mini|hochkant=1.4|Das Kolumbarium Duisburg an der Wintgenstraße Das Kolumbarium Duisburg (Adresse Wintgenstraße 72) ist ein denkmalgeschütztes Gebäude im Duisburger Stadtbezirk Mitte, Stadtteil Duissern. Die ehemalige Kirche wird seit 2012 als Kolumbarium genutzt.

Geschichte Das Kolumbarium Duisburg entstand zwischen 1966 und 1971 als erster Betonrundbau in Nordrhein-Westfalen. Vorausgegangen war ein Wettbewerb, der vom Architekten Lothar Kallmeyer gewonnen worden war. Die Kirche gehörte zur Lutherkirchengemeinde in Duissern. Ursprünglich sollte der Bau um eine Kindertagesstätte und ein Jugendheim erweitert werden, die dafür nötigen Bauten wurden allerdings nie ausgeführt. Der Grund hierfür war, dass die Planungen der ThyssenKrupp AG zum Bau einer großen Arbeitersiedlung in der Umgebung des Gotteshauses nicht realisiert wurden.

Zwischenzeitlich umfasste der Teilgemeinde-Sprengel der Kirche 4000 Gläubige. Mit abnehmender Besucherzahl wurden um die Jahrtausendwende herum Stimmen lauter, die eine Schließung des Gemeindezentrums forderten. Im Jahr 2004 schloss die Kirche schließlich ihre Pforten. Obwohl das Anwesen im Jahr 2008 in die Denkmalliste der Stadt Duisburg eingetragen wurde, stand es in den folgenden Jahren leer und verfiel.

Die Gemeinde nahm an einem Modellversuch zur Kirchenumnutzung teil, die Verhandlungen mit verschiedenen Mietern liefen allerdings mehrere Jahre ins Leere. Im Jahr 2010 erhielt schließlich der Bestatter Friedhelm Jung den Zuschlag für das Gebäude, der hier ein Kolumbarium einrichten wollte. Ab 2011 wurde das Innere des Bauwerks der neuen Nutzung entsprechend umgebaut, 2012 folgte die Außenfassade. Am 28. Januar 2012 wurde das Kolumbarium mit einem Festgottesdienst eingeweiht.Susanne Schulten: Das Kolumbarium an der Wintgenstraße. In: Duisburger Jahrbuch 2013. Mercator-Verlag, Duisburg 2013, ISBN 978-3-87463-515-8. S. 100 f. Das Kolumbarium ist heute Teil der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Duisburg.

Architektur mini|Eingangsportal des Kolumbariums Das Kolumbarium Duisburg präsentiert sich als spitzoval zulaufender Bau. Es ist im Stil des Brutalismus der deutschen Nachkriegsmoderne vollständig aus Beton geschaffen, wobei die einzelnen Elemente außen sichtbar voneinander getrennt sind. Die ehemalige Kirche besitzt einen ebenfalls aus Beton geschaffenen Glockenturm, der allerdings leer ist. Mehrere langgestreckte Fensteröffnungen, die teilweise die gesamte Höhe des Baus einnehmen, prägen die Anlage. Sie weisen außen Glasbausteine auf und schließen nach oben hin mit Holzverkleidungen ab. Auf Höhe des Eingangsportals befindet sich eine ebenfalls aus Beton geschaffene Jahreszahl 1971, die das Jahr der Kirchenweihe symbolisiert.

Ausstattung Die Ausstattung des Kolumbariums wurde im Zuge des Umbaus an die neuen Bedarfe angepasst. Zur Aufnahme der Urnen, die zwölf Jahre lang im Gebäude aufbewahrt werden, schuf man Erlenregale. Auch das Parkett wurde aus Erle geschaffen. Mehrere Kunstwerke gelangten bereits vor 2004 hierher. So brachte man Darstellungen bedeutender Reformatoren der Künstlerin Petra Eilert an, die diese im Jahr 2001 im Rahmen der Veranstaltung „Kunst trifft Kirche“ geschaffen hatte. 1996 gelangte eine Installation des Künstlers Mic Leder ins Innere, 1997 schuf Uwe Appold den sogenannten Elia-Zyklus mit der Darstellung einer brennenden Welt.Susanne Schulten: Das Kolumbarium an der Wintgenstraße. In: Duisburger Jahrbuch 2013. Mercator-Verlag, Duisburg 2013, ISBN 978-3-87463-515-8. S. 98.

Den Mittelpunkt des heutigen Kolumbariums bildet heute das Werk „Neben der Glut ist das Licht“, das im Zuge der Umwidmung zum Kolumbarium vom Duisburger Künstler Gerhard Losemann geschaffen wurde. In den Räumlichkeiten werden außerdem einige Werke des Künstlers Kurt Budewell präsentiert. Ein in Richtung Wintgenstraße angebrachter Fries des Künstlers Werner Habig sorgt für Akzente. Eine flachgedeckte Holzdecke schließt den Bau nach oben hin ab. Die Kirchenbänke wurden aus der Lutherkirche übernommen.Susanne Schulten: Das Kolumbarium an der Wintgenstraße. In: Duisburger Jahrbuch 2013. Mercator-Verlag, Duisburg 2013, ISBN 978-3-87463-515-8. S. 103.

Literatur Susanne Schulten: Das Kolumbarium an der Wintgenstraße. In: Duisburger Jahrbuch 2013. Mercator-Verlag, Duisburg 2013, ISBN 978-3-87463-515-8. S. 96–103.

Weblinks

Offizielle Website des Kolumbariums Big Beautiful Buildings: Kolumbarium Duisburg Evangelische Kirchengemeinde Alt-Duisburg: Kolumbarium

Einzelnachweise

Duisburg Duisburg Kategorie:Baudenkmal in Duisburg Duisburg Kategorie:Erbaut in den 1970er Jahren Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Duisburg Kategorie:Duissern Kategorie:Kirchengebäude in Duisburg Duisburg