Peter Lechner oder Petrus Lechner (* 7. März 1805 in Pfaffenhofen an der Ilm, Oberbayern; † 26. Juli 1874 im Kloster Scheyern) war ein deutscher Benediktiner.
Leben Lechners frühe Ausbildung ist nicht bekannt. Er studierte Theologie an der Universität München und wurde dort nach Lösung einer Preisfrage 1829 zum Doktor der Theologie promoviert. Am 9. Dezember 1827 erfolgte seine Priesterweihe. Nach seinem Studium war er in der Seelsorge tätig, unter anderem war er Domkaplan am Augsburger Dom. 1832 gründete er dort die Zeitschrift Sion.
Lechner trat, nachdem König Ludwig I. von Bayern 1838 das Kloster Scheyern wieder errichtet hatte, in das Kloster ein und legte am 1. November 1839 die Profess ab. Er wurde 1843 Prior des mittlerweile wieder zur Abtei erhobenen Klosters. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod inne. 1847 folgte er dem Benediktinerpater Bonifaz Wimmer, den er bereits aus seiner Zeit als Domkaplan in Augsburg kannte, nach Nordamerika und unterstützte diesen bei der Gründung der späteren Erzabtei St. Vincent. Er blieb bis 1851 in Amerika und kehrte anschließend nach Scheyern zurück. Dort wurde er außerdem Novizenmeister.
Lechner erlangte durch eine Vielzahl von Schriften Bekanntheit.
Werke (Auswahl) Eine alte Haus-Postille: Das ist: Erklärung aller sonn- und festtäglichen Evangelien und Episteln, Kollmann, Augsburg 1842; . Andachtsübungen eines katholischen Christen gezogen aus der Schriften des heil. Franciscus von Sales, Kollmann, Augsburg 1843; . Der fromme Matthäus, Kollmann, Augsburg 1848; . Geschichte der Apostel: sammt ihren Briefen und der geheimen Offenbarung Johannes; für den Bürger und Bauersmann, 2 Bände, Kollmann 1849; , . Leben des heiligen Dominikus, Ordensstifters: Nebst Tagzeiten zu Ehren dieses Heiligen, Kollmann, Augsburg 1852; . Ausführliches Martyrologium des Benediktiner-Ordens und seiner Verzweigungen, Schmid, Augsburg 1855; . Leben des heiligen Benedict, Ordensstifters und ersten Abtes auf Monte Cassino, Manz, Regensburg 1857; . Leben des heiligen Johannes von Gott, Stifters des Ordens der barmherzigen Brüder, Lentner, München 1857; . (Übersetzung aus dem Spanischen): Schriften des heiligen Johannes von Kreuz, ersten Barfüsser-Karmeliten, 2 Bände, Manz, Regensburg 1859; , . Leben und Schriften der heiligen Katharina von Genua, Manz, Regensburg 1859; . Das mystische Leben der hl. Margareth von Cortona, Manz, Regensburg 1862; . Leben der Heiligen aus dem Orden der Kapuziner, 3 Bände, Lentner, München 1863–1865; , , . Des Ordenslebens Wesenheit und Würde, Rechte und Pflichten, Manz, Regensburg 1872; . Beispiele christlicher Vollkommenheit und heroischer Tugend aus dem Leben der Heiligen, Manz, Regensburg 1873; .
Literatur Schematismus der Erzdiözese München und Freising, 1874, S. 95 (). P. Petrus Lechner. In: Totenschau des Jahres 1874. In: Der Schwäbische Postbote, Nr. 11 (1875), S. 43.
O.U.: Lechner, Peter. In: Calwer Kirchenlexikon: Theologisches Handwörterbuch illustriert, Band 2, Vereinsbuchhandlung, Calw und Stuttgart 1893, S. 22.
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