mini|hochkant|Alfréd Drasche-Lázár, 1917 Alfréd Drasche-Lázár von Thorda (auch Drasche Lázár, * 15. Juni 1875 als Alfréd Drasche in Dorog, Komitat Esztergom; † 28. August 1949 in Mayrhofen, Tirol) war ein ungarischer Diplomat und Schriftsteller. Er unterzeichnete am 4. Juni 1920 zusammen mit Ágost Benárd den Vertrag von Trianon für Ungarn.

Leben Drasche-Lázár besuchte das Wiener Theresianum und schlug zunächst die militärische Laufbahn ein. Eine Verletzung verhinderte jedoch den Abschluss seiner Ausbildung bei den Husaren, woraufhin er ein Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Budapest aufnahm. Ab 1901 war er im Amt des Ministerpräsidenten angestellt und wurde dort 1913 Sektionschef. Von 1915 bis 1917 leitete er die Presseabteilung und war nach Zusammenbruch Österreich-Ungarns im Oktober 1918 bei der Entstehung eines eigenständigen Außenministeriums für Ungarn involviert. Seinen Posten im Außenministerium behielt er auch nach Ausrufung der Ungarischen Räterepublik bis 2. Juli 1919 bei und trat nach Sturz derer im Folgemonat erneut dem Außenministerium bei.

mini|Benárd (mit Zylinder in der Hand) und Drasche-Lázár (rechts daneben) verlassen das Grand Trianon nach Vertragsunterzeichnung. Nachdem im Mai 1920 endgültig feststand, dass die ungarische Regierung dem internationalen Druck nachgeben und den Vertrag von Trianon zur Beendigung des Ersten Weltkriegs unterzeichnen würde, beschloss der Ministerrat, dass nicht Außenminister Pál Teleki ihn selbst unterzeichnen solle, sondern lediglich Drasche-Lázár als Staatssekretär im Außenministerium. 1922 trat er in den Ruhestand ein und widmete sich fortan als Schriftsteller der Literatur. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Novellen und Romane, die beim zeitgenössischen Publikum zwar Verbreitung fanden, deren literarischer Wert in der Fachkritik allerdings umstritten blieb.

Ab 1930 leitete Drasche-Lázár das ungarische Reisebüro IBUSZ (Idegenforgalmi, Beszerzési, Utazási és Szállítási Rt.) und fungierte ab 1932 zudem als Direktor des Syndikats der Budapester Tageszeitungen. Bereits schwer erkrankt, verließ Drasche-Lázár im August 1944 Ungarn und siedelte nach Österreich über. Bis heute ist nicht abschließend geklärt, warum der ungarische Ministerrat ihn im Oktober 1948 auf Vorschlag von Innenminister János Kádár zur Rückkehr aus dem Exil aufforderte. Drasche-Lázár kam dieser Aufforderung jedoch nicht nach und verstarb am 28. August 1949 im Alter von 74 Jahren.

Literatur

Weblinks

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