966 Präsident des Deutschen Wetterdienstes.

Werdegang Bell wuchs als Sohn eines Schlossermeisters in Gießen auf und schloss 1919 die dortige Oberrealschule ab. Anschließend studierte er Physik, Mathematik, Meteorologie und Nationalökonomie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 1925 wurde er dort mit der Dissertation Spannungsverhältnisse in ringförmigen Körpern mit summa cum laude zum Dr. phil. promoviert. Von 1925 bis 1930 war er wissenschaftlicher Angestellter und Meteorologe für Wirtschaftsflugwetterdienst und Sturmwarnungsdienst bei der Deutschen Seewarte in Swinemünde und Stettin. Daraufhin war er von 1930 bis 1933 Leiter der Flugwetterwarte Stettin.

Von 1933 bis 1936 war Bell Sachbearbeiter und Meteorologe für Personal und Betrieb des synoptischen Wetterdiensts im Reichsamt für Flugsicherung bzw. ab 1934 im Reichsamt für Wetterdienst im Reichsluftfahrtministerium. Zum 1. September 1933 trat er als förderndes Mitglied in das Nationalsozialistische Fliegerkorps ein. Er wurde 1936 zum Regierungsrat und 1939 zum Oberregierungsrat ernannt. Von 1937 bis 1942 war er Referent in der Abteilung LB 3 (Reichswetterdienst) im Allgemeinen Amt des Reichsluftfahrtministeriums unter Abteilungsleiter Richard Habermehl und Amtsleiter Willy Fisch. Anschließend war er von November 1942 bis September 1943 als Meteorologe beim Luftgaukommando Athen bzw. beim Luftwaffenkommando Südost eingesetzt. Im Oktober 1943 wurde er zum Reichswetterdienstdirektor (im Rang eines Ministerialrats) ernannt. Er war schließlich von Oktober 1943 bis Oktober 1944 beim Luftgaupostamt Wien und von Oktober 1944 bis zum Kriegsende im Mai 1945 als leitender Meteorologe beim Kommandierenden General der Deutschen Luftwaffe in Norwegen tätig. Von Mai 1945 bis Februar 1946 befand er sich in britischer Kriegsgefangenschaft, zuletzt im Nebenlager des Kriegsgefangenenlagers des Wehrkreiskommandos X in Westertimke.

Bell war nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft zunächst von Februar bis April 1946 Leiter der Wetterdienstzentrale Haddeby-Schleswig. Daraufhin war er bis 1951 Leiter des Meteorologischen Amts Schleswig-Holstein in Schleswig. 1948 wurde er in einem Spruchkammerverfahren als „entlastet“ eingestuft und als Oberregierungsrat wieder in den Staatsdienst übernommen. Von 1951 bis 1955 war er Leiter des Referats Meteorologie/Wetterdienst im Bundesverkehrsministerium, ab 1952 als Ministerialrat. Von November 1955 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Juli 1966 war er Präsident des Deutschen Wetterdienstes. Als solcher war er von 1963 bis 1966 auch Mitglied im Exekutivrat der Weltorganisation für Meteorologie. 1967 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz verliehen.

Weblinks Georg Bell auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien

Einzelnachweise

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