Johannes Franck (* 27. April 1854 in Bendorf; † 23. Januar 1914 in Bonn) war ein deutscher Germanist und Hochschullehrer.Otto Wenig (Hrsg.): Verzeichnis der Professoren und Dozenten der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 1818-1968. Bouvier, Bonn 1968, S. 79 (mit biografischen Daten).

Leben und Wirken Johannes Franck studierte von 1872 bis 1876 Germanistik an der Universität München und der Universität Straßburg. Seine Promotion zum Dr. phil. erfolgte 1876 an der Universität Straßburg bei Wilhelm Scherer. Anschließend hielt er sich längere Zeit in Leiden auf und beschäftigte sich dort vor allem mit der Niederländischen Philologie. Im Jahre 1879 habilitierte er sich an der Universität Bonn und lehrte dort seit 1886 zunächst als außerordentlicher, ab 1912 als ordentlicher Professor für Germanistik, insbesondere für Niederdeutsche und Niederländische Sprache. Für seine Forschungen wurde er mit den Mitgliedschaften in der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften (1885) und der Koninklijke Academie voor Nederlandse Taal en Letteren (1887) geehrt. Franck begann neben seinen Forschungen zum Mittelniederländischen und Altfränkischen mit einer Materialsammlung für ein Rheinisches Wörterbuch.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Flandrijs. Fragmente eines mittelniederländischen Rittergedichtes (= Quellen und Forschungen zur Sprach- und Kulturgeschichte der germanischen Völker, Bd. 18). Trübner, Strassburg 1876 (Reprint: de Gruyter, Berlin 2018), ISBN 978-3-11-099364-6. (Hrsg.): Jakob van Maerlant / Alexanders geesten. Wolters, Groningen 1882. Mittelniederländische Grammatik mit Lesestücken und Glossar. Weigel, Leipzig 1883 (2. neubearb. Aufl. Tauchnitz, Leipzig 1910). Etymologisch woordenboek der Nederlandsche taal. Nijhoff, S'Gravenhage 1892 (Nachdruck der 2. Aufl. 1971, ISBN 90-247-5109-8) (Hrsg.): Jakob van Maerlant / Strophische Gedichten. Wolters, Groningen 1898. (mit Joseph Hansen): Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hexenwahns und der Hexenverfolgung im Mittelalter. Mit einer Untersuchung der Geschichte des Wortes Hexe. Georgi, Bonn 1901 (Reprint: Olms, Hildesheim 2003, ISBN 3-487-05915-0). Altfränkische Grammatik. Laut- und Flexionslehre (= Grammatiken der althochdeutschen Dialekte, Bd. 2). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1909 (Nachdruck 1971).

Außerdem mehrere Aufsätze in niederländische und deutschen Fachzeitschriften.

Literatur

Cola Minis: Johannes Franck (1854–1914). In: Bonner Gelehrte. Beiträge zur Geschichte der Wissenschaften in Bonn. Bd. 3: Sprachwissenschaften. Bouvier, Bonn 1970, S. 91–99.

Einzelnachweise

Kategorie:Germanist Kategorie:Niederlandist Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1854 Kategorie:Gestorben 1914 Kategorie:Mann