mini|Hedwig Schacko, Zeichnung von Ignaz Eigner (um 1890) Hedwig Schacko, geborene Hedwig Anna ClaraEintrag im Taufbuch Dresden vom 14. August 1867, Signatur 2.1.3.C.XXI.20/151. Schacko, verheiratete Rossbach (* 22. Juli 1867 in Dresden; † 19. März 1932 in Leipzig), war eine deutsche Opernsängerin (Koloratursopran) und Schauspielerin, die vor allem um die Jahrhundertwende große Erfolge feierte.

Leben Hedwig Schacko stand bereits im Alter von sieben Jahren in Kinderrollen am Dresdner Hoftheater auf der Bühne. Mit 14 Jahren begann sie ihr Gesangsstudium, das sie bis Sommer 1886 absolvierte, bei Eugen Hildach am Dresdner Konservatorium und wurde zusätzlich von Wilhelm Eichberger unterrichtet. Ihr Gesangsstudium schloss sie mit dem sog. „Preis-Zeugnis“, der höchsten Auszeichnung der Anstalt, ab.Feuilleton. In: Dresdner Nachrichten vom 30. Juni 1886, S. 3. 1886 debütierte sie an der Dresdner Hofoper als Page Urbain in Die Hugenotten.

Nach ihrem Engagement in Dresden ging sie 1889, zunächst noch als Gast, an die Berliner Krolloper, wo sie als Antrittsrolle den Pagen Oscar in Ein Maskenball in italienischer Sprache sang.Kroll’s Theater. In: Deutscher Reichsanzeiger vom 20. April 1889, S. 4. An der Krolloper sang sie unter anderem auch das Blondchen in Die Entführung aus dem Serail und die Madeleine in Der Postillon von Lonjumeau.Unsere frühere geschätzte Hofopernsängerin. In: Dresdner Nachrichten vom 27. Juni 1889, S. 3. Im August 1889 sprang sie an der Krolloper, ohne vorherige Probe und ohne die Partie jemals zuvor auf der Opernbühne gesungen zu haben, an der Seite von Francisco d’Andrade in der Titelrolle als Gilda in Rigoletto ein.„Rigoletto“ im Krollschen Theater. In: Berliner Börsen-Zeitung. 31. August 1889, S. 11.

In der Spielzeit 1889/90 trat sie am Stadttheater Danzig auf, bevor sie 1890, vermittelt von dem bekannten Theateragenten Louis Selar von Szankovits († 1902), als Koloratur-Soubrette das Opernhaus Frankfurt am Main wechselte, wo sie bis 1912 festes Ensemblemitglied war.† Louis Selar von Szankovits. Nachruf. In: Hamburger Fremdenblatt vom 4. Dezember 1902, S. 9. Sie debütierte dort ebenfalls als Page Oscar in Ein Maskenball.Fräulein Hedwig Schacko. In: Berliner Börsen-Zeitung vom 25. April 1890, S. 9/10. Unter anderem sang sie am Opernhaus Frankfurt die Amina in La Sonnambula, die Titelrolle in Lakmé, Marie in Die Regimentstochter, Gilda in Rigoletto, Papagena in Die Zauberflöte, Zerline in Don Giovanni, Rosina in Il barbiere di Siviglia, Nuri in Tiefland und Gretel in Hänsel und Gretel.Hedwig Schacko. In: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. S. 4168. In der Spielzeit 1896/97 übernahm sie am Opernhaus Frankfurt die Partie in Gänsemagd in Engelbert Humperdincks Oper Königskinder.Königskinder. In: Allgemeine Zeitung vom 16. März 1897, S. 10. In der Uraufführung von Eugen d’Alberts Einakter Die Abreise sang sie im Oktober 1898 die Partie der Luise. 1899 übernahm sie in der Frankfurter Erstaufführung der Oper Iris von Pietro Mascagni die Titelrolle.Erstaufführung von Pietro Mascagni’s dreiaktiger Oper „Iris“. In: Leipziger Tageblatt vom 1. Oktober 1899, S. 6. 1900 sang sie am Opernhaus Frankfurt die Titelrolle in der Oper Rotkäppchen (frz.: Le Petit Chaperon rouge) von François-Adrien Boieldieu.Eine „Premiere“ von Boieldieu. In: Norddeutsche Allgemeine Zeitung vom 30. November 1900, S. 8. 1901 folgte die Teresa in der Frankfurter Erstaufführung der Oper Benvenuto Cellini von Hector Berlioz.„Benvenuto Cellini“ in Frankfurt. In: Norddeutsche Allgemeine Zeitung vom 23. Januar 1901, S. 10. Nach einer längeren krankheitsbedingten Abwesenheit von der Bühne kehrte sie im Juni 1905 mit der Rosine in Der Barbier von Sevilla auf die Frankfurter Opernbühne zurück.Frau Hedwig Schacko vom Frankfurter Opernhaus. In: Hamburger Fremdenblatt vom 7. Juni 1905, S. 17. 1912 nahm sie mit der Rolle der Rose Friquet in Das Glöckchen des Eremiten offiziell Abschied von ihrem Frankfurter Publikum.Hedwig Schacko. In: Dresdner Nachrichten vom 5. September 1912, S. 9. Nach Beendigung ihres festen Engagements in Frankfurt trat sie dort bis 1915 weiterhin als Gast auf. Sie überzeugte durch die Kombination aus Gesangstalent und schauspielerischer Begabung. Sie gehörte am Opernhaus Frankfurt, „wo sie rund zwei Jahrzehnte lang als Sängerin und Darstellerin hohen Grades das Fach der Opernsoubrette beherrschte“, zu den ausgesprochenen „Lieblingen des Frankfurter Theaterpublikums“ und wurde dort besonders in Mozart-Rollen geschätzt; der Komponist Engelbert Humperdinck bezeichnete sie als „beste Gretel der Welt“.Hedwig Schacko. In: Berliner Börsen-Zeitung vom 23. Januar 1901, S. 7.Frankfurt am Main. In: Signale für die musikalische Welt. 90. Jahrgang (1932). Ausgabe Nr. 28/29, Seite 622.

