Bundesland (D): Nordrhein-WestfalenHessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz
Der Rhein-Ruhr-Express (kurz: RRX) ist ein in der Umsetzung befindliches Infrastrukturprojekt, um den Regionalverkehr auf der Kernstrecke des Ruhrgebietes und des zentralen Rheinlandes von Dortmund über Essen, Duisburg und Düsseldorf nach Köln durch dichtere Taktfrequenzen und höhere Beförderungskapazitäten aufzuwerten. Der RRX soll die bisher vorhandenen Regional-Express-Linien in diesem Korridor ersetzen. Die Züge stellen dabei wie die bisherigen RE-Linien Verbindungen mit anderen Landesteilen Nordrhein-Westfalens und zu benachbarten Bundesländern her. Teil des Milliardenprogramms sind neue Züge des Typs Siemens Desiro HC, eine gesteigerte Infrastrukturleistungsfähigkeit und modernisierte Stationen. Schon die neuen Züge trügen nach Angaben der Betreiber allein durch ihre höhere Beschleunigung und größere Zahl an Sitzplätzen zu mehr Pünktlichkeit bei. Seit dem 9. Dezember 2018 fahren die ersten Züge zwischen Düsseldorf und Kassel, und seit dem 6. Mai 2019 zwischen Wesel und Koblenz. Prognosen erwarten durch das Projekt eine Verlagerung zwischen 24.000 und 31.000 Pkw-Fahrten pro Tag auf die Schiene.
Die endgültige Fertigstellung der RRX-Infrastruktur soll in den 2030er Jahren erfolgen. Die Infrastrukturmaßnahmen für den RRX sind im Bundesverkehrswegeplan 2030 als Vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung eingestuft.
Linienplanungen Das geplante Liniennetz des RRX ist stets Änderungen unterworfen. Während sich das ursprüngliche Konzept aus dem Jahr 2006 auf sechs RRX-Linien mit Endpunkten außerhalb des Kernkorridors in Koblenz, Aachen, Emmerich, Münster und Minden beschränkte, hat sich die Zahl der geplanten Linien und Endpunkte bis heute stetig weiterentwickelt. Dies ist insbesondere der Tatsache geschuldet, dass die prognostizierten Nachfragesteigerungen aus der Studie von 2006 bereits 2015 auf einigen Streckenabschnitten überschritten wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden keine der geplanten Maßnahmen an der Infrastruktur realisiert und auch das geplante Linienkonzept wurde nicht umgesetzt.
Auf der Kernstrecke zwischen Dortmund und Köln soll ein Viertelstundentakt durch Überlagerung von vier im Stundentakt verkehrenden RRX-Linien angeboten werden. Ausgehend von der Kernstrecke werden die RRX-Linien auf die Zulaufstrecken mit den folgenden Taktangeboten verlängert: : Dortmund – Hamm – Paderborn – Kassel-Wilhelmshöhe : Dortmund – Hamm – Bielefeld : Dortmund – Hamm – Bielefeld – Minden /: Köln – Aachen (Halbstundentakt) /: Köln – Bonn – Koblenz (Halbstundentakt, nach Süden hin verschoben wegen zusätzlichen Halten des RRX4)
Die vier zwischen Dortmund und Köln gebündelten RRX-Linien sollen ebenfalls durch die folgenden weiteren RRX-Linien ergänzt werden: : Münster – Dortmund – Gelsenkirchen – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Neuss – Köln – Köln/Bonn-Flughafen : Bocholt / Emmerich – Wesel – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf : Osnabrück – Münster – Gelsenkirchen – Essen – Mülheim an der Ruhr – Duisburg – Düsseldorf
Auch diese drei Linien verkehren jeweils im Stundentakt. Durch die Überlagerung des RRX 3, RRX 5 und des Rhein-IJssel-Express (RE 19) soll aus Richtung Emmerich zwischen Oberhausen und Düsseldorf ein 20-Minuten-Takt angeboten werden.
