Josephine Murebwayire (* ca. 1953; † 5. Oktober 2025) war die einzige Überlebende des Ndera-Massakers 1994 im Verlauf des Völkermords an den Tutsi in Ruanda. In der Folge engagierte sie sich für Versöhnung.
Leben Josephine Murebwayire entstammte einer Familie der Tutsi. Sie hatte sieben Geschwister. Beim Ndera-Massaker konnte sie sich verstecken, erlebte aber die Tötung ihres Ehemannes und ihrer sechs Kinder. Nur ihre Mutter überlebte ebenfalls den Völkermord. Danach kämpfte Josephine darum, die Überreste ihrer Verwandten zu bestatten. Sie engagierte sich in der Selbsthilfegruppe AVEGA Agahozo (Association of Genocide widows) zusammen mit Valerie Mukabayire sowie im Kigali Genocide Memorial und im Aegis Trust und war eine der Ersten, die in den 1990er Jahren bereit waren, über die Ereignisse zu sprechen. Sie wurde als „Umurinzi w’Igihango“ („Beschützerin des Freundschaftspakts“) betitelt. 2012 gründete sie die Vereinigung Humura Nturi Wenyine (en.: „Don’t worry, you are not alone“), als Unterstützergruppe für alternde Genozid-Überlebende, so genannte „Ababyeyi b’Intwaza“. Die Gruppe arbeitete in Kigali. Die tief gläubige katholische Frau arbeitete unermüdlich nicht nur mit Opfern, sondern engagierte sich auch für Vergebung und Versöhnung und ging gezielt auf Täter zu.
Siehe auch Sainte Famille Church, Ruanda
Weblinks David Russell: A tribute to Tante Josephine Murebwayire. survivors-fund.org.uk 6. Oktober 2025. Dan Ngabonziza: From Tragedy to Triumph: The Eternal Light of Josephine Murebwayire. ktpress.rw 7. Oktober 2025. Linda M. Kagire: Josephine Murebwayire: A light after darkness, a legacy of healing. www.newtimes.co.rw 11. Oktober 2025.
Einzelnachweise
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