Die Mosaik-Berlin gGmbH ist ein gemeinnütziger Träger mit Sitz in Berlin, der Werkstätten, Arbeits-, Beschäftigungs- und Förderangebote für Menschen mit Behinderungen betreibt.Mosaik Berlin gGmbH – Tätigkeitsbereiche und Angebote, wfbm berlin.de, abgerufen am 11. Februar 2026: https://www.wfbm-berlin.de/arbeit-bildung-foerderung/werkstaetten-in-berlin/mosaik-berlin/ Sie ist an mehreren Standorten in Brandenburg und Berlin tätig.
Geschichte und Trägerstruktur Der heutige Unternehmensverbund geht auf den Verein „Das Mosaik e. V.“ zurück, der am 7. September 1965 von 11 Damen der Welfare Group des Deutsch-Amerikanischen Frauenclubs Berlin gegründet wurde. Mitbegründerin und erste Vorsitzende war Ruth Makowski. Ziel war es ein Angebot für junge Erwachsene mit Behinderung zu schaffen. Im Jahr 1966 nahm der Verein seine erste Tagesstätte in einer leerstehenden Drogerie in der Seehofstraße in Zehlendorf, West-Berlin in Betrieb – zur Verfügung gestellt von Gründungs- und Vereinsmitglied Eileen Pasternak.Es gibt was zu feiern: 60 Jahre Mosaik, Mosaik Berlin Website, 29. August 2025, abgerufen am 11. Februar 2026: https://www.mosaik-berlin.de/de/es-gibt-was-zu-feiern-60-jahre-mosaik Damals mit 5 Jugendlichen, die nach Verlassen ihrer Sonderschulen keinen Platz in den beschützenden Werkstätten fanden (von denen West-Berlin damals 2 unterhielt), weil sie nicht fähig waren, 30 % der normalen Arbeitsleitung zu erbringen. Bereits Mitte 1966 wurden erste leichte industrielle Auftragsarbeiten für die Firma IBM-Berlin übernommen. Zwischen 1966 und 1980 kamen acht weitere Standorte hinzu.
Im Januar 1980 erhält "Das Mosaik e. V." die formale Anerkennung als "Werkstatt für Behinderte". 1985 wird die erste Außenarbeitsgruppe bei der Firma Gühring KG (G-Elit) in Berlin-Reinickendorf eingerichtet – diese besteht bis heute. Im Herbst 1986 wird die bis heute größte Werkstatt von Mosaik im Askanierring in Berlin-Spandau eröffnet. Zur Eröffnung kommt auch der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Im Juli 2026 erwirbt die Mosaik-Berlin gGmbH das Gelände am Askanierring 155/156 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Auf dem 16.000 Quadratmeter großen Gelände befindet sich u. a. auch eine Kita der AWO sowie eine Tanz- und Kampfsportschule.
Seit 1991 bietet Mosaik auch Unterstützung bei Wohnen für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Im Mai nimmt das erste Mosaik-Wohnheim in der Weserstraße in Berlin-Neukölln seinen Betrieb auf. Wohngemeinschaften und Betreutes Einzelwohnen erweitern in den darauffolgenden Jahren das Wohnangebot.
Im Oktober 1994 wird die Mosaik-Werkstätten für Behinderte gGmbH ausgegründet. Ihr damaliger Geschäftsführer ist Hans-Joachim Peters. Im April 2019 erfolgt unter der Geschäftsführung von Frank Jeromin die Umbenennung in die Mosaik-Berlin gGmbH. Sie übernimmt bis heute zentrale Aufgaben in Arbeit und Förderung.Mosaik Berlin – Struktur und Verbund, offizielle Website, abgerufen am 13. Februar 2026: https://www.mosaik-berlin.de/de/struktur-und-verbund
Neben 4 großen Werkstattstandorte in Berlin-Mitte, -Kreuzberg, -Reinickendorf und -Spandau mit etwa 1000 Werkstattbeschäftigten verfügt sie berlinweit über 11 Tagesförderstätten (Beschäftigungs- und Förderbereich) für etwa 400 Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf. "Das Mosaik e. V." ist weiterhin Träger des Verbundes und kümmert sich zentral um die Wohnangebote. Zum 60-jährigen Jubiläum im Jahr 2025 wurde die Entwicklung des Verbundes in Fachmedien thematisiert.