Nach dem Bundesverkehrswegeplan 2030 ergibt sich folgendes Betriebskonzept:
Dortmund – Bochum – Bochum-Wattenscheid – Essen – Duisburg – Düsseldorf-Flughafen – Düsseldorf – Düsseldorf-Benrath – Leverkusen – Köln-Messe/Deutz – Köln – Köln-Ehrenfeld – Horrem – Düren – Langerwehe – Eschweiler – Stolberg – Aachen-Rothe Erde – Aachen Ersetzt zwischen Aachen und Dortmund den NRW-Express (RE 1), der derzeit weiter bis Hamm verkehrt, jedoch ohne Halt in Mülheim an der Ruhr und Köln-Mülheim. Bei einem Halt in Köln-Mülheim ohne Ausbau der Hohenzollernbrücke blockiert der RRX 1 den Fernverkehr, die Verlängerung ab Dortmund über Lünen nach Münster ist im Bundesverkehrswegeplan als potenzieller Bedarf ausgewiesen. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe plant bei nicht bereitstehender Infrastruktur eine Verlängerung über Hamm und Drensteinfurt nach Münster. Kassel-Wilhelmshöhe – Hofgeismar – Warburg – Willebadessen – Altenbeken – Paderborn – Lippstadt – Soest – Hamm – Kamen – Dortmund – Bochum – Bochum-Wattenscheid – Essen – Duisburg – Düsseldorf-Flughafen – Düsseldorf – Düsseldorf-Benrath – Leverkusen – Köln-Mülheim – Köln-Messe/Deutz – Köln – Köln-Ehrenfeld – Horrem – Düren – Langerwehe – Eschweiler – Stolberg – Aachen-Rothe Erde – Aachen Ersetzt den Rhein-Hellweg-Express (RE 11) zwischen Kassel und Düsseldorf, jedoch auch ohne Halt in Mülheim an der Ruhr. Münster – Dortmund – Dortmund-Mengede – Castrop-Rauxel – Herne – Herne-Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Essen-Altenessen – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf-Flughafen – Düsseldorf – Düsseldorf-Bilk – Neuss – Dormagen – Köln – Köln-Messe/Deutz – Köln/Bonn Flughafen Ersetzt den Rhein-Emscher-Express (RE 3) zwischen Dortmund und Düsseldorf sowie den Rhein-Weser-Express (RE 6) zwischen Düsseldorf und Köln/Bonn-Flughafen. Bielefeld – Bielefeld-Brackwede – Isselhorst-Avenwedde – Gütersloh – Rheda-Wiedenbrück – Oelde – Neubeckum – Ahlen – Hamm-Heessen – Hamm – Kamen – Dortmund – Bochum – Essen – Mülheim – Duisburg – Düsseldorf-Flughafen – Düsseldorf – Düsseldorf-Benrath – Leverkusen – Köln-Mülheim – Köln-Messe/Deutz – Köln – Köln Süd – Brühl – Sechtem – Roisdorf – Bonn – Bonn UN Campus – Bonn-Bad Godesberg – Bonn-Mehlem – Oberwinter – Remagen – Sinzig – Bad Breisig – Brohl – Namedy – Andernach – Weißenthurm – Mülheim-Kärlich – Koblenz-Lützel – Koblenz-Stadtmitte – Koblenz Ersetzt die Ems-Börde-Bahn (RB 69) zwischen Bielefeld und Hamm, den Westfalen-Express (RE 6) zwischen Duisburg und Düsseldorf sowie die Mittelrheinbahn zwischen Köln und Koblenz. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland lässt derzeit prüfen, wie die im Bundesverkehrswegeplan unterstellte zweite RRX-Linie zwischen Köln und Koblenz unter Aufrechterhaltung der Mittelrheinbahn betriebstechnisch integriert werden kann. Achtung: kein Ersatz für den derzeitigen Wupper-Express (RE 4)! Wesel – Dinslaken – Oberhausen-Sterkrade – Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf-Flughafen – Düsseldorf Ersetzt den Rhein-Express (RE 5), jedoch ohne die Strecke bis Koblenz (→ siehe RRX 6). Minden – Porta Westfalica – Bad Oeynhausen – Löhne – Herford – Bielefeld – Gütersloh – Rheda-Wiedenbrück – Oelde – Neubeckum – Ahlen – Hamm-Heessen – Hamm – Kamen – Dortmund – Bochum – Essen – Mülheim – Duisburg – Düsseldorf-Flughafen – Düsseldorf – Düsseldorf-Benrath – Leverkusen – Köln-Mülheim – Köln Messe/Deutz – Köln – Köln Süd – Brühl – Bonn – Bonn UN Campus – Bonn-Bad Godesberg – Remagen – Sinzig – Bad Breisig – Andernach – Koblenz-Stadtmitte – Koblenz Ersetzt den Rhein-Express (RE 5) zwischen Duisburg und Koblenz sowie den Rhein-Weser-Express (RE 6) zwischen Minden und Duisburg, jedoch ohne Halt in Wattenscheid. Osnabrück – Lengerich – Münster – Dülmen – Haltern am See – Recklinghausen – Herne-Wanne-Eickel – Gelsenkirchen – Essen – Mülheim – Duisburg – Düsseldorf-Flughafen – Düsseldorf Ersetzt den Rhein-Haard-Express (RE 2) auf kompletter Länge. Ohne den sechsgleisigen Ausbau zwischen Duisburg und Düsseldorf wäre diese Linie ab Duisburg über Krefeld nach Mönchengladbach geführt worden, stattdessen übernahm der diese Strecke bereits seit Dezember 2016. Achtung: kein Ersatz für den derzeitigen Rhein-Münsterland-Express (RE 7)!
