mini|Kirche Mölbis Die evangelische Kirche Mölbis ist eine im Kern gotische, durchgreifend barockisierte Saalkirche im Ortsteil Mölbis von Rötha im Landkreis Leipzig in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde im Leipziger Neuseenland im Kirchenbezirk Leipziger Land der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.
Geschichte und Architektur mini|Historische Ansicht um 1840 mit damals noch vorhandenem Schloss Die im Kern spätgotische Saalkirche wurde in den Jahren 1683–88 nach dem Vorbild der im Jahr 1672 vollendeten Schlosskapelle von Moritzburg eingreifend umgestaltet und nach Osten erweitert, wobei jedoch auf die in der östlichen Hälfte des Dachstuhls angelegte, hohe Einwölbung mit Tonnengewölbe letztlich verzichtet wurde. Eine Erneuerung erfolgte im Jahr 1878; eine Restaurierung wurde um 1960 durchgeführt, wobei allerdings die nach Süden angebaute Patronatsloge abgebrochen wurde; eine Außenrestaurierung im Jahr 1995. Nachdem im Jahr 2017 schwere Schäden festgestellt worden waren, wurde 2020 ein Förderverein gegründet, der die durch Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl stark gefährdete Kirche restauriert und nutzbar macht.Siehe hierzu die Informationstafel unter Commons sowie die Website des Fördervereins.
Das Bauwerk ist ein Putzbau mit geradem Schluss. An der Westseite befindet sich ein Mittelrisalit (möglicherweise der Rest eines älteren Turmes) mit spätgotischem Spitzbogenportal aus der Zeit um 1500, darüber ein quadratischer, ins Oktogon überführter Dachreiter mit Schweifhaube. Rundbogenfenster mit gotisierenden Sprossen erhellen das Bauwerk.
Der steile rechteckige Innenraum ist flachgedeckt mit Gewölbekehle, die Raumgestalt ist nach Schließung der seitlichen Logenöffnungen beeinträchtigt. Emporen auf gewundenen Säulen mit Balusterbrüstung sind eingezogen, im Westen zweigeschossig und halbkreisförmig zurückschwingend, im Osten eingeschossig.
Ausstattung Das Hauptstück der Ausstattung ist ein hochbarocker Altar mit gestaffelter Säulenrahmung und Auszug; anstelle der ursprünglichen Gemälde ist ein hölzerner barocker Kruzifixus eingefügt. Die hölzerne Taufe in Balusterform stammt aus der Zeit um 1760. Eine Bronzegrabplatte mit Rankenwerk erinnert an Christoph Dietrich von Bose († 1708). Ein großes Leinwandbild mit Dreiviertelporträt des Adam Heinrich von Bose stammt von Elias Gottlob Haußmann und ist mit der Jahreszahl 1748 bezeichnet.
Die Orgel ist ein Werk von Reinhard Schmeisser aus dem Jahr 1965 mit sechs Registern auf einem Manual und Pedal.
Umgebung Von der ehemals unmittelbar östlich der Kirche gelegenen dreiflügeligen Schlossanlage von 1717 sind nach Abbruch im Jahr 1946 nur noch Reste der Parkanlage und ein neubarock überformtes Gartenhaus erhalten.
Literatur
Weblinks
Website der Kirchengemeinde im Leipziger Neuseenland
Einzelnachweise
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