Der Fahrgastverband Pro Bahn ist ein eingetragener Verein mit dem Zweck, die Interessen von Fahrgästen des öffentlichen Verkehrs zu vertreten.

Der deutschlandweit tätige Fahrgastverband ist laut Satzung politisch und wirtschaftlich unabhängig und parteipolitisch neutral, arbeitet ehrenamtlich und verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. (PDF; 75 kB)

In Österreich und der Schweiz gibt es ebenfalls Vereine, die „Pro Bahn“ im Namen tragen. Der schweizerische heißt Pro Bahn Schweiz und vertritt ähnliche Positionen. Der österreichische Verband probahn ist eher mit der deutschen Allianz pro Schiene vergleichbar. Die drei Vereine arbeiten über den europäischen Dachverband EPF eng zusammen.

Geschichte + BundesvorsitzendePRO BAHN Bundesvorstand. Website von Pro Bahn, abgerufen am 27. November 2018. Amtszeit Name 1981–1989 Paul-Heinz Straka 1989–1996 Kurt Bielecki 1996–2012 Karl-Peter Naumann 2012–2016 Jörg Bruchertseifer 2016–2026 Detlef Neußseit 2026Lukas Iffländer

Der Fahrgastverband Pro Bahn wurde 1981 unter der Leitung von Paul-Heinz Straka in Wuppertal als eingetragener Verein gegründet.

Der Verband arbeitet ehrenamtlich im Interesse der Fahrgäste. Die Mitglieder „erfahren“ tagtäglich den öffentlichen Verkehr (ÖV) auf Schiene und Straße. Aus diesen Erfahrungen heraus lobt und kritisiert der Verband Akteure und Unternehmen des öffentlichen Verkehrs, erstellt Konzepte, ist in offiziellen Landes-, Bundes- und Europa-Gremien aktiv, sensibilisiert und berät Politiker in Angelegenheiten des öffentlichen Verkehrs, beeinflusst die öffentliche Diskussion durch Aufklärung über Hintergründe, hält Vorträge und Seminare sowie Fahrgastsprechstunden und Automatenschulungen u. v. a. m.

Aufsehen erregte der Verein unter anderem durch einen Konflikt mit der Deutschen Bahn über das neue Preissystem 2003. Im Zuge der Auseinandersetzungen verklagte Hartmut Mehdorn Karl-Peter Naumann wegen geschäftsschädigender Aussagen.. Braunschweiger Zeitung (online), 8. März 2013.

Themenschwerpunkte Nach der Satzung sind die Zwecke des Verbands die Verbraucherberatung über günstige Reisemöglichkeiten und Fahrgastrechte und die Beteiligung an der öffentlichen Diskussion zu Fahrgastthemen und Mitarbeit in Gremien wie Fahrgastbeiräten; die Förderung der Volksbildung durch Vortragsveranstaltungen, Veröffentlichungen etc.; die Förderung eines funktionsfähigen und für jedermann attraktiven öffentlichen Verkehrs im Sinn der Allgemeinheit und des Umweltschutzes; die Förderung der umweltbewussten Verkehrsmittelwahl zum Umweltschutz einschließlich des Klimaschutzes; in Zusammenarbeit mit seinen Untergliederungen und anderen Organisationen.

Schwerpunkte der aktuellen Tätigkeit sind unter anderen die Themen bessere Information der Fahrgäste, vor allem bei Betriebsstörungen und über verschiedene Betreiber hinweg, verständliche und einfache Tarifsysteme, bezahlbare Fahrpreise, klarere und zuverlässigere Vertriebswege, auch zur „Entkriminalisierung von zahlungswilligen Kunden“, optimale Verknüpfung des Bahnangebots durch den Deutschland-Takt, Infrastruktur-Ausbau, vor allem mehrgleisige Ausbauten, Elektrifizierungen und Strecken-Reaktivierungen Einsatz von Investitionsmitteln für flächendeckenden Ausbau statt Großprojekten wie Stuttgart 21, Trennung von Netz und Betrieb bei der Deutschen Bahn und Überführung der Infrastruktur in eine gemeinwohlorientierte Organisationsform, Ausbau des ÖPNV im ländlichen Raum, Schaffung durchgehender Reiseketten im gesamten öffentlichen Verkehr und damit die Verknüpfung von Bahn, Bus, Straßenbahn und On-Demand-Verkehre, Erhöhung des Sicherheitsgefühls der Fahrgäste in den Fahrzeugen und an den Haltestellen und Bahnhöfen.

