Krumbach ist eine deutsche Mineralwasser- und Erfrischungsgetränkemarke aus Kißlegg im Allgäu. Die Marke gehört der Mineralbrunnen Krumbach GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA mit Sitz in Bad Teinach-Zavelstein. Neben Mineralwasser umfasst das Sortiment Direktsaftschorlen, Limonaden, Cola-Mix-Getränke, kalorienarme Erfrischungsgetränke und Fruchtsaftgetränke.

Geschichte Historisch belegt Nach Angaben des Unternehmens besteht seit 1831 in Krumbach, einem Ortsteil der Gemeinde Kißlegg, ein einfaches Bad mit einer leicht eisenhaltigen Quelle. Um 1900 begann demnach im Keller der Gastwirtschaft die Abfüllung des Wassers. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Brunnenanlage mehrfach erweitert. Der ursprüngliche Schachtbrunnen wurde durch Tiefbohrungen ersetzt, die Wasserbasis auf vier Bohrbrunnen ausgebaut.

Ab 1970 Am 1. Juli 1970 übernahm die damalige Mineralbrunnen AG den Betrieb in Krumbach. Nach Unternehmensangaben wurde Ende der 1970er Jahre bei einer Bohrung schwefelhaltiges, rund 31 °C warmes Thermalwasser gefunden, das über mehrere Jahre als provisorisches Thermalbad genutzt wurde. Demnach wurde 1980 erstmals Mineralwasser unter der lokalen Marke Kißlegger Mineralwasser abgefüllt, 1986 erfolgte die amtliche Anerkennung und erste offizielle Abfüllung von Krumbach Mineralwasser.

2000–2020 2002 nahm der Standort eine erste PET-Abfüllanlage in Betrieb, 2004 kam mit Krumbach Naturell eine kohlensäurefreie Mineralwassersorte hinzu. 2011 bewarb das Unternehmen seine Produkte erstmals unter dem Slogan „Sanft ist unser Geschmack!“.

Zum 31. Juli 2016 gab Uwe Frankfurter nach 16 Jahren die Geschäftsführung der Mineralbrunnen Krumbach GmbH ab. Sie wurde von Andreas Gaupp übernommen, der zugleich Geschäftsführer der Mineralbrunnen Teinach GmbH war. Beide Gesellschaften blieben rechtlich selbständig. 2017 wurde das Etikettendesign überarbeitet, wobei der Bezug zum Allgäu stärker herausgestellt wurde. Im Zuge des Relaunchs wurde auch die äußere Gestaltung der drei Mineralwassersorten Naturell, Medium und Classic aktualisiert.

2018 war Krumbach von einem Mangel an Mehrweg-Leergut betroffen, der mehrere Getränkehersteller in der Region traf.

Ab 2020 Im November 2021 wurde eine bestehende Glasflaschen-Abfüllanlage am Standort modernisiert. Die Linie füllt seither bis zu 40.000 Flaschen pro Stunde in sechs verschiedenen Glasformaten zwischen 0,25 und 1,0 Litern ab. Das Unternehmen nahm im Frühjahr 2023 einen eigenen Solarpark am Standort in Betrieb.

Anfang 2025 wurde am Standort eine neue PET-Abfüllanlage des Herstellers Krones installiert. Laut einer im Januar 2026 veröffentlichten Dokumentation von panTerra über den Anlagenaufbau ermöglicht die neue Anlage gegenüber dem Vorgängermodell eine kompaktere Bauweise, eine Energieeinsparung von mehr als 200.000 Kilowattstunden pro Jahr, eine Gewichtsreduktion von 2,3 Gramm pro Flaschenrohling sowie eine Abfüllgeschwindigkeit von bis zu 30.000 Flaschen pro Stunde. Ebenfalls im Jahr 2025 stellte das Unternehmen im Rahmen der Umstellung auf das neue 0,75-Liter-Gebinde einen Teil seiner Glasflaschenlogistik auf das „Krumbach Tragerl“ um.

