Die Swjatoi Dmitri Rostowski () war ein 100-Kanonen-Linienschiff der Baltischen Flotte der Kaiserlich Russischen Marine, das von 1758 bis 1764 in Dienst stand.

Geschichte Mitte der 1750er Jahre wurden die Schiffbauingenieure der russischen Marine, wie Alexander Sutherland, Iwan Ramburg, Gawriil Okunew, Dmitry Schcherbatchew und Potap Kachalov, aufgefordert, Entwürfe für ein 100-Kanonen-Linienschiff einzureichen. Von diesen setzte sich Sutherland mit einem seiner drei Entwürfe, basierend auf den Linien der 1727 vom Stapel gelaufenen Pjotr I i II, nach Entscheidung durch die Zarin Elisabeth durch.

Die spätere Swjatoi Dmitri Rostowski wurde am auf der Admiralitätswerft in Sankt Petersburg auf Kiel gelegt. Der Stapellauf des aus hochwertigem Eichenholz aus Kurland und der Region um Kasan gefertigtem Schiffes erfolgte am . Die Ornamentik orientierte sich an der vorhergehenden Sachari i Jelissawet.

Die Swjatoi Dmitri Rostowski wurde ab 1760 im Rahmen der russischen Beteiligung während des Siebenjährigen Krieges gegen Preußen und Großbritannien eingesetzt. Im Zuge dieser Mission gehörte es als Flaggschiff zum Verband von Admiral Sachar Mischukow und wurde hauptsächlich zum Truppentransport bei den Belagerungen der Stadt Kolberg in den Jahren 1760 und 1761 verwendet. Nach Ende des Krieges erfolgte 1764 noch eine Ausbildungsfahrt in der Ostsee und Teilnahme an einer Übungsschlacht vor dem russischen Flottenstützpunkt Baltischport, bevor es noch im selben Jahr aufgelegt wurde. Eine weitere Ausrüstung des Schiffes erfolgte nicht, und so erging 1771 der Befehl zum Abbruch, welcher bis zum Folgejahr durchgeführt wurde.

Technische Beschreibung Die Swjatoi Dmitri Rostowski war als Batterieschiff mit drei durchgehenden Geschützdecks konzipiert und hatte eine Länge von 54,86 Metern (Geschützdeck), eine Breite von 14,95 Metern und einen Tiefgang von 6,63 Metern. Der aus Eichenholz bestehende Schiffsrumpf, erstreckte sich vom am Bug befindlichen Galion zum im Heckbereich befindlichen Heckspiegel, in den Galerien integriert waren, die in die seitlich angebrachten Seitengalerien mündeten. Diese Bereiche waren aus Repräsentationsgründen durch zeitspezifische Schnitzereien und Bildhauerarbeiten geschmückt. An der obersten Position des Heckspiegels befanden sich traditionell bis zu drei Hecklaternen. Die Beplankung des Rumpfes war kraweel ausgeführt, das heißt, die Kanten der Planken stießen stumpf aufeinander, sodass eine glatte Außenfläche entstand.

Das Schiff war in der damals üblichen Rahtakelage als Fregattschiff mit drei Masten (Fockmast, Großmast und Kreuzmast) ausgeführt, lediglich am Kreuzmast befand sich auf der untersten Position (Unterbesansegel) ein Gaffelsegel. Die Masten und Rahen bestanden aus Kiefernholz, während das Tauwerk des laufenden und stehenden Gutes aus Hanf und die Segel aus Segeltuch gefertigt waren. Ein zweiter Satz, Segel und Tauwerk wurde im Laderaum als Reserve mitgeführt.

Die Bewaffnung bestand aus 100 Kanonen. UnteresBatteriedeck MittleresBatteriedeck OberesBatteriedeck Backdeck Achterdeck Kanonen(Geschossgewicht) Design 28 × 30-Pfünder 28 × 18-Pfünder 30 × 8-Pfünder 14 × 6-Pfünder 100 Kanonen(412,33 kg)

Siehe auch Liste der Linienschiffe der russischen Marine

Literatur

Weblinks Swjatoi Dmitri Rostowski auf threedecks.org (englisch)

Einzelnachweise John Tredrea & Eduard Sozaev: Russian Warships in the Age of Sail 1696–1860., S. 116.

Kategorie:Linienschiff (Russisches Kaiserreich) Kategorie:Fregatte (Takelung) Kategorie:Einzelschiff Kategorie:Militärschiff (Admiralitätswerft Sankt Petersburg) Kategorie:Schiff im Siebenjährigen Krieg