August Ludwig Heinrich Freiherr von Blomberg (* 21. August 1790 in Schloss Iggenhausen bei Lage (Lippe); † 7. Dezember 1857 in Linz) war ein deutscher Diplomat. Blomberg war königlich württembergischer Außerordentlicher Gesandter und Bevollmächtigter Minister in Österreich sowie Bundestagsgesandter in Frankfurt am Main.
Leben Familie August Ludwig Heinrich Freiherr von Blomberg entstammte dem Adelsgeschlecht von Blomberg, eine Familie die ursprünglich deutsch-baltischer Herkunft war und die 1670 den Reichsfreiherrenstand erhielt. Das Geschlecht teilte sich in zwei Linien. Die erste Linie hatte einen kurländischen und einen preußischen Ast, Angehörige der zweiten Linie gelangten später im Fürstentum Lippe-Detmold und in Österreich zu Besitz und Ansehen.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1859. 9. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1859, Seite 71–73.
Ludwig Wolfart Alexander Freiherr von Blomberg (* 20. Oktober 1738 in Detmold; † März 1807 in Lemgo), aus der zweiten westfälischen Linie, wurde fürstlich lippischer Hofrichter und Landrat. Er heiratete in dritter Ehe Sophie Katharina Friederike Freiin Schott von Schottenstein (* 28. August 1753; † 19. Dezember 1819) aus dem Haus Hohenaltheim.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1892. 42. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1892, Seite 54–57. Sie waren die Eltern von August Ludwig.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1870. 20. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1870, Seite 69–72. Seine älteren Brüder waren der Dichterjurist Wilhelm von Blomberg und der Offizier und Dichter Alexander von Blomberg. Ein Halbbruder aus einer früheren Ehe seines Vaters, war der preußische Landrat und Dichter Georg Moritz von Blomberg.
Beruflicher Werdegang Blomberg studierte Rechtswissenschaften und Kameralwissenschaften an der Universität Tübingen und wurde nach bestandenem Staatsexamen im Juli 1813 in den württembergischen Staatsdienst übernommen. Er arbeitete zunächst als Assessor bei der Krondomänensektion und wurde zum Kammerjunker ernannt. Im April 1814 erfolgte seine Beförderung zum Geheimen Kabinettssekretär. Noch im Herbst 1814 wurde Blomberg nach Frankfurt am Main versetzt und gleichzeitig zum Geschäftsträger der Gesandtschaft in Hannover im Königreich Hannover ernannt. Für seine Verdienste erhielt er den Titel eines Kammerherren und wurde im Sommer 1816 zum Legationsrat befördert. Ab 1817 war Blomberg Ministerresident in der Freien Stadt Frankfurt und seit 1821 als solcher auch in Darmstadt im Großherzogtum Hessen akkreditiert. Im Juli 1819 erfolgte seine Rangerhöhung zum Geheimen Legationsrat.Johannes Renz: Blomberg-Sylbach, Ludwig Heinrich August Freiherr von. In: Nicole Bickhoff (Bearb.): Gestatten, Exzellenzen. Die württembergische Gesandtschaft in Berlin. Landesarchiv Baden-Württemberg / Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-026342-0, Seite 92–93. 1823 bat er um Aufnahme in die Adelsmatrikel des Königreiches Württemberg, bei dem nicht in Württemberg begütertem Erbadel.Blomberg, Freiherren von: Gesuch des Freiherrn August von Blomberg um Aufnahme in die Adelsmatrikel. In: Landesarchiv Baden-Württemberg / Archivportal-D
Mitte April 1825 übernahm Blomberg durch königliches Dekret als Geschäftsträger für den württembergischen Gesandten Friedrich Wilhelm von Bismarck, die interimistische Leitung der Gesandtschaft in Berlin im Königreich Preußen. Die höheren Ausgaben in der preußischen Hauptstadt konnte er mit seinem Gehalt von 6000 Gulden nicht mehr bestreiten. Blomberg stellt ein Gesuch mit der Bitte um eine Gehaltserhöhung auf 8000 Gulden, dem aber auf Grund von Sparmaßnahmen nicht stattgegeben werden konnte. Erst 1828 wurden ihm die Mehrkosten aus der Ministerialkasse erstattet. Während seiner Arbeit in Berlin konnte er 1828 bei einer Benefizveranstaltung für die Errichtung des Schillerdenkmals in Stuttgart werben. Ein Jahr später war Blomberg in Berlin als württembergischer Vertreter Mitunterzeichner des Vertrages zwischen dem Süddeutschen Zollverein und dem Preußisch-Hessischen Zollverein, der beiden Seiten gegenseitig Zollfreiheit für inländische Produkte gewährte. Die Vereinbarung war ein bedeutender Schritt zur späteren Gründung des Deutschen Zollvereins.
