mini|250px|Elmelunde Kirke – Südseite mini|hochkant|Westturm Die Kirche von Elmelunde (Elmelunde Kirke) liegt im Dorf Elmelunde auf der Insel Møn in Dänemark, ca. 8 km östlich der Inselhauptstadt Stege. Da sie sich deutlich über die Umgebung erhebt, diente die Kirche im Mittelalter auch als Orientierungspunkt für die Seefahrer. Sie gehört zum Bistum Roskilde der evangelisch-lutherischen Dänischen Volkskirche.
Bau und Baugeschichte Die heutige Kirche geht zurück auf das Jahr 1085 und ist damit die älteste Kirche auf der Insel Møn. Das ursprüngliche Gebäude wurde aus verschiedenen Materialien errichtet, unter anderem aus Granit, Kreide und Feuerstein. Aus der Anfangszeit – der Epoche der Romanik – stammen Teile des Chors und des Kirchenschiffs. Um das Jahr 1200 wurde die Kirche nach Westen erweitert.
1500 wurde der romanische Chor durch den heutigen ersetzt, der aus Backstein im Klosterformat und Kalkstein errichtet wurde. Nach 1500 hat man im Süden eine spätgotische Vorhalle angebaut, um 1700 erfolgte der Anbau einer Sakristei an der Nordwand des Chors.
Turm Der Bau des Westturms erfolgte in zwei Phasen, er begann um 1300, wurde aber erst um 1500 abgeschlossen. Der Turm ist im unteren Bereich mit Ecklisenen versehen. Im oberen Teil sind zu allen vier Seiten je zwei Schallöffnungen eingesetzt. Nach oben schließt sich ein reich verzierter Stufengiebel an.
mini|hochkant|Innenraum nach Osten Inneres Das gotische Kreuzrippengewölbe bildet drei Joche im Langhaus sowie je ein breiteres Joch im Turm und im Chor. Es wurde 1462 anstelle der ursprünglichen Balkendecke eingesetzt und prägt mit den Malereien den Innenraum.
Ausstattung Kanzel Die Kanzel im Stil des Barock trägt die Jahreszahl 1649. Der Kanzelkorb weist fünf Nischen auf, in denen die Figuren von Christus und den vier Evangelisten zu sehen sind. Abgestützt wird der Korb von einer Petrusfigur. Der zum Kanzelkorb führende Zugang ist ebenfalls kunstvoll gestaltet. Die Seitenwände der Treppe sind mit allegorischen Figuren verziert. Das Eingangsportal besitzt zwei reich dekorierte pilasterartige Randelemente mit Frauenfiguren. Das Türblatt weist zwei Felder auf, von denen das obere eine Frauenfigur (Maria mit dem Jesuskind) enthält und das untere einen Cherubkopf. Der sechseckige Schalldeckel zeigt in der Mitte unter einem gemalten Himmel eine Taubenfigur und an den Ecken Engel mit den Leidenswerkzeugen. Bekrönt wird der Deckel von einem Kruzifix.
Altar Der Altartisch aus Backstein im Klosterformat ist zur Bauzeit des Chors entstanden. Pilaster tragen die Tischplatte, die mit einer Kalksteinschicht bedeckt ist.
Der barocke Altaraufsatz (Retabel) ist wahrscheinlich vom Altarschnitzer Henrik Werner geschaffen. Er trägt die Jahreszahl 1646. Im Mittelteil ist eine Abendmahlgruppe mit freien Figuren dargestellt. In den seitlichen Nischen stehen die Figuren der Evangelisten Markus und Johannes. Im oberen Bereich ist ein gekröntes C4 zu sehen, das königliche Monogramm von Christian IV. Beidseitig stehen zwei Engelsputten, von denen die rechte ein Säule und die linke ein Kreuz trägt.
Taufstein Der Taufstein ist das älteste Ausstattungsstück der Kirche. Er besteht aus Granit und stammt aus der Zeit der Romanik im 12. Jahrhundert. Genaueres über die Herkunft ist nicht bekannt.
Wandmalereien Spuren von Wandmalereien verweisen auf die romanische Anfangszeit. Das 1465 neu eingesetzte Gewölbe wurde später mit geometrischen Ornamenten verziert. Diese wurden Ende des 15. Jahrhunderts übertüncht. Ein Künstler, der sogenannte Elmelunde-Meister, der auch die Malereien in den Kirchen von Fanefjord und Keldby auf Møn sowie in den Kirchen von Tingsted, Nørre Alslev und Aastrup schuf, gestaltete Wände und Gewölbe neu.
Nach der Reformation wurden die Malereien übertüncht. Sie blieben bis 1885 verborgen, dann begann eine erste Restaurierung. 1969 führte das Dänische Nationalmuseum umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch, bei denen gründlicher vorgegangen wurde.
Eine Auswahl der Malereien in der Elmelunder Kirche:
Kirchhof Eine Besonderheit auf dem die Kirche umgebenden Kirchhof ist ein 20 × 3 Meter großer Grabhügel. Er stammt aus vorchristlicher Zeit, wurde aber bisher nicht genauer untersucht.
Quellen (Weblinks)
Elmelunde Kirke - Danmarks Nationalleksikon Elmelunde Kirke - Nationalmuseet - Danmarks Kirker
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