mini|Eingangsbereich Die Kirche St. Maria ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Neustadt an der Rems, einem Stadtteil der Großen Kreisstadt Waiblingen im baden-württembergischen Rems-Murr-Kreis. Die markante Zeltkirche im Stile des Brutalismus entstand in den Jahren 1962/1963 nach Plänen der Architekten Hans Kammerer und Walter Belz. Die Kirche ist dem Patrozinium Marias, der Mutter Jesu Christi anvertraut. Seit 2011 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz.

Geschichte Die Marienkirche ist – wie die meisten katholischen Kirchen in Altwürttemberg – erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. Seit der Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich 1535 war Altwürttemberg ein nahezu rein evangelisches Gebiet; der Katholizismus beschränkte sich auf einige wenige Enklaven. Um 1850 war von 1058 Einwohnern nur ein Bürger katholischer Konfession.Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. Verlag J. G. Cotta, Stuttgart und Tübingen, S. 179. Durch Flucht und Vertreibung von Millionen Menschen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches entstanden in vielen Orten nach 1945 katholische Diaspora-Gemeinden. Zunächst wurden Notkirchen und provisorische Pfarrkuratien eingerichtet. Durch weitere Zuwanderung und eine stetig steigende Zahl von Kirchgängern wurden die Provisorien zu klein. Daher wurde beschlossen, neue Kirchen zu bauen. Mit den Planungen wurde das Architekturbüro Kammerer und Belz beauftragt.

Die Bauarbeiten begannen 1962 und konnten bereits 1963 abgeschlossen werden. Am 25. August 1963 fand die Kirchweihe statt.

Architektur und Ausstattung Die Kirche hat den Grundriss eines Drachenvierecks, dessen spitzer Winkel im Osten liegt, während der stumpfe Winkel nach Westen zeigt. In diesem Winkel ist die Taufkapelle untergebracht. Obwohl das Zweite Vatikanische Konzil zum Zeitpunkt der Fertigstellung noch nicht beendet war, wurden wesentlichen Neuerungen des Konzils bereits umgesetzt. So wurde beispielsweise auf störende Säulen im Innenraum verzichtet. Dadurch wird für alle ein freier Blick auf den Altar und eine bessere Einbeziehung der Gläubigen in den Gottesdienst ermöglicht.

Der Altar wurde von Wilhelm Hambach aus rohem Naturstein geschaffen. In den Altar wurden Reliquien des Hl. Donatus und des Hl. Prosperus eingelassen. Die übrigen Prinzipalstücke sowie der Tabernakel wurden von dem deutsch-schweizerischen Künstler Franz Bucher (1928–1995) aus Rottweil geschaffen.

Neben dem Altar wurde eine Marien-Statue aufgestellt. Es handelt sich um ein spätmittelalterliches Objekt, das vermutlich um 1400 entstanden sein dürfte; der Künstler ist nicht mehr namentlich bekannt.

Orgel Die Orgel stammt ursprünglich aus der Pfarrkirche St. Jan Molenbeek in Brüssel. Sie wurde um 1865 gebaut. Sie entstand seinerzeit in der Werkstatt der Firma Haupt und Stahlgut in Luxemburg und verfügt über 19 Register. 1974 wurde die Orgel in Brüssel abgebaut und in Neustadt wieder aufgestellt.

Die Disposition der Orgel lautet: I Manual C– Bordun 16′ Prinzipal 8′ Flöte 8′ Prästant 4′ Gemshorn 4′ Cornett V Mixtur IV Trompete 8′ II Manual C– Bordun 8′ Dulciana 8′ Gedecktflöte 4′ Prinzipal 2′ Quarte II Oboe 8′ Tremulant Pedal C– Subbass 16′ Violbass 8′ Gedecktlbass 8′ Oktave 4′ Bombarde 16′ Koppeln: II/I, I/P, II/P

Glocken In dem Glockenturm befinden sich vier Glocken, die unterschiedlich groß sind. Alle Glocken wurden 1980 in der Glockengießerei Bachert (Bad Friedrichshall-Kochendorf) gegossen. GlockeNameGießerGussjahrGussortGewichtSchlagtonI.HildegardBachert1980Kochendorf172 kge″II.Andreas-KarlBachert1980Kochendorf324 kgcis″III.MariaBachert1980Kochendorf414 kgh′IV.MartinBachert1980Kochendorf553 kggis

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Einzelnachweise

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