Angebote und Tätigkeitsfelder
Übersicht Die Mosaik-Berlin gGmbH ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB und betreibt Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Tagesförderstätten in Berlin, darunter in Spandau, Kreuzberg, Mitte und Reinickendorf, sowie im brandenburgischen Kuhhorst. In diesen Werkstätten sind Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Arbeits- und Produktionsbereichen tätig. Dazu gehören Metall- und Holzverarbeitung, Elektromontage, Verpackung und Versand, Büro- und Archivdienstleistungen, Lebensmittelabfüllung, Garten- und Landschaftspflege sowie Kunst- und Handwerksbereiche. Es gibt zudem Außenarbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sowie Ausbildungsangebote.
Kunstwerkstatt Mosaik Berlin In der Kunstwerkstatt Mosaik Berlin sind rund 20 Menschen mit Behinderungen künstlerisch tätig sind, beispielsweise in den Bereichen Malerei, Grafik, Keramik und Bildhauerei.Kunstwerkstatt Mosaik Berlin, Mosaik Berlin Website, Stand 2026, abgerufen am 11. Februar 2026: https://www.mosaik-berlin.de/de/berufsfeld-kunst Die Kunstwerkstatt wurde 1996 gegründet und war damit die erste ihrer Art in Deutschland. Über 30 Jahre befand sie sich in der Mosaik-Betriebsstätte Spandau am Askanierring. Im Juli 2026 zog die Kunstwerkstatt in die Mercator-Höfe in der Potsdamer Straße nach Berlin-Tiergarten. Die geschaffenen Kunstwerke, die der Outsider Art zugerechnet werden, werden in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt und verkauft. Im Jahr 2000 wurde der Kunstschaffende Adolf Beutler, der bis heute die Kunstwerkstatt besucht, mit dem europäischen Kunstpreis EUWARD für Maler mit geistiger Behinderung ausgezeichnet. Über die Kunstwerkstatt selbst wurde zudem der Dokumentarfilm „Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist“ (2020) von Sabine Herpich produziert, der auf Festivals wie der Berlinale 2020 gezeigt wurde.Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist, Berlinale 2020 Programmseite, 2020, abgerufen am 11. Februar 2026: https://www.berlinale.de/de/2020/programm/202004127.html Zu sehen sind die Künstler: Adolf Beutler, Suzy van Zehlendorf, Gabriele Beer und Till Kalischer.
Mosaik-Services gGmbH mini|Charlottchen in der Droysenstraße in Charlottenburg Mosaik-Services gGmbH wurde 1997 gegründet. Das Inklusionsunternehmen unterhält neben einem Malerei- und Gebäudereinigungsbetrieb mehrere Einrichtungen der Gastronomie in Berlin mit etwa 160 Mitarbeitern (Stand: 2020). Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums 2020 des ersten Inklusionsbetriebs von Mosaik, dem Restaurant Charlottchen in Berlin-Charlottenburg, gab das Unternehmen bekannt seit 1990 224 Arbeits- und 270 Ausbildungsplätze für Menschen mit Behinderungen geschaffen zu haben. Dieser Unternehmensteil wurde ebenfalls im Jahr 2020 mit dem Inklusionspreis Berlin ausgezeichnet.
Ökohof Kuhhorst gGmbH In der Nähe von Linum entstand 1990 der Ökohof Kuhhorst, auf dem auf einer Fläche von 600 Hektar Ökologische Landwirtschaft betrieben wird. Der Ökohof vertreibt Demeter-Produkte über einen eigenen Hofladen, beliefert aber auch Biomärkte in Berlin und Brandenburg. 2006 wurde der Hof mit dem Förderpreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet.
Weblinks Offizielle Website der Mosaik Berlin gGmbH Beitrag zur Kunstwerkstatt Mosaik Berlin bei Deutschlandfunk Kultur
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Berlin) Kategorie:Gegründet 1965 Kategorie:Ehemaliger Verein (Berlin) Kategorie:Behindertenhilfsorganisation Kategorie:Unternehmensgründung 1995