mini|Verbreitungsgebiet der Braunkopf-Musendrossel
Die Braunkopf-Musendrossel (Catharus occidentalis) ist ein Singvogel aus der Familie der Drosseln (Turdidae).P. H. Barthel, C. Barthel, E. Bezzel, P. Eckhoff, R. van den Elzen, Ch. Hinkelmann & F. D. Steinheimer: Die Vögel der Erde - Arten, Unterarten, Verbreitung und deutsche Namen, 3. ergänzte Auflage, 2022, PDF
Der Vogel ist endemisch in Mexiko von Sonora und Chihuahua südlich bis Jalisco, von Coahuila und Nuevo León bis über die Sierra Volcánica Transversal, ferner in Guerrero und Oaxaca.
Früher wurde die Art als konspezifisch mit der Bergmusendrossel (Catharus frantzii) angesehen.
Der Lebensraum umfasst Kiefern- und Eichenwald von 1500–3500 oder 3700 m. ü. M.
Der Artzusatz kommt von .J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press, 1991, ISBN 0-19-854634-3.
Merkmale Der Vogel ist 15–18 cm groß und wiegt 22–37 g. Die Geschlechter unterscheiden sich nicht. Die Kopfseiten sind hell olivbraun, Kopfkappe und Nacken sind dunkel rostbraun, die Oberseite ebenso, aber etwas mehr olivfarben. Die Oberschwanzdecken und Steuerfedern sind rotbrauner als der Rücken. Die Innenfahnen der Schwungfedern sind an der Basis gelbbraun und formen bei ausgebreitetem Flügel einen blassen Streif. Kinn und Kehle sind matt gelbbraun bis weißlich, oder gräulich weiß, an der Kehle ist eine undeutliche blass graubraune oder olivfarbene Strichelung zu erkennen. Die Brust ist blass gelbbraun bis olive, etwas dunkler gestrichelt oder gefleckt. Die Flanken sind blass gräulich olivfarben, die übrige Unterseite blass grau.
Die Iris ist braun, der Oberschnabel dunkelbraun oder schwärzlich, der Unterschnabel gelblich mit grauer Spitze, die Beine sind blass fleischfarben oder rosafarben. Jungvögel sind rotbraun oder rötlich braun an der Oberseite, an Scheitel, Nacken, Rücken und kleinen Flügeldecken mit hell gelblichen Strichen oder Punkten versehen. Die Unterseite ist blass beigefarben, die Federn der Brust und Flanken haben olivefarbene Spitzen.
Die Art ist der Bergmusendrossel sehr ähnlich, auch der Goldschnabel-Musendrossel (Catharus aurantiirostris), die beide im gleichen Ausbreitungsgebiet vorkommen. Erstere hat jedoch keine dunkle Schnabelspitze, ist an der Unterseite dunkler grau ohne fleckige Zeichnung der Brust, ferner fehlt der Streif auf den ausgebreiteten Flügeln. Die Goldschnabel-Musendrossel hat einen hell orangefarbenen Schnabel und Augenring sowie gelbliche Beine und Füße.C. A. Soberanes-González, C. I. Rodríguez-Flores, M. d. C. Arizmendi, T. S. Schulenberg: Russet Nightingale-Thrush (Catharus occidentalis), version 1.0. In: T. S. Schulenberg (Herausgeber): Birds of the World. Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA 2020, doi:10.2173/bow.runthr1.01, Catharus occidentalis.
Geografische Variation Es werden folgende Unterarten anerkannt:IOC World Bird List 15.2 ThrushesAviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. doi:10.2173/avilist.v2025 AviList.v2025J. F. Clements, P. C. Rasmussen, T. S. Schulenberg, M. J. Iliff, J. A. Gerbracht, D. Lepage, A. Spencer, S. M. Billerman, B. L. Sullivan, M. Smith und C. L. Wood: The eBird/Clements Checklist of Birds of the world: v2025. 2025, Version 2025 Abgerufen am 23. Januar 2026. C. o. olivascens , 1899E. W. Nelson: Catharus olivascens. In: Proceedings of the Biological Society of Washington. Band 13, S. 31, 1899, Biodiversity Library – Nordwestmexiko (Sonora, Chihuahua bis Sinaloa und Durango), etwas größer, Oberseite olivbraun ohne rostrote oder rotbraune Farbtöne, Kehle und Brust dunkler gelbbraun mit deutlicher grauer Zeichnung, Flanken weniger grau überhaucht, mehr weiß. C. o. lambi , 1969A. R. Phillips: Catharus occidentalis lambi. In: The Auk. Band 86, Nr. 4, 1969, Digitalcommons, S. 612. – Zentralmexiko (Durango bis Jalisco und Coahuila bis Puebla), sehr blass, Kopfkappe mehr rotbraun, deutlicher gegen den Rücken abgesetzt, Brustflecken kleiner, aber schärfer demarkiert. Mit eingeschlossen ist die Unterart C. o. durangensis , 1969A. R. Phillips: Catharus occidentalis durangensis. In: The Auk. Band 86, Nr. 4, 1969, Digitalcommons, S. 613. C. o. fulvescens , 1897E. W. Nelson: Catharus occidentalis fulvescens. In: The Auk. Band 14, Nummer 1, 1897, Digitalcommons, S. 75. – Südwestmexiko (Jalisco bis Puebla bis Guerrero), heller rotbraun am Scheitel und Rücken heller und mehr gelblich braun, Unterseite heller. C. o. occidentalis , 1859, Nominatform – Südmexiko (Oaxaca).
Die Bergmusendrossel (Catharus frantzii) wurde lange als Unterart der Braunkopf-Musendrossel angesehen und dann als Catharus occidentalis frantzii bezeichnet.A. R. Phillips: An Ornithological Comedy of Errors: Catharus occidentalis and C. Frantzii. In: The Auk. Band 86, Nr. 4, 1969, , S. 605–623
Stimme Der Gesang wird als abwechslungsreiche, dünne Phrasen „she-vee-ee-i-lu“ oder „chee ti-vee“ beschrieben, mitunter ziemlich schnell wiederholt. Gegenüber dem Gesang der Bergmusendrossel fällt ein dürftiges Repertoire und quietschende oder rauschende Laute auf. Rufe sind ein leises, tiefes, etwas schroffes „chuk“ oder „chruk“ und ein nasales, miauendes Heulen.
Lebensweise Die Art ist überwiegend ein Standvogel, einige Populationen können Höhenwanderungen vornehmen.
Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und auch Früchten, die am Erdboden im Unterwuchs gesucht werden.
Die Brutzeit liegt zwischen April und Juli in Südmexiko. Das Nest ist eine Schale am Boden oder in einem kleinen Baum. Das Gelege besteht aus 2–3 blauen ungefleckten Eiern.
Gefährdungssituation Die Braunkopf-Musendrossel gilt als nicht gefährdet (Least Concern).
Literatur P. L. Sclater: Catharus occidentalis. In: Proceedings of the Zoological Society of London Band 27, Nummer 2, S. 323, 1859, Biodiversity Library
Weblinks
Macaulay Library
Einzelnachweise
Kategorie:Drosseln Kategorie:Endemisches Tier Mexikos