Bransdorf war eine mittelalterliche Siedlung im Gebiet des heutigen Landkreises Teltow-Fläming in Brandenburg, deren Flur später vollständig in der Feldmark von Werbig aufging.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 58.

Geografische Lage Die wüste Feldmark von Bransdorf lag nordwestlich von Werbig. Es handelt sich um einen Siedlungsplatz mit frühdeutschen Funden, wie Mitteilungen von Günter Mangelsdorf belegen. Im nordnordwestlichen Teil der Feldmark von Werbig wurde das Gebiet als die wüste Mark Bransdorf bezeichnet. Es umfasste die Flurstücke Die Langen Stücke, Die Höffe, Die Stadtplöcke, Die Heidestücken, Die Kuschelstücken, Die Fröhdenerplöcke und Die Mörtelstücken, wie eine Erhebung aus den Jahren 1936/1937 in der Flurnamensammlung Jüterbog Luckenwalde des Geheimen Staatsarchivs Berlin zeigt. Im Jahr 1721 grenzte die wüste Feldmark im Osten an die Werbiger, im Süden an die Schmidsdorfer, im Westen an die Hohengörsdorfer Feldfluren und stieß im Norden an die Dahmische Straße. Im Jahr 1800 grenzte Bransdorf im Osten an Preußisch Sernow, im Norden an Fröhden, im Westen an Hohengörsdorf und im Süden an die wüste Feldmark von Schmidsdorf.

Geschichte und Etymologie Etymologie Die älteste bekannte Nennung stammt aus dem Jahr 1386 als in Campis ville Branstorp. Im Jahr 1447 erschien die Form vf der marcke zu branßdorff j hufe bie werbigk. Im Jahr 1721 wurde die wüste Feldmarcke Pransdorff erwähnt, im Jahr 1800 die wüste Marck Brannsdorf und im Jahr 1847 die wueste Mark Bransdorf. Der Name leitet sich vermutlich von einem slawischen Personennamen Bran ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 32 ISBN 3-937233-17-2.

Besitzgeschichte Von vor 1386 bis 1817 unterstand die wüste Feldmark der Vogtei beziehungsweise dem Amt Jüterbog, danach bis 1872 dem Amt Zinna. Bis 1386 verfügten die Herren von der Dahme über Hebungen von mindestens vier Hufen, wahrscheinlich jedoch über einen größeren Anteil. Dieser Besitz ging später im ersten Anteil auf. Bis nach 1386 besaß der Jüterboger Bürger Künecke ein Afterlehen der Herren von der Dahme über vier Hufen, die jeweils fünf Scheffel Roggen, fünf Scheffel Hafer und Geld gaben. Danach fiel der Besitz an den Landesherrn beziehungsweise das Amt. Vor 1464 bis 1505 besaß Jüterboger Bürger Güthe Hebungen über eineinhalb Hufen, die zusammen vier Scheffel Roggen und zwei Scheffel Hafer gaben. Von 1505 bis vor 1524 folgte der Kanzleischreiber Freudemann. Auch dieser Besitz fiel später an den Landesherrn beziehungsweise das Amt. Vor 1466 bis nach 1514 verfügte der Jüterboger Bürger Hoppe über Hebungen von fünf Hufen, die jeweils zwei Scheffel Roggen und zwei Scheffel Hafer gaben. Bis 1535 folgte der Kammerdiener von Hietzhaim, danach die Familie von Falkenhagen. Auch dieser Besitz gelangte später an das Amt. Vor 1414 bis vor 1447 besaß der Jüterboger Bürger Römer Hebungen von zwei Hufen, die jeweils sechs Scheffel Roggen und sechs Scheffel Hafer gaben. Der Besitz wurde geteilt: Von 1447 bis 1484 gehörte eine Hufe der Familie von Staupitz, von 1484 bis 1487 dem Domherrn von Schlieben. Die zweite Hufe gehörte von 1466 bis 1506 der Familie Niewendorf und anschließend der Familie Meinecke. Beide Anteile fielen später an das Amt. Bis 1491 besaß der Diener Prötling Hebungen von einer Hufe, die drei Scheffel Roggen und drei Scheffel Hafer gab. Von 1491 bis vor 1524 folgte der Kanzleischreiber Freudemann. Danach fiel auch dieser Anteil an das Amt.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 59.

14. bis 16. Jahrhundert Im Jahr 1386 wurde Bransdorf als Dorf bezeichnet, war jedoch wahrscheinlich bereits wüst. Im Jahr 1447 wurde es sicher als wüste Feldmark geführt. Im Jahr 1562 besaß der Pfarrer von Werbig eine Hufe zu Bransdorf. Die Kirche verfügte über eine große Gehre bei den Rudichen, die alle neun Jahre besät wurde, sowie über ein kleines Blöcklein, das mit einem Scheffel Roggen besät wurde.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 60.

17. Jahrhundert Im Jahr 1648 wurde die Feldmark von Werbig genutzt, die 1658 eine Größe von 17 ½ Hufen besaß. Der Müller aus Werbig nutzte im Jahr 1661 insgesamt 2½ Hufen, drei Zweidorfhufner nutzten je zwei Hufen und neun Zweidorfhufner je eine Hufe; in Summe 17 Hufen. 1699 bestand die wüste Feldmark aus 18 ½ Hufen, jede mit vier Scheffel Aussaat. Der Pfarrer bekam in diesem Jahr die dreißigste Garbe als Zehnten.

18. Jahrhundert Im Jahr 1721 nutzten die Einwohner von Werbig die wüste Feldmark als Laasgut. Genannt wurden die Dorfstätte und ein Pfuhl. Die Feldmark bestand aus 18 ½ Hufen. In Werbig besaß ein Einwohner zweieinhalb Hufen, drei Einwohner je zwei Hufen und zehn Einwohner, darunter der Pfarrer, je eine Hufe. Ein Ackerstück namens Gehre hatte eineinhalb Scheffel Aussaat und lag am Stadtweg und an der Schmidsdorfer Grenze. Im Jahr 1737 wurde ein Pfuhl erwähnt, der von den Einwohnern von Werbig und Gräfendorf zum Flachsrösten genutzt wurde und in trockenen Jahren austrocknete. Die Feldmark war im Jahr 1747 nach wie vor 18½ Hufen groß und im Jahr 1760 in den Hufen von Werbig eingegliedert.

19. Jahrhundert Im Jahr 1800 bestand die wüste Feldmark aus 18½ Hufen mit einer Aussaat von 590 Scheffeln und 15 Metzen Roggen. Ein Dreihufner verfügte über zweieinhalb Hufen, 13 Zweihufner über insgesamt dreimal zwei und zehnmal eine Hufe. Von jeder Hufe wurden zwei Scheffel Roggen und zwei Scheffel Hafer entrichtet. Ein Distrikt mit sechs Scheffeln Roggen Aussaat war teils mit alten, teils mit jungen Kiefern bestanden. Der Pfarrer erhielt in diesem Jahr erneut die dreißigste Garbe und besaß eine Hufe auf der wüsten Feldmark. Im Jahr 1817 war die Feldmark weiterhin in den Hufen von Werbig enthalten. Im Jahr 1858 wurde sie erneut als wüste Feldmark zu Werbig genannt. Danach ging sie vollständig in der Feldmark von Werbig auf und wurde nicht wieder besiedelt.

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 58–60.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Teltow-Fläming Kategorie:Ersterwähnung 1386 Kategorie:Niederer Fläming (Gemeinde)