mini|Marie de Rothschild Marie de Rothschild (CBE) (geborene Marie Perugia am 31. März 1862 in Triest; gestorben 8. April 1937 in London) war ein Mitglied der Familie Rothschild.

Leben Marie Perugia wurde 1862 in Italien geboren. Ihr Vater war der Triester Kaufmann Achille Perugia, ihre Mutter Nina Anna Landauer.Marie de Rothschild auf Find a grave, abgerufen am 12. Juni 2026 Sie hatte vier Geschwister, darunter die Schwester Eugenie Louise Judith (Jadilk) Sassoon, die sie mit ihrem späteren Mann dem Londoner Bankier Leopold de Rothschild dem jüngsten Sohn von Lionel de Rothschild und seiner Frau Hannah de Rothschild bekannt machte.Marie de Rothschild (née Perugia) (1862-1937) auf Rothschild Archive, abgerufen am 12. Juni 2026

Hochzeit mini|Hochzeit von Marie und Leopold de Rothschild, 1881 Ihre Hochzeit im Jahr 1881 wurde zum Großereignis der britischen Gesellschaft und sorgte in der internationalen Presse für großes Aufsehen. Ein Grund für die Aufmerksamkeit, die diese Hochzeit erregte, war die Anwesenheit des Prince of Wales, des Kronprinzen Albert Edward, unter den Hochzeitsgästen. Dies war das erste Mal, dass ein Mitglied des britischen Königshauses einer jüdischen Hochzeit beiwohnte. Dazu kam, dass der Bräutigam als einer der begehrtesten Junggesellen Londons galt, und die Braut eine schöne junge Frau im Alter von 18 Jahren aus Triest war, deren Schwester Louise die Ehefrau von Arthur Sassoon, einem Vertrauten des Prince of Wales, war.

Gesellschaftliches Leben mini|Marie de Rothschild um 1900 mini|Marie de Rothschild als Zobeida Nach der Hochzeit gehörte das Paar zum persönlichen Freundeskreis des Prince of Wales und seiner Frau Alexandra von Dänemark. Marie de Rothschild pflegte bis zu ihrem Tod einen engen Kontakt zur königlichen Familie. Mit Maria von Teck, der späteren Frau von König Georg V. pflegte sie einen regen Briefwechsel.

Mit ihrem Mann lebte Marie de Rothschild in Gunnersbury Park und Ascott House. Dabei stand Newmarket im Mittelpunkt ihrer Pferderennsportinteressen. Auf ihren Anwesen fanden zahlreiche gesellschaftliche Veranstaltungen statt. Dabei galten die Rothschilds als zuvorkommende und großzügige Gastgeber und Marie de Rothschild galt als eine der führenden Persönlichkeiten der Londoner Gesellschaft. Für Marie de Rothschild waren auch ihre Haustiere sehr wichtig, denen sie sich intensiv widmete. Es gibt kaum Fotografien von ihr ohne ihre Hunde. Daneben interessierte sie sich für Lyrik und die Jagd.

Zahlreiche medizinische Wohltätigkeitsorganisationen wurden von Marie de Rothschild unterstützt. Sie engagierte sich in Krankenhausgremien und während des Ersten Weltkriegs übte sie die Funktion der Vorsitzenden der Middlesex-Abteilung des „Voluntary Aid Detachment“ (VAD) des Britischen Roten Kreuzes aus und war an der Gründung des Militärkrankenhauses in Aylesbury beteiligt. Den Polarforscher Ernest Shackleton unterstützte sie bei der Finanzierung seiner Imperial Trans-Antarctic Expedition, der sich bei ihr für die Unterstützung mit den Worten „Unmittelbar vor meiner Abreise von dieser subantarktischen Insel in Richtung des Polareises diktiere ich diese Abschiedszeilen, um Ihnen noch einmal für die großartige Unterstützung zu danken, die Sie dieser Expedition zuteilwerden ließen, und um Ihnen zu versichern, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, um sie zu einem Erfolg zu führen.“ bedankte.Letter from Ernest Shackleton, 1914 in Rothschild Archive, abgerufen am 13. Juni 2026 Für ihre Verdienste wurde sie 1920 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt.

Marie de Rothschild starb am 8. April 1937 in Ascott.

Nachkommen Marie und Leopold de Rothschild hatten drei Söhne:

Lionel Nathan de Rothschild (1882–1942), Bankier und Parlamentsabgeordneter, heiratete Marie Louise Eugénie Beer (1892–1975) Evelyn Achille de Rothschild (1886–1917), fiel im Krieg in Palästina Anthony Gustav de Rothschild (1887–1961), Bankier, heiratete Yvonne Lydia Louise Cahen d’Anvers (1899–1977)

Literatur Georg Gaugusch: Wer einmal war. Das jüdische Großbürgertum Wiens 1800–1938. Band 2: L–R. Amalthea, Wien 2016, ISBN 978-3-85002-773-1

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Einzelnachweise

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