Unternehmen und Konzernzugehörigkeit Die Mineralbrunnen Krumbach GmbH hat ihren Sitz in Kißlegg im Allgäu und beschäftigt rund 125 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochter der Mineralbrunnen Überkingen-Teinach Beteiligungs GmbH, die wiederum vollständig zur börsennotierten Mineralbrunnen Überkingen-Teinach GmbH & Co. KGaA mit Sitz in Bad Teinach-Zavelstein gehört. Persönlich haftende Gesellschafterin der KGaA ist die Karlsberg International Getränkemanagement GmbH mit Sitz in Homburg. Mehrheitseigentümerin der Muttergesellschaft ist die Karlsberg-Gruppe.

Der Konzern meldete für das Mineralwassersegment 2024 ein Umsatzwachstum von 6,1 Prozent. Im Geschäftsjahr 2025 ist der Konzern das fünfte Jahr in Folge gewachsen. Gleichzeitig wurde in die Abfülltechnik an den Standorten Bad Teinach-Zavelstein und Kißlegg investiert.

Mineralwasser Das Mineralwasser wird aus insgesamt zwölf Brunnen gewonnen, die bis zu 750 Meter tief sind. Nach Unternehmensangaben werden im betriebseigenen Labor täglich 20 bis 30 Stichproben analysiert. Die Sorte Naturell wird zusätzlich regelmäßig durch das Eurofins Institut Jäger GmbH in Tübingen untersucht.

Krumbach bietet drei Mineralwassersorten an: Naturell (ohne Kohlensäure), Medium (Kohlensäuregehalt 4 bis 5,5 g/l) und Classic (Kohlensäuregehalt 7 bis 8 g/l). Naturell, Medium und Classic werden vom Hersteller aufgrund ihres geringen Natriumgehalts als für eine natriumarme Ernährung und die Zubereitung von Babynahrung geeignet beschrieben.

Für das Wasser werden folgende Mineralstoffgehalte angegeben: +Stoff (mg/l)NaturellMediumClassicNatrium6,28,88,8Kalium1,92,22,2Magnesium23,122,422,4Calcium72,088,388,3Fluorid0,060,100,10Chlorid7,511,011,0Sulfat22,316,016,0Hydrogencarbonat300,0373,0373,0Kohlensäure (zugesetzt) -4.0006.500 Quelle: Angaben des Herstellers.

Produkte und Sortiment Das Sortiment von Krumbach gliedert sich in sieben Produktgruppen: Mineralwasser, Direktsaftschorlen, Limonaden & Cola-Mix, kalorienarme Getränke, Fruchtsaftgetränke, Gastronomieprodukte sowie die Schwestermarke Kisslegger Allgäuquelle.

Die Direktsaftschorlen werden in den Sorten Apfel und Apfel-Kirsch angeboten und bestehen laut Hersteller aus einer Mischung von Direktsaft und Mineralwasser. Bei den Limonaden und Mix-Getränken umfasst das Sortiment die Sorten Orange, Zitrone und ein Cola-Mix-Getränk aus Cola, Orangenkonzentrat und kohlensäurehaltigem Mineralwasser, ebenfalls ohne künstliche Süßungsmittel. Die kalorienarmen Erfrischungsgetränke umfassen die Sorten Birne-Kräuter, Traube-Mirabelle sowie Sport Grapefruit-Zitrone und Sport Pink Grapefruit. Laut Hersteller sind die Sorten Sport Grapefruit-Zitrone und Sport Pink Grapefruit als isotonisch gekennzeichnet. Die Fruchtsaftgetränke werden in den Sorten Apfel-Holunderblüte, ACE, Schwarze Johannisbeere und Mandarine-Mango angeboten.

Für die Gastronomie bietet Krumbach unter dem Namen Krumbach Gourmet die Mineralwassersorten Naturell und Medium in Glasflaschen an. Unter der Marke Kisslegger Allgäuquelle wird am selben Standort in Kißlegg ein weiteres Mineralwasser abgefüllt, das in den Sorten Medium und Classic erhältlich ist und laut Hersteller unter anderem Kieselsäure und Fluorid enthält.

