Die Amatsukaze () war ein Zerstörer der Kagerō-Klasse der Kaiserlich Japanischen Marine, der von 1940 bis 1945 in Dienst stand.
Geschichte Bau Der Bauauftrag für die spätere Amatsukaze wurde im Rahmen des 3. Kreis-Bauprogramms (Maru 3 Keikaku) von 1937, als Baunummer 25, an die Marinewerft in Maizuru vergeben. Diese legte den Rumpf am 14. Februar 1939 auf Kiel und das zu Wasser lassen erfolgte am 19. Oktober 1939. Die Indienststellung erfolgte am 26. Oktober 1940.
Einsatzgeschichte Unter dem Kommando von Tameichi Hara war die Amatsukaze das gesamte Jahr 1942 über in heftige Gefechte verwickelt. Sie war an der Eroberung mehrerer strategisch wichtiger Gebiete auf den Philippinen und in Niederländisch-Indien beteiligt. Bei der Einnahme des Hafens von Davao beschoss das Schiff die Küste, um die Versuche von Maschinengewehrschützen die Landungen aufzuhalten zunichtemachen. Ein britischer Öltanker versenkte man im Hafen.
Die Amatsukaze war in der Schlacht in der Javasee im Einsatz, beteiligte sich jedoch lediglich an einem Torpedoangriff, der keinen Treffer erzielte. Im Anschluss an die Schlacht half die Amatsukaze jedoch bei der Eroberung des Lazarettschiffs SS Op Ten Noort. Anschließend übernahm die Amatsukaze Patrouilleneinsätze in der Javasee, wo sie die U-Boote HNLMS K-10 und USS Perch versenkte oder zu deren Versenkung beitrug. Die Amatsukaze eskortierte Admiral Yamamotos Schlachtschiff-Flotte während der Schlacht um Midway. Danach begleitete das Schiff Flugzeugträger während der Schlacht bei den Ost-Salomonen und der Schlacht bei den Santa-Cruz-Inseln.
Den Höhepunkt ihrer Karriere erlebte die Amatsukaze wahrscheinlich bei der Seeschlacht von Guadalcanal am 13. November 1942, als sie aus nächster Nähe gegen eine alliierte Kreuzerflotte kämpfte. Mit Torpedotreffern versenkte die Amatsukaze den Zerstörer USS Barton. Sie trug dann mit einem Torpedo-Treffer zur Versenkung des Flugabwehrkreuzers Juneau bei. Als sie den manövrierunfähigen schweren Kreuzer USS San Francisco beschoss, wurde sie jedoch selbst durch Artilleriefeuer des leichten Kreuzers USS Helena manövrierunfähig gemacht, schaffte es aber, sich aus der Schlacht zurückzuziehen.
Nach ihrer Reparatur übernahm die Amatsukaze im Laufe des Jahres 1943 verschiedene Begleitschutzaufgaben in Konvois, kam jedoch nicht mehr zum Kampfeinsatz. Am 16. Januar 1944 wurde die Amatsukaze durch einen vom U-Boot USS Redfin abgefeuerten Torpedo in zwei Teile gespalten und so irreparabel beschädigt. Der vordere Schiffsteil sank rasch, doch der hintere Teil blieb wie durch ein Wunder über Wasser und wurde nach Singapur geschleppt. Das Schiff verblieb dann bis Anfang 1945 in Singapur.
Im März 1945 wurde das, was von der Amatsukaze übrig war, mit einem provisorischen Bug ausgestattet. Sie lief mit dem Konvoi HI-88J aus, um sieben Truppentransporter nach Japan zu eskortieren. Ab dem 27. März dezimierten US-Luft- und U-Boot-Angriffe den Konvoi und versenkten den Großteil der beteiligten japanischen Schiffe. Die Amatsukaze entging nur knapp Torpedos von US-Flugzeugen, indem sie den Torpedofächern auswich. Die Besatzung schaffte es einen B-25-Bomber abzuschießen und erreichte Hongkong. mini|links|Amatsukaze während eines US-Luftangriffs am 6. April 1945 Am 4. April verließ die Amatsukaze Hongkong gemeinsam mit den Truppentransportern Kine Maru und Tokai Maru. Am 5. April wurde der Verband von US-Flugzeugen entdeckt und angegriffen. Landgestützte Bomber versenkten die beiden Truppentransporter. Ein Bombentreffer zerstörte die achteren Geschütztürme der Amatsukaze. Die Amatsukaze rettete Überlebende und kehrte nach Hongkong zurück. Am 6. April lief das Schiff mit den Kaibokan CD-1 und CD-134 erneut aus, um Japan zu erreichen. Der Konvoi wurde jedoch sofort entdeckt und von mehreren landgestützten amerikanischen Flugzeugen angegriffen. Die Amatsukaze konnte den ersten beiden Angriffswellen erfolgreich ausweichen, doch sowohl CD-1 als auch die CD-134 wurden versenkt. Als eine dritte Welle angriff, explodierte eine Bombe zwischen ihren achteren Geschütztürmen. Die Bombe setzte die einzigen noch wirksamen Flugabwehrgeschütze des Schiffes außer Gefecht. Diese Geschütze hatten zuvor drei US-Flugzeuge abgeschossen und zwei weitere beschädigt. Die vierte Angriffswelle traf die Amatsukaze mit zwei zusätzlichen Bomben im Hilfsmaschinenraum und im Funkraum. Das Schiff geriet in Brand und seine Geschwindigkeit wurde stark herabgesetzt. Dennoch setzte der schwer beschädigte Zerstörer seine Fahrt fort, während die Schadensbekämpfungsmannschaften die Brände rasch löschten. Die Besatzung versuchte den Anschein zu erwecken, dass das Schiff bereits sinkt, um weitere Luftangriffe zu verhindern. Dieses Täuschungsmanöver gelang nicht. Bei der fünfte Angriffswelle traf eine Bombe im Offiziersmesse-Bereich. Auch mehreren Raketen trafen das Schiff. Es geriet in Brand, war manövrierunfähig und ohne jegliche Stromversorgung. In einem letzten Kraftakt gelang es der Besatzung, die Amatsukaze vorübergehend auf eine Geschwindigkeit von 6 Knoten zu bringen Die Besatzung setzte dann die Amatsukaze vor der chinesischen Küste auf Grund, um ein vollständiges Sinken zu verhindern. Trotz Treffern durch mindestens vier Bomben und mehrere Raketen kamen nur neun Besatzungsmitglieder ums Leben. Mit Unterstützung von Armeebooten versuchte die Besatzung nach provisorischen Reparaturen, das Schiff wieder flottzumachen, was jedoch misslang. Die Amatsukaze wurde schließlich am 10. April von der eigenen Besatzung versenkt.
Literatur
Tameichi Hara: Japanese Destroyer Captain. Ballantine Books, New York 1961, ISBN 0-345-02522-9. Williams, Michael (2018): Amatsukaze: A Destroyer's Struggle. In Jordan, John (ed.). Warship 2018. Oxford, UK: Osprey. pp. 174–189. ISBN 978-1-4728-2999-3. Morison, Samuel Eliot (1958): The Naval Battle of Guadalcanal, 12–15 November 1942. Vol. 5 of History of United States Naval Operations in World War II. Boston: Little, Brown and Company. ISBN 978-0-316-58305-3.
Weblinks
Lebenslauf der Amatsukaze auf combinedfleet.com (englisch)
Einzelnachweise Michael J. Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg., S. 194.
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