Das Sarawat-Gebirge (), im Singular auch Sarat genannt, ist ein Gebirgszug im Westen der Arabischen Halbinsel. In einem weiteren Sinn verläuft er parallel zur östlichen Küste des Roten Meeres und umfasst damit die Gebirge von Fayfa, Asir, Taif, und den Hedschas, der teils auch die Midian-Berge einschließt. In engerem Sinn beginnt das Sarawat-Gebirge bei der Stadt Taif in Saudi-Arabien und erstreckt sich südwärts bis zum Golf von Aden. Dabei folgt es der gesamten Westküste des Jemen und reicht im Süden nach Osten parallel zum Golf von Aden.
Geologie mini|Habala-Tal bei Ahad Rafidah im Asir-Gebirge in Saudi-Arabien Die Berge im Sarawat-Gebirge sind überwiegend felsig, wenngleich einige Bereiche Vegetation aufweisen. Viele Gipfel sind relativ jung und schroff, andere sind durch Verwitterung stärker geglättet. Nahe der Grenze zwischen Saudi-Arabien und dem Jemen beginnt sich das Sarawat-Gebirge in einzelne Gipfel aufzufächern; der Hedschas geht dort von einer Steilstufe in einen allmählichen Anstieg zum jemenitischen Hochland über. Im Jemen wird das Sarawat-Gebirge in ein westliches und ein zentrales Hochland gegliedert. Das westliche Hochland erhält mehr Niederschlag als jede andere Region der Arabischen Halbinsel, während das zentrale Hochland die höchsten Berge der Halbinsel umfasst. Ein besonders markanter Teil des jemenitischen Sarawat-Gebirges ist das Haraz-Gebirge, in dem mehrere Gipfel Höhen von über erreichen. Die Höhenunterschiede und Ausblicke sind dort ausgeprägt; einige Bergfüße liegen nur etwa über dem Meeresspiegel, während die Gipfel Höhen von bis erreichen. Alle Berge der Arabischen Halbinsel mit mehr als liegen im Jemen. Der höchste von ihnen ist der Dschabal an-Nabi Schuʿaib nahe der Hauptstadt Sanaa. Mit ist er zugleich der höchste Gipfel Arabiens.
Geologisch gehört das Sarawat-Gebirge zum Arabischen Schild und besteht überwiegend aus vulkanischem Gestein. Die westlichen Hänge fallen nahe der Küste des Roten Meeres steil ab, während die Ostseite des Gebirgszuges sanfter abfällt und von Wadis durchschnitten wird. Diese ermöglichen insbesondere in den südlichen Bereichen des Sarawat-Gebirges, wo die Berge vom Monsun beeinflusst werden, landwirtschaftliche Nutzung. Zu den Städten im Sarawat-Gebirge gehört die jemenitische Hauptstadt Sanaa, die nahe einigen der höchsten Gipfel des Gebirges liegt.
Tierwelt mini|Mantelpavian bei Taif im Hedschas In dem Gebiet wurden Populationen des Arabischen Leoparden dokumentiert. Mantelpaviane kommen sowohl im Jemen als auch in Saudi-Arabien vor.
Kultur Die erhöhten Regenfälle in dieser Region Arabiens ermöglichten Landwirtschaft und schufen gleichzeitig eine einzigartige Kulturlandschaft. Seit jeher ist sie eine wichtige Handelsroute und wird auch von Pilgern aus dem Jemen nach Mekka durchquert. Die Steilwand, die sich von Jizan bis Al-Baha erstreckt und in Taif endet, bot ihren Bewohnern im Laufe der Jahrhunderte auf natürliche Weise Unabhängigkeit und Schutz. Im 19. Jahrhundert wurden als Reaktion auf osmanische Überfälle die sogenannten „hängenden Dörfer“ und Festungen errichtet, wobei die unzugänglichsten Bergregionen genutzt wurden, um der lokalen Bevölkerung Zuflucht zu bieten. Seit 2023 stehen die ländlichen Kulturlandschaften des Sarawat-Gebirge auf der Tentativliste für das UNESCO-Weltkulturerbe.
Galerie
Siehe auch Südarabien Tihama
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Saudi-Arabien) Kategorie:Geographie (Jemen)