Regionalität Die Marke stellt in ihrer Kommunikation den Bezug zum Allgäu heraus. Beim Etiketten-Relaunch 2017 wurden Allgäu-Landschaftsmotive sowie ein Hinweis auf die regionale Herkunft in die Gestaltung aufgenommen. Krumbach ist Partner der Allgäu GmbH. Außerdem ist Krumbach als Partnerunternehmen beim DEHOGA Bayern und beim DEHOGA Baden-Württemberg gelistet. Bei der Landesgartenschau Wangen im Allgäu 2024 trat Krumbach als offizieller Partner auf. 2019 berichtete die Allgäuer Zeitung über eine Wanderaktion, bei der Krumbach als Sponsor auftrat.

Engagement und Sponsoring Krumbach unterhält Kooperationen mit regionalen Sportvereinen und Institutionen, darunter Bodensee Open Water, Eissportverein Kaufbeuren, FC Memmingen, FC Wangen, Füssen e. V., Radio 7, Ravensburg Towerstars, SG Kißlegg, die Tischtennisfreunde Kißlegg und Vaddi Concerts. Ein Sponsorprofil des Handballvereins in Biberach führt Krumbach als regionalen Sponsor.

Seit 2023 fördert das Unternehmen auf Radio 7 unter dem Namen „Gewünscht? Gemacht!“ jährlich mit 50.000 Euro Kinder- und Jugendprojekte in der Region. Vereine, Schulen, Kindergärten und andere gemeinnützige Organisationen können sich über ein Formular bei Radio 7 bewerben. Laut Unternehmensangaben gibt es keine formalen Teilnahmebedingungen. Während der Aktionslaufzeit bis Ende August wird täglich um 7:10 Uhr ein gefördertes Projekt auf Radio 7 bekanntgegeben. Zu den geförderten Projekten zählten unter anderem 2024 ein Mischpult für das Jugendhaus „Die Wache“ in Neu-Ulm, 2025 ein Pavillon für die Jugendabteilung des Flag-Football-Vereins Augsburg Lions sowie eine Spritzwand für die Jugendfeuerwehr Hegge. Die geförderten Vereine und Einrichtungen stammten in den ersten drei Jahren der Aktion aus mehreren Dutzend Gemeinden in Baden-Württemberg und Bayern, unter anderem aus Kißlegg, Ravensburg, Leutkirch, Wangen im Allgäu, Biberach, Ulm, Konstanz und Radolfzell. 2026 fand die Aktion zum vierten Mal statt.

Solarpark und Mehrwegsysteme Seit Frühjahr 2023 betreibt das Unternehmen am Standort Kißlegg einen Solarpark mit rund 3.000 Modulen auf einer Fläche von 12.000 Quadratmetern und einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt. Rund 68 Prozent des im Solarpark erzeugten Stroms werden am Standort verbraucht, der Rest wird ins Stromnetz eingespeist. Die Fläche unter den Solarmodulen wird von einer Schafherde beweidet.

Die Glasflaschen von Krumbach sind Teil des bundesweiten Mehrwegsystems der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB). Ab August 2025 ersetzte eine neue, leichtere 0,75-Liter-GDB-Poolflasche (Gewicht 1,3kg) im „Krumbach Tragerl“-Sechserkasten die bisherige 1,0-Liter-Individualflasche (Gewicht 1,9kg). Die GDB-Mehrwegflaschen mit den charakteristischen Perlen am Flaschenhals entsprechen dem Grundprinzip der in Deutschland verbreiteten Normbrunnenflasche, die 1969 als bundesweit einheitliches Mehrwegsystem für die Mineralbrunnenbranche eingeführt wurde.

Einzelnachweise

Kategorie:Markenname (Mineralwasser) Kategorie:Mineralwasserabfüller Kategorie:Erfrischungsgetränkehersteller Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Ravensburg) Kategorie:Kißlegg Kategorie:Gegründet 1986