Hans Lütkemeier (* 15. August 1898 in Stuttgart; † 1960) war ein deutscher Architekt, der besonders für seine Kirchenneubauten bekannt ist.
Leben Hans Lütkemeier wurde 1898 in Stuttgart als Sohn eines aus Essen stammenden Tischlers geboren. Nach einer Ausbildung zum Steinmetz arbeitete er in verschiedenen Büros und in der Bauabteilung der Daimler-Motoren-Gesellschaft. Von 1919 bis 1921 besuchte er die Stuttgarter Baugewerkeschule und legte dort 1921 das Baumeister-Examen ab. Anschließend war er im Büro des Architekten Richard Döcker tätig.https://se-heidenheim.drs.de/fileadmin/user_files/214/2_Christkoenig/PDF/Hans_Luetkemeier.pdf Hans Lütkemeier – Seelsorgeeinheit Heidenheim (PDF)
Am 1. April 1924 gründete er gemeinsam mit seinem ehemaligen Stuttgarter Studienkollegen Martin Schilling in Rottenburg das Architekturbüro Schilling und Lütkemeier Architekten. Mit der Kirche St. Ulrich in Geislingen bei Balingen entstand 1927 der erste Kirchenbau des Büros. In den 1930er Jahren weitete sich das Tätigkeitsspektrum deutlich aus, wobei neben Kirchen auch private Wohnhäuser, landwirtschaftliche und öffentliche Gebäude, Werkstätten, Arztpraxen, Gewerbebauten sowie eine Kleinsiedlung entstanden. Das Arbeitsfeld umfasste Neubauten ebenso wie Umbauten und Erweiterungen in Rottenburg und den umliegenden Regionen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg führte Lütkemeier seine Tätigkeit in einem eigenen Büro mit mehreren Mitarbeitern fort. Lütkemeier beschäftigte sich insbesondere mit städtebaulichen Konzepten, im Wohnungsbau, in der Siedlungsplanung und im Gewerbebau, wobei er auch weiterhin Kirchenneubauten plante.https://se-heidenheim.drs.de/fileadmin/user_files/214/2_Christkoenig/PDF/Hans_Luetkemeier.pdf Hans Lütkemeier – Seelsorgeeinheit Heidenheim (PDF)
Lütkemeier war Mitglied im Bund Deutscher Architekten, engagierte sich im Kunstverein der Diözese Rottenburg und setzte sich für die Gründung der Architektenkammer ein. Eine enge und langjährige Zusammenarbeit sowie persönliche Freundschaft verband ihn mit den Künstlern Wilhelm Geyer und Johannes Wohlfahrt.
Bauten (Auswahl) Aufstockung der Villa Waldhaus in Bad Niedernau, 1925 1925 Pfarrhaus in Böblingen, 1925 Jugendheim St. Meinrad in Rottenburg (später von der Hochschule für Kirchenmusik genutzt), 1927 Forstamt in Mössingen, 1927 Spitalhof in Rottenburg, 1928 Fouquet-Siedlung in Rottenburg, 1936 Kirche St. Ulrich in Geislingen, 1927 Kirche St. Josef in Herrenberg, 1932 Kirche St. Michael in Denkingen, 1933 Kirche St. Elisabeth in Tailfingen, 1933 Kirche Hl. Bruder Konrad in Unterhausen, 1934 Umbau und Erweiterung der Kirche St. Andreas in Schwalldorf, 1936 Kirche St. Ulrich in Wellendingen, Neubau des Kirchenschiffs, 1937 Kirche St. Johannes Evangelist in Sulz am Neckar, 1950 Kirche Heilig Geist in Gerabronn, 1953 Kirche St. Johannes in Nürtingen, 1956 Kirche Christkönig in Mergelstetten, 1957 Kirche St. Gallus in Tettnang (grundlegende Erneuerung nach Kriegsschäden), 1957 Kirche St. Peter und Paul in Reutlingen, 1959 Kirche Heilig Kreuz in Gosheim, 1959 Kirche St. Peter in Bempflingen, 1960 Neubau des Langhauses der Bussenkirche in Oberschwaben, 1962
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Baden-Württemberg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1898 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Mann