Erfolge, an denen der Fahrgastverband Pro Bahn beteiligt war, waren zum Beispiel die Verhinderung von Streckenstilllegungen (etwa des Filzenexpress, wofür Pro Bahn Oberbayern den Bayerischen ÖPNV-Preis 2012 erhalten hat. Presseinformation der Bayerischen Eisenbahngesellschaft.), die Revision des Preissystems „PEP“ mit Wiedereinführung der Bahncard 50, die gesetzliche Verankerung der Fahrgastrechte und Verbesserungen beim Fugger-Express, Bayerischer Rundfunk vom 28. November 2013. Verlängerung der Gültigkeit des Deutschland-Passes auf die Sommerferien 2014 aller Bundesländer"PRO BAHN erreicht familienfreundliches Angebot", Pressemeldung vom 26. Juni 2014. Anerkennung der BahnCard50 auf deutschlandweite Sparpreise"Endlich: mit BahnCard50 auch 25% auf deutschlandweite Sparpreise", Pressemeldung vom 4. Dezember 2017. Bundesweit einheitliche Kinderaltersgrenzen im Eisenbahnverkehr"MDV überholt bei den Kinderaltersgrenze", Pressemeldung vom 1. August 2019."Fortschritte bei der Harmonisierung der Kinderaltersgrenzen", Pressemeldung vom 28. Februar 2017."marego holt auf und geht weiter", Pressemeldung vom 31. Juli 2017.

Aktivitäten mini|Pro-Bahn-Infostand Die aktiven Pro Bahn-Mitglieder arbeiten ehrenamtlich in verschiedenen Aktionsformen.

Verbraucherberatung Der Fahrgastverband Pro Bahn berät die Verbraucher über günstige Reisemöglichkeiten und informiert sie über die Vorteile öffentlicher Verkehrsmittel. Die Fahrgäste werden mit Öffentlichkeitsarbeit, Ausflugsfahrten und Exkursionen, Vortragsveranstaltungen, Fahrgast-Stammtischen, Infoständen und Automatenschulungen angesprochen.

Fahrgast-Kummerkasten Für Beschwerden, Anfragen und Anregungen von Fahrgästen steht der Kummerkasten zur Verfügung, eine wichtige Grundlage für die Arbeit des Verbands, die konkrete Beschwerden an die zuständigen Verkehrsbetriebe oder Schlichtungsstellen weiterleitet.

Publikationen Als Mitgliederzeitschrift, die auch freiverkäuflich erhältlich ist, erscheint seit 2002 vierteljährlich der Fahrgast, Nachfolger der von 1981 bis 2001 erschienenen Pro-Bahn-Zeitung. Seit 2013 wird die Druckausgabe durch den Newsletter „Fahrgast aktuell“ ergänzt, der sich besonders an Entscheidungsträger in Politik, Verkehrsbetrieben und Verwaltung wendet.Website von Fahrgast aktuell Zahlreiche regionale Untergliederungen geben eigene Publikationen heraus.PRO BAHN: Regionale Mitteilungsblätter auf der Pro-Bahn-Website

Auf der Internetseite www.pro-bahn.de werden neben Informationen zum Verband selbst und seiner Arbeit auch Informationen für Fahrgäste angeboten.

Vertretung der Fahrgastinteressen bei Entscheidern Der Fahrgastverband Pro Bahn verhandelt mit Verkehrsbetrieben, Behörden und Politikern. Dabei nutzt der Verband seine deutschlandweite Expertise und die Vernetzung mit dem Europäischen Fahrgastverband EPF um den Verantwortlichen positive zukunftsweisende Beispiele im öffentlichen Verkehr aufzuzeigen.Positiver Schritt der DB-Fahrgastinformation Medienmitteilung Fahrgastverband Pro Bahn, 2. April 2019 Vertreter des Verbands sind in Fahrgastbeiräten und ähnlichen Beratungsgremien vertreten.

ÖV-Mobilitätskarte Zum 25. Jubiläum der BahnCard, die 1992 durch die Deutsche Bundesbahn und Deutschen Reichsbahn eingeführt wurde, forderte der Fahrgastverband: „Die Bundesregierung muss die Weichen für nachhaltigen ökologischen öffentlichen Verkehr stellen“, um die BahnCard zur deutschlandweiten ÖV-Mobilitätskarte mit einheitlichen Regeln im Regionalverkehr auszubauen.BahnCard feiert 25. – wohin führt der Weg? Medienmitteilung Fahrgastverband Pro Bahn, 1. Oktober 2017

Medienarbeit Der Fahrgastverband Pro Bahn gibt regelmäßig Medienmitteilungen herausListe der Medienmitteilungen des Bundesverbands, Medienmitteilungen der regionalen Gliederungen und bezieht im Rundfunk und Fernsehen Stellung zu Fahrgastthemen. Er publiziert regelmäßig auf Facebook und Twitter.

