Antoine-Joseph Pernety (* 1716 in Roanne (Beaujolais); † 1796? in Avignon) war ein französischer Geistlicher und Alchemist.

Leben und Wirken Antoine-Joseph Pernety, genannt Dom Pernety oder Pernetty, aus Roanne (Beaujolais) hatte schon mit 16 Jahren sein Gelübde bei der Congrégation de Saint-Maur der Benediktiner in Clermont-Ferrand abgelegt. Am Hauptsitz, der Abtei St. Germain-des-Prés in Paris, wohin er bald gekommen war, widmete sich Pernety im Laufe der Zeit bei seinen Studien auch der Hermetik, einer Geheimlehre, und 1758 erschien dort sein Dictionnaire Mytho-Hermétique. Auch die Alchemie zog ihn an. In seinen ägyptischen und griechischen Fabeln beschäftigte er sich mit dieser magischen Wissenschaft und der Symbolik der Antike.

Pernetty, der auch sehr an den Naturwissenschaften interessiert war, reiste 1763–1764 mit Louis-Antoine de Bougainville zu den Falklandinseln. Das ist beschrieben in Histoire d'un voyage aux Isles Malouines, fait en 1763 et 1764, avec des observations sur le détroit de Magellan, et sur les Patagons …. Darin berichtete er als Erster von den Felsenmeeren der Falklands. Mit Dissertation sur l'Amérique et les Américains und Examen des Recherches philosophiques sur l'Amérique … griff er in einen wissenschaftlichen Streit über die Natur der Amerikaner bzw. Indianer ein. Sein 1771 erschienenes Werk Recherches philosophiques sur les Americains … wurde durch die Glaubenskongregation auf den Index gesetzt.

Nach der Rückkehr verließ er den Orden und trat in Avignon in eine Loge ein. Vor der Inquisition floh er nach Berlin, wo er bis 1782 Bibliothekar und Konservator an der Bibliothek Friedrichs des Großen war. In dieser Zeit beschäftigte er sich eingehend mit dem schwedischen Mystiker Emanuel Swedenborg und gründete die Berliner „Illuminaten“.

Nach seiner Rückkehr nach Avignon gründete er dort 1784 die Loge „Illuminés d'Avignon“, auch „Illuminés du Mont-Thabor“ genannt, und widmete sich mit Gleichgesinnten der Freimaurerei, bis der Zirkel durch die Französische Revolution zerstreut wurde. Pernety wurde verhaftet, aber bald freigelassen und kam dann bei einem Rechtsanwalt in Avignon unter. 1796 soll er dort gestorben sein; man findet aber auch Valence als Sterbeort.

Schriften (Auswahl) Dictionnaire portatif de peinture, de sculpture et de gravure. Bauche, Paris 1757; Neudruck Minkoff, Genf 1972. Dictionnaire mytho-hermétique dans lequel on trouve les allégories fabuleuses des poètes, les métaphores, les énigmes et les termes barbares des philosophes hermétiques expliqués. Bauche, Paris 1758. Histoire d’un voyage aux Isles Malouines. 2 Bände. Saillant & Nyon, Paris 1770. Journal historique d’un voyage fait aux Îles Malouines en 1763 & 1764. 2 Bände. Bourdeaux, Berlin 1769. Les fables égyptiennes et grecques, dévoilées & réduites au même principe, avec une explication des hiéroglyphes et de la guerre de Troye. 2 Bände. Bauche, Paris 1758.

Ehrung Nach Pernety benannt ist die Pflanzen-Gattung Pernettya aus der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae).Lotte Burkhardt 2022: Eine Enzyklopädie zu eponymischen Pflanzennamen: Von Menschen & ihren Pflanzen – Berlin: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin. – https://doi.org/10.3372/epolist2022, Berlin 2022.

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