mini|L. C. Ulmer (2011) Lee Chester „L. C.“ Ulmer (* 28. August 1928 in Stringer, Mississippi, USA; † 14. Februar 2016 in Ellisville, Mississippi, USA) war ein US-amerikanischer Delta-Blues-Musiker (Gitarre, Keyboards, Schlagzeug, Fiddle, Banjo, Mandoline, Kazoo, Mundharmonika) und Songwriter.
Biografie Ulmer wurde am 28. August 1928 in Stringer (Mississippi) geboren; er hatte dreizehn Geschwister. Die Familie zog auf eine Plantage in der Nähe von Moss Hill, wo alle gemeinsam und mit Besuchern Musik machten; ein bekannter Gast war der Countrymusiker Jimmie Rodgers. Ulmer hatte mit neun Jahren Gitarre spielen gelernt und hörte Platten von Blind Lemon Jefferson, Blind Boy Fuller, Tampa Red und Peetie Wheatstraw. Sein größtes Vorbild war der Gitarrist Blind Roosevelt Graves, den Ulmer auf den Straßen von Laurel (Mississippi) spielen sah. Mit 14 Jahren begann Ulmer, auf Eisenbahnbaustellen zu arbeiten und nebenbei in einem Juke Joint zu spielen.
Ab 1949 reiste Ulmer öfters nach Kansas City (Kansas), um seine Schwester zu besuchen. Dort begleitete er unter anderem J. B. Lenoir als Gitarrist in einem Club. Später zog er nach Laurel und trat als One-Man-Band in verschiedenen Clubs in Laurel und Meridian (Mississippi) auf. Er reiste weiter umher, arbeitete unter anderem in Florida und fand 1955 Arbeit in einer Raststätte an der Route 66 in Holbrook (Arizona), wo er im dazugehörigen Nachtclub „Cock ’n’ Bull“ spielte. Dort lernte er viele Musiker kennen, mit denen er auch auftrat, darunter Elvis Presley, Les Paul und Mary Ford, Brook Benton, Nat King Cole, Fats Domino und Louis Armstrong. Auf seinen weiteren Reisen spielte Ulmer unter anderem in den Straßen von Hollywood (Kalifornien), wo er der Musikergewerkschaft beitrat. Er kam bis nach Kanada und Alaska, kehrte aber regelmäßig nach Mississippi zurück und ließ sich 1962 in Laurel nieder. Er gründete eine Band namens Bel Air Clowns, die in örtlichen Clubs auftrat.
Nach einigen weiteren Stationen zog Ulmer nach Joliet (Illinois), wo er die nächsten 37 Jahre lebte. Dort arbeitete er im Baugewerbe und in seiner eigenen Autowerkstatt. Er trat häufig als Ein-Mann-Band auf und arbeitete in verschiedenen Clubs. Hier musizierte Ulmer unter anderem mit Muddy Waters, Elmore James, Howlin’ Wolf, Buddy Guy, Hound Dog Taylor, Jimmy Reed und Sonny Thompson. Ulmer experimentierte in dieser Zeit mit verschiedenen Instrumenten, darunter ein früher Synthesizer und eine Gretsch-White-Falcon-Gitarre, die er 1965 neu für 1800 Dollar kaufte.
2001 kehrte Ulmer nach Mississippi zurück, wo er den Rest seines Lebens in Ellisville verbrachte. In seinen letzten Jahren trat er regelmäßig in der Region auf, aber auch auf Festivals in den Staaten und in Europa. 2007 veröffentlichte er das Album Long Ways From Home, 2011 Blues Come Yonder, beide bei Hill Country Records.
L. C. Ulmer starb am 14. Februar 2016 im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ellisville.
Auszeichnung 2009: Blues-Künstler des Jahres der Mississippi Delta Blues Society of Indianola
Filmografie 2008: M for Mississippi: A Road Trip through the Birthplace of the Blues 2010: Times Like Deeze 2015: I Am the Blues
Weblinks
L.C. Ulmer – Tell me what’s wrong with you auf YouTube
Einzelnachweise Scott Baretta: L.C. Ulmer (1928–2016) – Blues Vocalist & Guitarist, Ellisville. Mississippi Folklife Directory (englisch), abgerufen am 1. März 2026 Lici Beveridge: Blues legend LC Ulmer dies at 87. Hattiesburg American, 14. Februar 2016 (englisch), abgerufen am 1. März 2026 L. C. Ulmer, (1928–2016), Soul Bag (französisch), abgerufen am 1. März 2026 L.C. Ulmer Discography. Discogs, abgerufen am 1. März 2026
Kategorie:Blues-Musiker Kategorie:Blues-Gitarrist Kategorie:Blues-Sänger Kategorie:Songwriter Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 2016 Kategorie:Mann