Fahrgastpreis Seit 2005 verleiht der Fahrgastverband Pro Bahn den Fahrgastpreis, mit dem Persönlichkeiten und Institutionen für vorbildhaften Einsatz für die Belange der Fahrgäste ausgezeichnet werden.Fahrgastpreis: Auszeichnung des Fahrgastverbands Pro Bahn auf der Pro-Bahn-Website

Wettbewerb „LieblingsbusfahrerIn“ Zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo), Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und DB Regio initiierte der Fahrgastverband Pro Bahn im Jahr 2023 erstmals den Wettbewerb „LieblingsbusfahrerIn“, um auch das Engagement der Busfahrer zu würdigen. Der Wettbewerb stellt somit eine Ergänzung zum Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“ der Allianz pro Schiene dar. Er soll nun ebenfalls jährlich stattfinden und den Busverkehr als zweite wesentliche Säule des ÖPNV neben dem Schienenverkehr sichtbar machen.

Landes- und Regionalgliederungen Neben dem Bundesverband gliedert sich der Verein in folgende Landesverbände:

Baden-Württemberg Bayern Berlin/Brandenburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Mitteldeutschland (Sachsen und Sachsen-Anhalt) Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz/Saarland Schleswig-Holstein/Hamburg Thüringen

Innerhalb der Landesverbände gibt es zahlreiche Regionalverbände und -gruppen.

Mitarbeit in Verbänden Der Fahrgastverband Pro Bahn arbeitet mit befreundeten Organisationen zusammen. Der Verband ist Mitglied im Verbraucherzentrale Bundesverband, bei der Allianz pro Schiene, im Europäischen Fahrgastverband, in der Initiative Deutschlandtakt, sowie in zahlreichen Kooperationen auf regionaler Ebene.

Sicherheit von Fahrgästen Forsa-Umfragen Der Fahrgastverband beteiligt sich an den jährlichen Umfragen des Meinungsforschungsinstitutes Forsa zum Sicherheitsgefühl der Fahrgäste. Die repräsentative Umfrage zum Sicherheitsempfinden der Kunden in Bahnen und Bussen nach ihren Ängsten. Weiterhin werden sie nach dem bevorzugten Mittel zur Stärkung ihres Sicherheitsgefühls in Fahrzeugen und an Bahnhöfen befragt. Auch das Thema Alkoholverbot in den Zügen ist eine Frage an die Reisenden."Reisende wollen Video, mehr Personal und Alkoholverbot" Pressemeldung vom 1. April 2014."Sicherheitsgefühl im öffentlichen Verkehr 2013 besser" Pressemitteilung vom 29. Mai 2013 Pressekonferenz am 1. April 2014

Projekt Security 2012 führte das Vorhaben des damaligen Vereinsvorsitzenden Naumann, unmittelbar nach Ende seiner Vorstandstätigkeit als Berater für die Deutsche Bahn in Sicherheitsfragen arbeiten zu wollen, innerhalb und außerhalb des Verbands zu Kritik. Daraufhin brachen beide Seiten die Verhandlungen ab.

Daraus ging schließlich das Projekt „Security für Mitarbeiter und Fahrgäste von Verkehrsbetrieben“ hervor, ein Gemeinschaftsprojekt von Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Pro Bahn und der Gewerkschaft der Polizei unter dem Management des IMU-Institutes. Es sollte Erkenntnisse bringen, wie man eine größere Sicherheit und ein höheres Sicherheitsempfinden im Öffentlichen Verkehr erreichen kann. Für den Teil von Pro Bahn wurde es von Karl-Peter Naumann geleitet.Sicherheits-Projekt gestartet. Pressemeldung vom 26. September 2013. Das Projekt wurde aus dem Fonds soziale Sicherung finanziert, einer gemeinsamen Einrichtung der Tarifvertragsparteien.Fonds soziale Sicherung (Hrsg.): "Wir über uns". Website. Die Mittel des Fonds werden laut Medienberichten fast vollständig von der Deutschen Bahn finanziert.Josef Otto Freudenreich: Pro Bahn entgleist. In: Kontext: Wochenzeitung, 26. Januar 2013, S. 1.Vize von Fahrgastverband wirft hin. Spiegel online, 16. Januar 2013.

Kritiker sahen durch die Finanzierung dieses Projektes die Unabhängigkeit des Verbandes gefährdet. Nach monatelangen Kontroversen in dieser Sache trat der seit 24. März 2012 amtierendePRO BAHN Bundesvorstand. Internetseite, abgerufen am 23. Oktober 2013. stellvertretende Bundesvorsitzende Heiner Monheim im Januar 2013 zurück. Im März 2013 stimmte eine große Mehrheit der Delegierten des Pro-Bahn-Bundesverbandstages 2013 dem Projekt zu.PRO BAHN-Vorstand wieder komplett. Pressemeldung vom 10. März 2013.