Die Brasilien-Nektarfledermaus (Lonchophylla mordax) ist ein im östlichen Brasilien endemisches Fledertier in der Gattung der Nektarfledermäuse. Das Typusexemplar stammt aus der Gemeinde Lamarão im Bundesstaat Bahia. Mehrere Populationen, die früher als Synonyme oder Unterarten dieser Art gezählt wurden erhielten nach neueren Studien Artstatus. Aufgrund von häufigen Verwechslungen mit der Dekeyser-Nektarfledermaus (Lonchophylla dekeyseri) und der neu beschriebenen Art Lonchophylla inexpectata ist die Beschreibung des Verbreitungsgebiets noch ungenau.
Merkmale Dieser mittelgroße Gattungsvertreter erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 50 bis 56 mm, eine Schwanzlänge von 8 bis 12 mm und ein Gewicht von 7,5 bis 11 g. Es kommen fast 34 bis 37,5 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 8 bis 10 mm Länge und 13 bis 16 mm lange Ohren vor. Die Haare des Fells sind an der Wurzel weiß und oberseits an den Spitzen dunkel zimtbraun, während die Spitzen der Unterseite hellbraun sind. So ergibt sich eine deutliche Grenze an den Flanken. Bei anderen Nektarfledermäusen der Region ist der Übergang fließend. Typisch für den Kopf ist eine Unterlippe mit einer markanten Mittelkerbe und mit kleinen warzenartigen Auswüchsen an den Seiten. Diese Fledermaus hat ein Nasenblatt, dessen zentraler Teil etwa dreieckig ist, wobei die Breite leicht von der Höhe übertroffen wird. Auf den Unterarmen sind, wenn überhaupt, nur spärlich Haare vorhanden. Die Brasilien-Nektarfledermaus hat hellbraune Flughäute und der Schwanz ist vollständig in die breite Schwanzflughaut eingebettet. Er nimmt etwa 1/3 der Breite ein. Wie bei allen Gattungsvertretern lautet die Zahnformel I 2/2, C 1/1, P 2/3, M 3/3, was 34 Zähne im Gebiss ergibt.
Verbreitung und Lebensweise Soweit bekannt lebt das Tier im Grenzbereich zwischen der Dornenstrauchsavanne Caatinga und der Regenwaldregion Mata Atlântica in den Bundesstaaten Bahia, Alagoas und Sergipe. Es hält sich im Flach- und Hügelland bis 500 Meter Höhe auf. Im nordöstlichen Bereich werden Hochebenen mit feuchten Wäldern bewohnt.
Die Form der Zähne und des Schädels lassen vermuten, dass die Nahrung überwiegend aus Nektar besteht, der mit Pollen, Früchten von Sukkulenten und Insekten komplettiert wird. Einzelne Exemplare oder kleine Gruppen ruhen wahrscheinlich in Baumhöhlen oder kleinen Höhlen. Zur Fortpflanzung liegen keine Daten vor.
Gefährdung Aufgrund der taxonomischen Neuordnung der Gattung ist die verbleibende Population dieser Art recht klein, auch wenn sie in geeigneten Habitaten häufig registriert wird. Teilweise finden Landschaftsveränderungen statt. Die IUCN wünscht ein Schutzgebiet im östlichen Teil des Verbreitungsgebiets und listet die Brasilien-Nektarfledermaus in der Vorwarnliste (near threatened).
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Einzelnachweise
Kategorie:Blattnasen Kategorie:Endemisches Säugetier Brasiliens