Im Januar 1830 wurde Blomberg zum königlich württembergischen Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister in Wien im Kaisertum Österreich ernannt.Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie 1815–1963. Auswärtige Missionschefs in Deutschland und deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Sauer, München 2001, ISBN 978-3-598-11431-1, Seite 427. 1833 erhielt er den Rang eines württembergischen Staatsrates mit dem Titel Exzellenz und einem Gehalt von 18.000 Gulden. Im Mai 1841 wurde er als württembergischer Gesandter beim Bundestag des Deutschen Bundes nach Frankfurt am Main versetzt, wo er bis November 1849 tätig war.Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie 1815–1963. Auswärtige Missionschefs in Deutschland und deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Sauer, München 2001, ISBN 978-3-598-11431-1, Seite 423.
Im Ruhestand ließ sich Blomberg dauerhaft in Österreich nieder. Er hatte bereits 1836 die Herrschaft Niederachleiten mit dem Schloss Achleiten bei Strengberg erworben, das er zu seinem Alterssitz ausbauen ließ.Carl von Gochnat: Nieder-Oesterreichischer Dominien-Schematismus für das Jahr 1848. Ein Handbuch des ganzen Personalstandes von den sämmtlichen Dominien in Oesterreich unter der Ens (etc.) Verlag bei Edlen von Schmidbauer und Holzwarth, Wien 1848, Seite 108–109. August Ludwig von Blomberg starb am 7. Dezember 1867 morgens halb eins, im Alter von 67, an den Folgen eines Schlaganfalls in Linz. Er war außerdem Erb- und Gerichtsherr der Fideikommisse zu Iggenhausen, Schackenburg, Talle und Sylbach (heute Ortsteil von Holzhausen).Todesanzeige. In: Außerordentliche Beilage zu Nr. 349 der Allgemeinen Zeitung. Ausgabe: Augsburg / Dienstag 18. Dezember 1857, Seite 2.
Blomberg war unter anderem Träger des Ritterkreuzes 1. Klasse des österreichischen Ordens der Eisernen Krone, des Großkreuzes des württembergischen Friedrichs-Ordens, des Komturkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone, des Ritterkreuzes 2. Klasse des preußischen Roten Adlerordens und des Komturkreuzes des Verdienstordens der Bayerischen Krone.
Ehe August Ludwig Freiherr von Blomberg heiratete am 1. August 1829 in Adelsborn Friederike Wilhelmine Christine (* 17. September 1804), eine geborene Freiin von Wintzingeroda aus dem Haus Adelsborn und Tochter des königlich preußischen Hauptmanns und Freiherren Johann Adolf Ernst von Wintzingeroda.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1858. 8. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1870, Seite 859.Eberhard von Wintzingerode: Stammbaum der Familie von Wintzingerode mit biographischen Erläuterungen. Dieterichsche Universitäts-Druckerei, Göttingen 1848, Nr. 53, Seite 126–129. Für die Hochzeit ließ sich Blomberg zwei Monate beurlauben. Die Ehe blieb kinderlos.
Literatur Todesanzeige. In: Außerordentliche Beilage zu Nr. 349 der Allgemeinen Zeitung. Ausgabe: Augsburg / Dienstag 18. Dezember 1857, Seite 2, (Digitalisat.) Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.): Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. 1. Band: Aa–Boyve. Friedrich Voigt, Leipzig 1859, Seite 472–474. (Digitalisat.) Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1859. 9. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1859, Seite 71–73. (Digitalisat.) Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1870. 20. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1870, Seite 69–72. (Digitalisat.) Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1892. 42. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1892, Seite 54–57. (Digitalisat.)
Tobias C. Bringmann: Handbuch der Diplomatie 1815–1963. Auswärtige Missionschefs in Deutschland und deutsche Missionschefs im Ausland von Metternich bis Adenauer. Sauer, München 2001, ISBN 978-3-598-11431-1, Seite 423 + 427. Johannes Renz: Blomberg-Sylbach, Ludwig Heinrich August Freiherr von. In: Nicole Bickhoff (Bearb.): Gestatten, Exzellenzen. Die württembergische Gesandtschaft in Berlin. Landesarchiv Baden-Württemberg / Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-026342-0, Seite 92–93.
Weblinks
Eintrag über Blomberg-Sylbach, August von in LEO-BW Eintrag über August Ludwig von Blomberg in Archivportal-D Eintrag über Blomberg, August Ludwig von in CERL Thesaurus
Einzelnachweise
Kategorie:Absolvent der Eberhard Karls Universität Tübingen Kategorie:Württembergischer Diplomat Kategorie:Gesandter in Preußen Kategorie:Botschafter in Österreich Kategorie:Gesandter eines Mitgliedstaates beim Deutschen Bund Kategorie:Träger des Ordens der Eisernen Krone (I. Klasse) Kategorie:Träger des Friedrichs-Ordens (Großkreuz) Kategorie:Träger des Ordens der Württembergischen Krone (Komtur) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Verdienstordens der Bayerischen Krone (Komtur) Kategorie:Kammerherr (Württemberg) Kategorie:Exzellenz (Württemberg) August Ludwig Kategorie:Freiherr Kategorie:Württemberger Kategorie:Geboren 1790 Kategorie:Gestorben 1857 Kategorie:Mann