Shoshana Persitz, auch Parsitz, (; geboren als Rosalia Gillelovna „Shoshana“ Zlatopolsky 16. November 1892 in Kiew, Russisches Kaiserreich; gestorben 22. März 1969 in Tel Aviv) war eine israelische Verlegerin und zionistische Politikerin. mini|hochkant|Shoshana Persitz (1951) mini|hochkant|Poster in Tel Aviv

Leben Shoshana Zlatopolsky war eine Tochter des Zuckerfabrikanten Hillel Zlatopolsky (1868–1932) und der Fania Mirkin, sie hatte einen Bruder. Ihr Vater war Zionist und Mitgründer von Keren Hayesod. Zlatopolsky besuchte eine Schule in Deutschland. Sie war seit 1909 in der von ihrem Vater gegründeten „Hovevei Sefat Ever“ (Organisation zur Stärkung der jüdischen Kultur), später „Tarbut“, aktiv, die Schulen und Kindergärten in Osteuropa gründete.

Sie heiratete 1911 den Rechtsanwalt Joseph Persitz (1886–1925), sie hatten vier Kinder, der Sohn Akiva (1912–1984) wurde Bankmanager, die Tochter Shulamit (1916–1998) heiratete den Buch- und Zeitungsverleger Gershom Schocken, Rita (1919–1993) war die erste weibliche Radiosprecherin beim Sender Kol Israel, die Schauspielerin Yemima (1922–1981) war Mitgründerin des Cameri-Theaters.

In Moskau gründete sie 1916 den hebräischsprachigen Verlag Omanut vornehmlich für Schulbücher, danach mit ihrem Mann 1917 in Bad Homburg vor der Höhe die Zeitung Omanut. Sie studierte an der Lomonossow-Universität und 1918 an der Faculté des Lettres de Paris und machte einen Hochschulabschluss. In Bad Homburg führte sie unter den jüdischen Emigranten, darunter Samuel Agnon und Chaim Bialik, einen Salon.Der jüdische Intellektuellenkreis in Bad Homburg 1921 bis 1925, in: Heinz Grosche, Klaus Rohde: Geschichte der Juden in Bad Homburg vor der Höhe 1866 bis 1945. Frankfurt am Main: Waldemar Kramer, 1991, S. 38–43 In der Vorbereitung ihrer Auswanderung nach Palästina starb 1925 in Bad Homburg ihr Mann, und sie emigrierte mit den Kindern und einem Sarg.

In Tel Aviv erneuerte Persitz unter dem Dach ihres Wohn- und Geschäftshauses den Verlag Omanut und brachte nun Schulbücher, zionistische Bücher für die israelische Staatsbildung und in Übersetzungen klassische europäische Belletristik heraus. Sie war von 1926 bis 1935 Schulstadträtin in Tel Aviv und Mitglied der Schulabteilung des von der gewählten Repräsentantenversammlung der Juden als Exekutive eingesetzten Nationalausschusses (Vaad Leumi).

Sie war Parteimitglied der von Chaim Weizmann und Jisra’el Rokach geprägten bürgerlichen Partei Tzionim Klaliym (Allgemeine Zionisten) und von 1948 bis 1954 Vorsitzende der Frauenorganisation der Partei. Von der ersten Wahlperiode 1949 bis zum Ende der dritten 1959 war sie für die Partei Abgeordnete der Knesset, sie wurde zweimal wiedergewählt. Sie wirkte als Vorsitzende des Schulausschusses.

Persitz wurde 1968 mit dem Israel-Preis ausgezeichnet. In Tel Aviv ist nach ihr eine Straße benannt, bei der die Stadtbahn eine Haltestelle hat.

Weblinks

Racheli Edelman: Shoshana Persitz, bei Jewish Women’s Archive (JWA) [Edelman, geboren 1942, ist eine Enkelin] Sosana Parsitz, bei Prabook Shoshana Persitz, bei der Knesset (englisch)

Einzelnachweise

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