Stephen Philip „Steve“ Sedgley (* 26. Mai 1968 in Enfield) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler. Als Innenverteidiger und defensiver Mittelfeldspieler war er vor allem für seine Zeit bei den Erstligisten Coventry City und Tottenham Hotspur bekannt. Größter Erfolg war der zweifache Gewinn des FA Cups in den Jahren 1987 und 1991 mit den beiden Vereinen.

Sportlicher Werdegang Vereinskarriere Sedgley wurde im Norden Londons geboren und entstammt einer fußballaffinen Familie; sein Vater Gordon Sedgley hatte zwar nur im Amateurfußball gespielt, dort aber mit dem FC Wealdstone und dem FC Enfield in den Jahren 1966 und 1967 im Finale des FA Amateur Cups, das jeweils im Wembley-Stadion ausgetragen wurde, gestanden. Im frühen Alter war der junge Steve begeisterter Anhänger von Tottenham Hotspur, besuchte häufig Spiele an der White Hart Lane und eiferte seinem frühen Idol John Pratt nach. Im Alter von 13 Jahren schloss er einen Schülervertrag bei den „Spurs“ ab, jedoch seine Hoffnungen auf dem Weg zum Profispieler erhielten im Jahr 1985 einen Rückschlag, da er im Alter von 16 Jahren aus dem Jugendbereich des Vereins aussortiert wurde. Glücklicherweise fand sich mit dem Erstligakonkurrenten Coventry City schnell ein adäquater Ersatz und unter dem Jugendtrainer John Sillett, den der Klub später zum Cheftrainer der Profimannschaft beförderte, wurde aus Sedgley ein vielseitiger und kampfstarker Spieler geformt, der sowohl in der Verteidigung als auch im Mittelfeld eingesetzt werden konnte. Sedgley stieg schließlich in die Reservemannschaft der „Sky Blues“ auf und im Juni 1986 erhielt er seinen ersten Profivertrag.Steve Sedgley (Tottenham Hotspur)Steve set to face the the Tractor Boys for CCFPA (CCFPA)

Während seiner Zeit bei Coventry City von 1986 bis 1989 bestritt Sedgley wettbewerbsübergreifend 103 Pflichtspiele und erzielte dabei fünf Tore. In seiner Debüt-Saison 1986/87 absolvierte er 26 von 42 Erstligapartien und war Teil des Kaders, der den FA Cup gewann. Beim 3:2-Finalsieg nach Verlängerung ausgerechnet gegen die Spurs saß er jedoch nur auf der Ersatzbank. Im dritten Jahr steuerte Sedgley 31 Einsätze in der damaligen First Division auf dem Weg zur besten Ligaplatzierung seiner Zeit auf Rang 7 bei. Im Juli 1989 wechselte Sedgley für eine Ablösesumme von 750.000 Pfund zu seinem Ex-Jugend-Klub Tottenham Hotspur zurück. Bei dem von Terry Venables trainierten Verein fand sich Sedgley schnell zurecht, zunächst als defensiver Mittelfeldspieler und später in der Innenverteidigung an der Seite von Gary Mabbutt. In seinen fünf Spielzeiten bei Tottenham zwischen 1989 und 1994 absolvierte Sedgley deutlich mehr als 200 Pflichtspiele und bereits in seinem ersten Jahr hatte er sich einen Stammplatz in einem Team erobert, das auf dem dritten Liga-Platz abschloss. In der darauffolgenden Saison feierte er seinen größten Erfolg, als er auf dem Weg ins Finale des FA Cups keine Spielminute verpasste, darunter beim 3:1-Halbfinalsieg gegen den späteren Meister und Lokalrivalen FC Arsenal im Wembley-Stadion. Sedgley stand auch im Finale gegen Nottingham Forest in der Startelf; Tottenham gewann die Partie mit 2:1 nach Verlängerung und sicherte sich damit den achten FA-Cup-Titel der Vereinsgeschichte. Dadurch qualifizierte sich der Klub auch für den Europapokal der Pokalsieger, in dem Sedgley mit den Spurs im Viertelfinale an Feyenoord Rotterdam scheiterte. Seine Zeit bei Tottenham ging dann unter dem neuen Trainer Ossie Ardiles zu Ende, nicht ganz Misstöne, und so wechselte Sedgley im Juni 1994 zum Ligakonkurrenten Ipswich Town.

