mini|hochkant|Cherien Dabis bei den Filmfestspielen von Cannes 2025 Cherien Dabis (* 1976 in Omaha, Nebraska) ist eine US-amerikanische Filmregisseurin, Drehbuchautorin, Produzentin und Schauspielerin. Ihr Langfilmdebüt Willkommen in Amerika (engl. Amreeka, 2009) erzählt von einer palästinensischen Mutter und ihrem Sohn, die aus dem Westjordanland in den US-Bundesstaat Illinois auswandern. Mit May und die Liebe (engl. May in the Summer, 2013) legte sie einen zweiten Spielfilm vor, den sie als Autorin, Regisseurin, Produzentin und Hauptdarstellerin verantwortete. Ihr jüngster Film ist Im Schatten des Orangenbaums (engl. All That’s Left of You, 2025).
Leben Dabis wuchs als Tochter eines palästinensischen Arztes und einer Jordanierin in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska auf. Nach dem Ersten Golfkrieg bekam sie in ihrer Umgebung verstärkten Rassismus und Islamfeindlichkeit zu spüren. Als Achtjährige wurde sie bei einem Besuch in Palästina an der Grenze zwölf Stunden lang festgehalten und am ganzen Körper durchsucht. Erst etwa zwanzig Jahre später besuchte sie Palästina erneut. Sie studierte Film an der Columbia University in New York.
Wirken Willkommen in Amerika erhielt 2009 in Cannes den Fipresci-Preis. Der Film stellt eine warmherzige und humorvolle Debütarbeit dar, welche die Einwanderung einer palästinensischen Familie vor dem Hintergrund antiarabischer Stimmung nach dem Irakkrieg schildert. May und die Liebe ist als Gegenstück zu Willkommen in Amerika angelegt und setzt sich mit der „arabisch-amerikanischen Bindestrich-Erfahrung“ auseinander.
Neben ihren Kinofilmen arbeitete sie im US-Fernsehen als Autorin der Serie The L Word. Als Regisseurin inszenierte sie Episoden der Serien Ramy, Ozark und The Sinner. Für die Episode The Boy From 6B aus Only Murders in the Building wurde sie 2022 für den Emmy Award nominiert in der Regie-Kategorie einer Comedyserie.
Im Schatten des Orangenbaums feierte beim Sundance Film Festival 2025 Premiere und kam in Deutschland am 20. November 2025 in die deutschen Kinos. Die Produktion wurde infolge des Gazakriegs aus Jericho verlegt und in Zypern und Griechenland umgesetzt. Dabis fungierte für den Film als Drehbuchautorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin. Der Film erzählt aus dem Blickwinkel einer Mutter im Jahr 2022 rückblickend die Geschichte einer palästinensischen Familie von der Vertreibung aus Jaffa im Jahr 1948 bis ins Westjordanland der 1970er- und 1980er-Jahre. Im Zentrum des Schlussabschnitts steht die Entscheidung eines Ehepaars in Nablus, die Organe seines nach israelischem Beschuss hirntoten Sohnes zur Spende freizugeben. Die Eltern stimmen unter der Bedingung zu, dass die Empfänger erfahren, dass sie ihr Leben einem Palästinenser verdanken. Der Film wurde von Jordanien als Beitrag für den Internationalen Academy Award 2026 ausgewählt.
Ehrungen 2026: Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke Regiepreis international für Im Schatten des Orangenbaums
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Einzelnachweise
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