mini|Bernard Boutet de Monvel – Autoportrait, place Vendôme (vor 1932). Ex-Sotheby’s, Paris

Bernard Boutet de Monvel (* 10. August 1884 in Paris; † 28. Oktober 1949 bei einem Flugzeugabsturz über den Azoren) war ein französischer Maler, Radierer und Illustrator. Er zählt zu den bedeutenden Vertretern des französischen Art déco.

Leben Bernard Boutet de Monvel entstammte einer Künstlerfamilie; sein Vater war der Maler und Illustrator Louis-Maurice Boutet de Monvel. Er erhielt seine erste Ausbildung beim Vater und studierte anschließend bei dem Maler Luc-Olivier Merson sowie dem Bildhauer Jean Dampt. In den Jahren 1901 und 1902 hielt er sich in Florenz auf. Ab 1903 beteiligte er sich an den Salons der Société nationale des beaux-arts, des Salon d’Automne, der Société des Artistes Indépendants sowie des Salon des Tuileries. Seit 1907 war er regelmäßig auf den Jahresausstellungen des Carnegie Institute in Pittsburgh vertreten. Im Jahr 1914 unternahm er Reisen nach Mazedonien und Marokko. Er lebte und arbeitete sowohl in Frankreich als auch in den Vereinigten Staaten.

Werk Boutet de Monvel trat als Porträtist der eleganten Gesellschaft in Frankreich und den USA hervor. Thieme-Becker hebt als frühe Hauptwerke hervor: das Bildnis des Mr. R. Boutet de Monvel, eine Ansicht von Versailles, die farbige Radierung Die Treidler, das Bildnis der Mlle Rita del Erido sowie Die Rekonvaleszentin (Musée des Beaux-Arts, Lille). n den 1920er- und 1930er-Jahren behandelte er neben mondänen Sujets auch Figuren aus der Halbwelt und der Arbeiterschicht. Das AKL bescheinigt ihm dabei eine genaue, charakterisierende Beobachtungsgabe sowie ein feines Gespür für atmosphärische und lichtkünstlerische Wirkungen.

Als Buchillustrator und Zeichner für Modezeitschriften war Boutet de Monvel für eine Reihe namhafter Periodika tätig, darunter Femina, Gazette du Bon Ton, Journal des Dames et des Modes, Jugend, Nos Loisirs, Le Rire, La Vie parisienne und Vogue. Diese Arbeiten zeigen, dem AKL zufolge, sein Gespür für subtile Lichtwirkungen und wirkungsvolle Szenerien. Er gehört zu den Künstlern, die die Eleganz und handwerkliche Qualität des französischen Art déco maßgeblich prägten. Eine Einzelausstellung in der Galerie du Luxembourg in Paris (1975) würdigte sein Gesamtwerk.

Werke in öffentlichen Sammlungen (Auswahl): Indianapolis, John Herron Art Institute; Lille, Musée des Beaux-Arts; New York, Metropolitan Museum of Art; Paris, Musée du Luxembourg; Pau; Pittsburgh, Carnegie Institute.

Werke (Auswahl)

Literatur

Emmanuel Bénézit: Dictionnaire critique et documentaire des peintres, sculpteurs, dessinateurs et graveurs de tous les temps et de tous les pays. Band 1, Gründ, Paris 1953. Marcus Osterwalder (Hrsg.), Dictionnaire des illustrateurs 1890–1945. Ides et Calendes, Neuchâtel 1992. Jacques Lethève, Inventaire du fonds français. Graveurs du XIXe siècle. Band 3, Bibliothèque nationale, Département des estampes, Paris 1942. Bernard Boutet de Monvel. Ausstellungskatalog, Galerie du Luxembourg, Paris 1975. Gérald Schurr: Les petits maîtres de la peinture. Valeur de demain. Band 3, Les Éditions de l’Amateur, Paris 1976. Charles Bricker: Society on Ice: America’s Bluebloods as Seen by the Forgotten Boutet de Monvel. In: Connoisseur. Mai 1987, S. 87–91.

Anna Jackson, Amin Jaffer, Deepika Ahlawat (Hrsg.): Maharaja. Pracht der indischen Fürstenhöfe. Hirmer Verlag, München 2010. Alexis Gregory: Paris Deluxe: Place Vendôme. Paris 1997, ISBN 0-500-01826-X. Patrick Chaleyssin: La peinture mondaine de 1870 à 1960. Paris 1999. Stéphane-Jacques Addade: Bernard Boutet de Monvel. Paris 2016.

Weblinks

Sotheby’s Paris: Collection Boutet De Monvel 5. April 2016.

Einzelnachweise

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