Nach der Umsetzung der Infrastrukturmaßnahmen sind weitere Veränderungen am Liniennetz sowie die Einführung einer zusätzlichen Linie zwischen Hamm und Köln sowie zwischen Dortmund über Lünen nach Münster (nach zweigleisigem Ausbau) möglich.
Zusätzlich wird angestrebt, auch die Linien RRX 1 und RRX 2 in Mülheim an der Ruhr halten zu lassen.
Teilnetz B Der VRR schrieb im Juni 2025 des Teilnetz B des Rhein-Ruhr-Express aus. Dieses Teilnetz umfasst die folgenden Linien: +LinieLinienverlaufLosDüsseldorf – Essen – Gelsenkirchen – Münster – Osnabrück1Düsseldorf – Gelsenkirchen – Dortmund – Hamm1Rheine – Münster – Hamm – Wuppertal – Köln – Krefeld2Mönchengladbach – Krefeld – Essen – Gelsenkirchen – Münster2 Der Betrieb soll vom Fahrplanwechsel im Dezember 2030 bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2045 in mehreren Betriebsstufen erfolgen. Wenn sich mehrere Bieter an der Ausschreibung beteiligen, kann ein Bieter nur den Zuschlag für ein Los erhalten.
Im September 2025 schrieb die DB Regio AG die Beschaffung von 65 Fahrzeugen für das Teilnetz B aus. Die Ausschreibung erfolgt in zwei Losen analog zur Ausschreibung des Betriebs. Für das Los 1 sollen 40 Triebzüge eines Kurztyps beschafft werden, für das Los 2 25 Triebzüge eines Langtyps.
Im Oktober 2025 veröffentlichte die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH eine Ausschreibung von Fahrzeugen für das Teilnetz B, die sich in 40 Triebzüge eines Kurztyps und 25 Triebzüge eines Langtyps aufteilen.
Geschichte Vorgeschichte und Planung Im Gegensatz zum Metrorapid, der als Magnetschwebebahn (Transrapid) zwischen Dortmund und Düsseldorf gebaut werden sollte, ist der Rhein-Ruhr-Express als herkömmliches Rad-Schiene-System vorgesehen. Dieser soll ebenfalls das Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs im dichten Takt der Region Rhein-Ruhr darstellen. Ursprüngliche Planungen der DB Netz und der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen sahen einen 10-Minuten-Takt zwischen Dortmund und Köln vor.
Im Januar 2005 wurde vom Bundesverkehrsministerium, vom Landesverkehrsministerium Nordrhein-Westfalen und von der Deutschen Bahn eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Demnach sollen vorrangig die Ausbaustrecke Duisburg–Düsseldorf und die Großknotenpunkte Köln und Dortmund ausgebaut werden. Der Bund sagte für 2006 bis 2008 Investitionsmittel in Höhe von 250 Millionen Euro zu. Kurzfristig stellte der Bund 20 Millionen Euro für erste Planungsarbeiten zur Verfügung.Meldung Rahmenvertrag zum Rhein-Ruhr-Express. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 3/2005, , S. 102. Im Frühjahr 2005 kündigte die Bundesregierung an, das Projekt bis 2008 mit zusätzlich bereitgestellten Mitteln zu unterstützen. Durch eine Konzentration auf die Knoten Köln, Duisburg und Dortmund sollte das Vorhaben beschleunigt werden.Meldung Mehr Geld für Verkehrsprojekte. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2005, , S. 254.
Der im Oktober 2006 vorgelegte Investitionsrahmenplan (IRP) von 2006 bis 2010 für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes sieht den Ausbau der auf der Strecke befindlichen Knoten, insbesondere Köln und Dortmund, sowie die Ausbaustrecke Düsseldorf–Duisburg vor. Am 16. November 2006 wurde eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Bund und der Deutschen Bahn unterzeichnet. Die bestehende Trasse zwischen Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Dortmund soll dabei für den RRX ausgebaut werden. Zum Einsatz kommen sollen beschleunigungsstarke, bis 160 km/h schnelle Fahrzeuge.
Am 19. Dezember gleichen Jahres wurde die Vorentwurfsplanung in Gang gesetzt. Für das auf zwei Jahre angelegte Verfahren stellte der Bund 20 Millionen Euro bereit. 2007 wurden 1,13 Millionen Euro Planungskosten aufgewendet, 2008 5,94 Millionen und 2009 3,86 Millionen Euro. Die Vorentwurfsplanung wurde Ende 2009 abgeschlossen. 2010 sind 14,9 Millionen Euro in den Bundeshaushalt für das Projekt eingestellt, im Folgejahr weitere etwa 10 Millionen Euro.Deutscher Bundestag: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bettina Herlitzius, Dr. Anton Hofreiter, Winfried Hermann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Planungsstand und Haushaltsmittel des Rhein-Ruhr-Expresses (PDF; 75 KiB). Drucksache 17/171 vom 22. Dezember 2009