mini|alternativtext=Verbreitung|Verbreitungsgebiet der Blassen Streifenfruchtfledermaus, laut IUCN ohne den weit nach Brasilien reichenden Arm Die Blasse Streifenfruchtfledermaus oder Gelbbraune Breitnasenfledermaus (Platyrrhinus infuscus) ist ein im nördlichen Südamerika an den Osthängen der Anden verbreitetes Fledertier in der Gattung der Streifen-Fruchtvampire. Das Typusexemplar stammt aus einer Höhle im Distrikt Hualgayoc im Norden von Peru.
Merkmale Dieser mittelgroße bis große und schwanzlose Gattungsvertreter erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 77 bis 105 mm und ein Gewicht von 36 bis 59 g. Er hat 55 bis 61 mm lange Unterarme, Hinterfüße von 14 bis 18 mm Länge und 20 bis 25 mm lange Ohren. Kennzeichnend ist ein dichtes und weiches Fell mit einer dunklen gelbbraunen Farbe oberseits. Diese Fledermaus hat einen undeutlichen weißlichen Aalstrich auf dem Rücken. Unterseits kommt helles graubraunes bis hellbraunes Fell vor. Jede Seite des Kopfes trägt zwei senkrechte Striche, die ebenfalls undeutlicher sind als bei anderen Streifen-Fruchtvampiren. Das fleischige Nasenblatt hat einen runden zentralen Teil und einen Aufsatz, der einer Speerspitze in der Form gleicht. Der Mittelteil hat dunkle Kanten und die Kanten der abgerundeten Ohren sind nie gelb, sondern braun. Die dichte dunkelbraune Behaarung reicht bis zu den Ellenbogen. Da der Schwanz fehlt, ist die Schwanzflughaut in der Mitte sehr schmal. Auf ihr befindet sich eine V-förmige Kerbe. An der Kante bilden Haare einen Saum. Die Blasse Streifenfruchtfledermaus hat im Oberkiefer lange zentrale Schneidezähne, welche doppelt so lang sind, wie die daneben liegenden. Der diploide Chromosomensatz besteht aus 30 Chromosomen (2n=30).
Verbreitung Das Verbreitungsgebiet reicht von Kolumbien über Ecuador, Peru und das westliche Brasilien bis nach Bolivien. Die Fledermaus lebt im Hügel- und Bergland zwischen 180 und 2200 Meter Höhe. Als Habitat dienen meist feuchte tropische Wälder und Galeriewälder, die leicht bewirtschaftet sein können. Manchmal werden Plantagen besucht.
Lebensweise Das nachtaktive Tier ruht am Tage in kühlen Höhlen oder versteckt im Blattwerk der Bäume. Bei den Ausflügen werden Strecken entlang von Wasserläufen oder Waldschneisen benutzt. Am Ruheplatz bilden sich kleine Gruppen mit 3 bis 5 Mitgliedern. Diese Fledermaus frisst fast ausschließlich Früchte und Pflanzensamen, zum Beispiel von Brennnesselgewächsen. Selten zählen junge Blätter zur Nahrung. Einzelne Funde lassen noch keine vollständige Aussage zum Paarungsverhalten zu. So hatte ein Weibchen in Kolumbien im März aktive Zitzen. In Bolivien führten die Zitzen von zwei Weibchen im November Muttermilch und ein Männchen hatte vergrößerte Hoden. Studien fanden zwischen Oktober und Januar trächtige Weibchen in Ecuador.
Gefährdung Für den Bestand sind keine Bedrohungen bekannt. Die Gesamtpopulation wird als groß eingeschätzt und es gibt verschiedene Schutzgebiete. Die IUCN listet die Art als nicht gefährdet (least concern).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Blattnasen