Siegfried Dietrich (* 10. Juni 1957 in Marburg) ist ein deutscher Sportmanager. Er war seit 1989 als Event-Promoter tätig und wurde insbesondere als Manager und Investor des Frauenfußballvereins 1. FFC Frankfurt bekannt, den er zwischen 1998 und 2020 maßgeblich mitprägte. Nach der Fusion des 1. FFC Frankfurt mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2020 war Dietrich Generalbevollmächtigter der Eintracht Frankfurt Fußball AG sowie Sportdirektor im Frauenfußball. 2022 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen von seinen Ämtern zurück.

Karriere Dietrich absolvierte eine Ausbildung zum Sportphysiotherapeuten und eröffnete anschließend eine eigene Praxis in Frankfurt-Heddernheim.

Mit seiner Agentur SIDI-Sportmanagement organisierte er ab 1989 Sportveranstaltungen, darunter vor allem Eiskunstlauf-Galas.

1992 stieß Dietrich über den Kontakt zur Trainerin Monika Staab zum Frauen-Bundesligisten SG Praunheim. Ab der Saison 1992/93 war er dort ehrenamtlich als Manager tätig. Er forcierte die Sponsorenakquise und die Professionalisierung des Vereins; 1998 erfolgte die Ausgliederung und Gründung des 1. FFC Frankfurt.

Als Manager und Investor übernahm Dietrich eine Schlüsselrolle beim Aufbau professioneller Vermarktungs- und Organisationsstrukturen. Er pachtete als Investor die Vermarktungsrechte des Vereins und entwickelte ein wirtschaftliches Geschäftsmodell, das zur langfristigen finanziellen Stabilität beitrug. Unter seiner Verantwortung entwickelte sich der 1. FFC Frankfurt zu einem der erfolgreichsten Frauenfußballvereine Europas.

Zu dem Konzept von Dietrich zählte auch die Verpflichtung zahlreicher deutscher Nationalspielerinnen, darunter Doris Fitschen, Birgit Prinz, Nia Künzer, Renate Lingor, Kerstin Garefrekes, Saskia Bartusiak, Dzsenifer Marozsán, Nadine Angerer, Silke Rottenberg und zuletzt auch Laura Freigang und Sophia Kleinherne.

Auch abseits der sportlichen Erfolge setzte der Club Akzente. Ein bedeutendes historisches Ereignis war das Finale im UEFA Women’s Cup 2002 im Frankfurter Waldstadion, das vom 1. FFC Frankfurt in Zusammenarbeit mit der von Dietrich geführten Sportmanagementstruktur organisiert wurde. Dieses Finale stellte einen Meilenstein für die internationale Sichtbarkeit des Frauenfußballs dar und war zugleich eines der letzten Spiele im historischen Waldstadion vor dessen Neubau. Das Final-Rückspiel im UEFA Women’s Cup 2007/08 in der Commerzbank-Arena (heute Deutsche Bank Park) verfolgten 27.640 Zuschauer; dies galt zum damaligen Zeitpunkt als europäischer Rekord für ein Vereinsspiel im Frauenfußball.

Im Jahr 2020 wurde der 1. FFC Frankfurt in Eintracht Frankfurt integriert. Dietrich war maßgeblich an der strategischen Vorbereitung und Umsetzung dieser Integration beteiligt, die die langfristige strukturelle und wirtschaftliche Zukunft des Frauenfußballs in Frankfurt sicherte.

Seit Mitte/Ende der 1990er Jahre engagierte sich Dietrich als Sprecher der Frauen-Bundesliga. Seit dem DFB-Bundestag 2019 war er Vorsitzender des DFB-Ausschusses Frauen-Bundesligen und damit bis zu seinem gesundheitlichen Ausscheiden am 31. Dezember 2022 Mitglied zentraler Gremien des Deutschen Fußball-Bundes.

Privates Dietrich ist ein Sohn des Theologen und Autors Wolfgang Dietrich.

Erfolge als Sportmanager (Auswahl)

Internationale Titel

UEFA Women’s Cup / UEFA Women’s Champions League: 2002, 2006, 2008, 2015

Nationale Titel

Deutscher Meister: 1999, 2001, 2002, 2003, 2005, 2007, 2008 DFB-Pokalsieger: 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2007, 2008, 2011, 2014

Weblinks

Einzelnachweise

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