Für die „Tractor Boys“ war in den drei Spielzeiten von 1994 bis 1997 eine feste Größte und sorgte als Innenverteidiger sowie im Mittelfeld für defensive Stabilität. Den Abstieg als Tabellenletzter im ersten Jahr konnte er zwar nicht verhindern, aber er blieb dem Verein auch in der zweiten Liga treu und war dabei zentrales Element beim Neuaufbau unter Trainer George Burley. Er absolvierte 79 Zweitliga-Partien und traf dabei elfmal. Sein letztes Spiel für Ipswich absolvierte er im Playoff-Halbfinale gegen Sheffield United am 14. Mai 1997, das knapp aufgrund der Auswärtstorregel mit dem Ausscheiden endete. Im Juli 1997 zog Sedgley weiter für eine Ablösesumme von 500.000 Pfund zum Zweitligakonkurrenten Wolverhampton Wanderers – der Transfer beinhaltete den Wechsel von Mark Venus in die entgegengesetzte Richtung.Ex-Blues star charged with assault (East Anglian Daily Times) Bei den „Wolves“ verbrachte Sedgley weitere dreieinhalb Jahre in der Zweitklassigkeit. Die besten Resultate erzielte der Klub in den Spielzeiten 1998/99 und 1999/2000 auf dem jeweils siebten Abschlusstabellenplatz, wodurch in beiden Fällen knapp die Aufstiegs-Playoffs verpasst wurden; Sedgley absolvierte hier 82 von 92 möglichen Ligabegegnungen. Eine wiederkehrende Knieverletzung, die sich im Oktober 2000 verschlimmerte, zwang Sedgley nur zwei Monate später im Alter von 32 Jahren zum Rücktritt und beendete damit seine Karriere als Profifußballer.Where are they now? FA Cup hero, Steve Sedgley (Tottenham Hotspur)Steve SEDGLEY - Wolverhampton Wanderers - League appearances. (Sporting Heroes)

Englische Auswahlmannschaften Als Ergebnis seiner stabilen Leistungen für Coventry City wurde Sedgley mehrfach für die englische U-21-Auswahl nominiert. Seine ersten drei Länderspiele bestritt er im Jahr 1987 im Rahmen des Turniers von Toulon, in dem England den fünften Platz belegte. Nächster Auftritt war am 13. April 1988 im Rahmen der U-21-Europameisterschaft das Halbfinalhinspiel gegen Frankreich, das mit 2:4 verloren ging und nach einem Remis im Rückspiel zum Ausscheiden führte. Zehn seiner letztlich elf U-21-Länderspiele bestritt er während seiner Zeit in Coventry; der letzte Auftritt als Tottenham-Spieler ging am 5. September 1989 mit 0:1 in Schweden verloren. A-Länderspiele für England waren ihm nicht vergönnt, da ihm beispielsweise in der Abwehr Konkurrenten wie Terry Butcher und Des Walker vorgezogen wurden.England Under-21: 1976-1990 (England Football Online)

Nach der Fußballerkarriere Nach Ende der aktiven Laufbahn wechselte Sedgley ins Trainergeschäft und schloss sich dem FC Kingstonian als Assistent von Geoff Chapple an. Im Oktober 2001 wurde Chapple nach dem Abstieg aus der Football Conference in die Isthmian League entlassen und nach dem Rücktritt von Interimstrainer Bill Williams wurde Sedgley umgehend zum Cheftrainer befördert. Sedgleys Amtszeit, die 14 Monate bis Dezember 2002 andauerte, war geprägt durch ein Insolvenzverfahren, wodurch die Freistellung von neun erfahrenen Spielern notwendig wurde. Vor dem Hintergrund war der 14. Abschlusstabellenplatz (von 22 Mannschaften) in der Saison 2001/02 ein Achtungserfolg. Mit dem Einstieg der neuen Eigentümerfamilie Khosla spitzten sich jedoch die Spannungen zu, was zu Auseinandersetzungen über finanzielle Angelegenheiten, Vertragsmodalitäten und die künftige Ausrichtung des Vereins führte. In deren Folge trat Sedgley im Dezember 2002 von seinem Amt zurück.Sedgley quits - Harris set to take over at Ks (News Shopper)

Im Oktober 2005 wurde Sedgley Jugendtrainer beim Zweitligisten Luton Town, nachdem ihn Cheftrainer Mike Newell zufällig bei dem gemeinsamen Besuch einer Gaststätte davon überzeugt hatte. Das Engagement dauerte bis zum Jahr 2007, nachdem Newell bereits im Januar desselben Jahres entlassen worden war. Dies führte zu erheblichen Turbulenzen im Verein und hatte zur Folge, dass Sedgley sowie weitere Mitglieder des Trainerstabs ihre Posten verloren. Sportlich ging es für den Verein rapide abwärts und nach dem Abstieg als Tabellenletzter, wurden Luton für die anschließende Drittligasaison 2007/08 aufgrund eines Insolvenzverfahrens zehn Punkte abgezogen, was in den nächsten Abstieg mündete.Sedgley, Steve (Wolves Complete History)

Während der 2000er-Jahre ließ sich Sedgley mit seiner Familie zeitweise in Barbados nieder. In den 2010er-Jahren kehrte er nach England zurück und widmete sich dem Bauwesen. Dazu erlernte er das Fliesenlegerhandwerk und gründete in dem Bereich ein Unternehmen.COYS CONSTRUCTION LIMITED (Gov.UK)

Titel/Auszeichnungen Englischer Pokal (2): 1986/87 (ohne Finaleinsatz), 1994/95 Englischer Superpokal (1): 1991 (geteilt)

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Einzelnachweise

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