Bis 1893 gastierte sie regelmäßig an der Krolloper.Fräulein Hedwig Schacko. In: Berliner Tageblatt und Handelszeitung vom 8. September 1893, Seite 3. Gastspiele führten sie unter anderem auch an die Dresdner Hofoper (1896–1897), an das Stadttheater Basel (1895), an das Stadttheater Aachen (1896–1898), an das Nationaltheater Mannheim (1899) sowie an die Berliner Hofoper und an das Hoftheater Hannover. An der Wiener Hofoper sang sie im April 1895 kurzfristig als Einspringerin die Gretel in Hänsel und Gretel. Im April 1899 sang sie an der Wiener Hofoper im Rahmen eines „Gastspiels auf Anstellung“ in jeweils einer Vorstellung die Susanna (Le nozze di Figaro), die Marie (Die Regimentstochter), die Bertha (Die Nürnberger Puppe) und die Rose Friquet (Das Glöckchen des Eremiten). Ein ihr von Operndirektor Gustav Mahler angebotenes festes Engagement nach Wien sowie für ein Gastspiel in Amerika lehnte sie ab. 1903 gastierte sie im Rahmen der Mai-Festspiele am Stadttheater Magdeburg unter der musikalischen Leitung von Felix Mottl als Marzelline in Fidelio.Magdeburg. In: Badische Presse vom 9. Mai 1903, Seite 2. 1906 und 1907 trat sie mehrfach in Amsterdam auf: in einer Produktion der Amsterdamsche Opera-Vereeniging als Marzelline in Fidelio sowie als Cherubino in Le nozze die Figaro, als Blondchen in Die Entführung aus dem Serail und als Despina in Così fan tutte.

Zudem wirkte sie erfolgreich als Konzertsängerin. 1896 gastierte sie als Hanne in Die Jahreszeiten in Dresden.Bach-Verein. In: Neueste Nachrichten vom 28. April 1896, Seite 1/2. Die „Lieder im Volkston“ op. 3 von Bernhard Sekles wurden ihr gewidmet.

Ab 1913 unterrichtete sie in Frankfurt als Gesangspädagogin an Dr. Hoch’s Konservatorium, bis sie 1916 nach Leipzig zog. Eine ihrer Schülerinnen war Delia Reinhardt.

Hedwig Schacko heiratete im November 1901 in Dresden den aus Hanau stammenden Offizier der sächsischen Armee, Rittmeister a. D. Paul Rossbach, mit dem sie eine Tochter hatte: Friedel Maria Schacko, die ebenfalls Sängerin war.

Literatur Hedwig Schacko. In: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte Auflage. München 2003. Band 6: Rasa–Sutton, S. 4168. ISBN 3-598-11419-2.

Weblinks

Hedwig Schacko, sachsen.museum-digital.de

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