mini|Johanniskirche in Eschede (2009) Die Johanniskirche in der niedersächsischen Gemeinde Eschede, Osterstraße, im Landkreis Celle, wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut. Sie gehört zum Sprengel Lüneburg im Kirchenkreis Celle in der Landeskirche Hannover. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Eschede).

Geschichte Nach 800 wurden in der Region Bistümer, Klöster und auch Kirchspiele gegründet. Die Christen aus Eschede und Umgebung waren zunächst dem Hauptort des Gaues Grethinge, Beedenbostel, als Archidiakonat zugeordnet.

Wohl von 1197 bis 1365 ist das 1065 belegte Eschede ein Kirchdorf geworden (kerkspeele to Esche). Eine Kirche entstand in Eschede auf dem sogenannten Theiberg. Die im Osten des Dorfes gelegene Kirche war wohl eine Stiftung des welfischen Landesherrn. Es gibt jedoch nur wenige Überlieferungen zur Entwicklung der Vorgängerkirche. 1438 gehörte der Ort zur lüneburgischen Vogtei Beedenbostel. Die Reformation wurde im Fürstentum Lüneburg 1527 durch Ernst den Bekenner eingeführt. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist eine Kirchspielschule in Eschede belegt. Zum Kirchspiel gehört auch das Dorf Habighorst, dessen adelig freier Hof 1702 aus dem Erbe der von Habighorst an die Familie von Melvill und nach dem Tod des Generals Georg Ernest von Melvill († 1742) an die Familie von der Schulenburg kam. mini|Glocken von 1922 mini|hochkant|Turm (2014) Gemäß Aufzeichnungen von 1669 bis 1712 zum Zustand einer gemauerten (Chronik Göhrke, Seite 10) war die Kirche so baufällig geworden, dass 1712/13 ein Neubau erforderlich wurde. In dessen Umrissen ist das Kirchengebäude auch heute noch vorhanden (Broschüre 300 Jahre Johanniskirche).

Beschreibung Gebäude Die barocke massive verputzte Saalkirche mit Langhaus und fünfseitigem Chorabschluss mit hohlpfannengedecktem Walmdach wurde durch den Maurermeister Diedrich Goldberg 1712/13 gebaut. Sie hat eine nördliche und eine westliche Vorhalle. Die Fassaden haben rundbogige Sprossenfenster. Der Sakristeianbau am Chor stammt von 1853/56. Um 1986/87 fand eine Sanierung des Gebäudes statt.Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen

Turm Der westliche freistehende Glockenturm aus Holz mit gekehltem Pyramidendach in roter Hohlpfannendeckung und mit Wetterfahne wurde bereits 1710 erstellt. Der Turmschaft verjüngt sich nach oben, und die Wände sind vertikal verbohlt. Seine drei Glocken wurden 1917 eingeschmolzen und 1922 durch drei neue Stahlglocken ersetzt. Der Turm brannte 1978 vollständig ab. Der 1979 in Holzbauweise neu errichtete Turm erhielt drei neue Bronzeglocken.

Innenraum Der Innenraum ist durch Emporen auf Holzstützen in drei Schiffe geteilt, darüber befindet sich eine hölzerne Tonnendecke. Unter dem Altarraum befindet sich das Grabgewölbe der Familie von Melville von 1730, das im 19. Jh. teils entfernt und mit Sand verfüllt wurde.

Ausstattung Zur Ausstattung gehören u. a. Der barocke Kanzelaltar mit Darstellung des Heiligen Abendmahls und darüber ein fünfseitiger Kanzelkorb, ein Taufbecken mit Marmorunterbau und hölzernem Taufengel, das Epitaph (Grabinschrift) aus Alabaster der Familie von Melvill und je eine Holzplastik des Apostels Johannes und des Heiligen Christophorus

mini|Orgel (2009) Orgel Es ist aktuell die fünfte Orgel dieser Kirche, die nach 1775, 1855, 1922 und einer Interimsorgel (Orgelbau Hammer) dann 1968 eingebaut wurde. Die erste bekannte Orgel erhielt die 1775. Die von Zuberbries erbaute „Königin“ enthielt neun Register. Die Orgel von 1855 stammte von Eduard Meyer (Hannover) und hatte sieben Hauptmanuale, vier Obermanuale und vier Pedale. 1922 wurde eine pneumatische Orgel der Firma Faber & Greeve eingebaut mit acht Hauptmanuale, sieben Obermanuale und vier Pedale. 1968 kaufte die Kirche übergangsweise die Hammer-Orgel. 1987 wurde die neue Hillebrand-Orgel eingebaut mit fünf Manualen (Gedackt 8', Principal 4', Rohrflöte 4', Waldflöte 2' und Mixtur 3fach 1').

Zum Ensemble gehören auch das Pfarrhaus in Fachwerk mit dem Kirchenbüro, das Schwesternhaus als kleinerer Fachwerkbau, das Christophorushaus sowie auch die 1931 erbaute und 1962 erweiterte Auferstehungskapelle am Friedhof.

Kirchengemeinde Eschede war in der NS-Zeit eine Hochburg der Deutschen Christen, und Pastor Rose war Mitglied der NSDAP und der DC.Kirchengemeindelexikon: Eschede.

Die Kirchengemeinde Eschede erhielt 1969 den Namen Johanneskirchengemeinde nach dem Apostel Johannes, der in der christlichen Tradition mit dem „Lieblingsjünger“ Jesu aus dem Johannesevangelium identifiziert wird.Kirchengemeindelexikon: Eschede

Zu den Aktivitäten der Kirchengemeinde, Osterstraße 3, gehören Besuchsdienst, Kirchenchor, Gitarrengruppe „die Saitensprünge“, Kindergottesdienst, Seniorentanzgruppe, Frauenkreis, Seniorenkino und im Posaunenchor.

Der Friedhof und die Kapelle sind Eigentum der Kirchengemeinde. Er war früher auf dem den denkmalgeschützten Kirchhof mit historischen Grabsteinen und markanten Baumbestand. Er wurde 1837 nach Osten erweitert. 1848 erfolgte die Neuanlage eines Begräbnisplatzes auf dem Osterfeld, das 1894 erweitert wurde.

Weblinks

Kirchengemeinde Eschede

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Celle Johanniskirche Kategorie:Johannes-der-Evangelist-Kirche Kategorie:Kirchengebäude des Kirchenkreises Celle Kategorie:Saalkirche in Niedersachsen Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk in Niedersachsen Kategorie:Erbaut 1713 Kategorie:Kirchengebäude in Europa