Israels Bezirke Haifa und Nord physisch

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Das Museum der Gefangenen des Untergrunds (; ) ist ein Museum in Akkon, Nordbezirk Israels. Das Museum stellt die Geschichte des Gefängnisses Akkon dar und dient als Gedenkstätte für den Kampf des zionistischen Untergrundes gegen die britische Mandatsherrschaft. Es befindet sich auf dem Gelände der Zitadelle der Stadt in deren Oberbauten aus osmanischer Zeit. In: Die Geheimnisse der überirdischen und der unterirdischen Stadt Akko, abgerufen am 26. Februar 2019.

mini|250px|Plan der Altstadt mit Grundrissen von Wällen, Zitadelle (№ 2: Nordmauer des osmanischen Vorhofs, № 3: Säle 1–6, № 4: Hof, № 5: Refektorium), № 20: Dschazzār-Moschee auf Unterbau der Kreuzkathedrale, № 22: Chan al-Ifranǧ und weiteren Bauten Geschichte

Die osmanische Zitadelle umfasste bei ihrer Errichtung im 18. Jahrhundert schon Zellen für Gefangene. Nach 1918 richtete die britische Mandatsregierung die Zitadelle komplett als Gefängnis her. Bekannte Gefangene waren Abba Achimeʾir, Bahāʾullāh, Mosche Dajan, Schlomo Erʾel, Usi Gal, Seʾev Jabotinsky, Harutiun Jangülian, Mosche Karmel, Hans Lebrecht, David Rasiʾel, Stojan Saimow und Leopold Trepper, um nur einige zu nennen. Zugang zum Museum besteht vom Rechov ha-Hagannah 10 (10 ), der westlich der Zitadelle verläuft, während deren andere öffentlich zugängliche Teile, die Ritterhallen, von Osten zu betreten sind.

Die Gedenkstätte wurde 1963 in einem kleinen Teil der Zitadelle als Museum des Heldentums eingerichtet,. In: Akkonet.co.il, abgerufen am 15. März 2019. als der übrige Bau noch als psychiatrische Klinik diente. Nach deren Auflösung belegte das erweiterte Museum unter dem jetzigen Namen den ganzen osmanischen Oberbau der Zitadelle. Zu Beginn des zweiten Jahrtausends wurde das Museum in seiner Erscheinung an den Zustand angenähert, den das Gefängnis zu Beginn der Mandatszeit aufwies. Das Museum ist registriertes Kulturdenkmal mit der Identifikationsnummer 6-7600-007.

Lage Das Museum im Oberbau der Zitadelle liegt in Akkon am nördlichen Rand der heutigen Altstadt direkt an der enger gezogenen osmanischen Stadtmauer, die nur etwa ein Drittel der Fläche der einstigen Kreuzfahrerstadt einschließt,Avraham Lewensohn: Reiseführer Israel mit Straßenkarten und Stadtplänen ['Israel Tourguide', 21979; dt.], Miriam Magall (Übs.), Tel Aviv-Jaffa: und Tourguide, 1982, S. 45. und das Werk des arabischen Regionalpotentaten Ẓāhir al-ʿUmar (1690–1775) und des osmanischen Statthalters Ahmad ‹al-Dschazzār› Pascha (1722–1804) ist.Seʾev Goldmann: The Hospice of the Knights of St. John in Akko. In: Archeological Discoveries in the Holy Land, Archeological Institute of America (Kompil.), New York: Thomas Y. Crowell Co., 1967, S. 199–206, hier S. 200. An dieser alten Stadtmauer, die hier seit Anlage der Neustadt Montmusard zu Beginn des 13. Jahrhunderts bis zur Zerstörung Akkos 1291 zwischen Neu- und Altstadt verlief, besetzt die Zitadelle von Westen aus gesehen den Mauerabschnitt zwischen dem zweiten und dritten Turm, die osmanisch überbaut erhalten sind. Die Zitadelle besteht oben aus Bauten der osmanischen Zeit und grenzt im Süden an den Rechov Portzej ha-Mivtzar (; ).

Die Gassen und Straßen um die Zitadelle liegen heute sieben bis acht Meter über dem mittelalterlichen Straßenniveau,Thomas Philipp: Acre: the rise and fall of a Palestinian city, 1730–1831. (=History and society of the modern Middle East series Bd. 6), New York und Chichester: Columbia University Press, 2001, S. 171. ISBN 0-231-12327-2. da man bei Wiedererschließung der Ruinen im 18. Jahrhundert herabgestürzte Trümmer und Schutt der einst imposanten, 1291 zerstörten oberen Etagen der Kreuzfahrerbauten in den Gassen beließ und sich damit begnügte, mit Sandaufschüttungen ein neues, höheres Straßenniveau zu ebnen.Jack Bocar, La Commanderie de l’Ordre des Hospitaliers à Acre. In: L’Orient Latin: La Terre Sainte à l’époque Romane – L’Orient au Temps des Francs, abgerufen am 25. Februar 2019. Damit ist dieser Bereich heute die höchste Lage in Akkos Altstadt. Entsprechend nahm man nur auf dieser Höhe Baureste in Nutzung bzw. baute auf erhaltenen Untergeschossen neu, die auf dem neuen Niveau noch herausragten. So setzen die osmanischen Bauteile der Zitadelle direkt auf die erhaltene, seinerzeit verschüttete ehemalige nördliche Johanniterkommende (Erhard Gorys, Das Heilige Land: Historische und religiöse Stätten von Judentum, Christentum und Islam in dem 10000 Jahre alten Kulturland zwischen Mittelmeer, Rotem Meer und Jordan. (=DuMont-Kunst-Reiseführer). Köln: DuMont, 21984, S. 368. ISBN 3-7701-1474-4.Jack Bocar, Quartier Templiers emplacement des structures, In: L’Orient Latin: La Terre Sainte à l’époque Romane – L’Orient au Temps des Francs, abgerufen am 25. Februar 2019.) auf.. In: מִשְׂרַד הַבִּיטָּחוֹן, abgerufen am 13. Juni 2018.

Der beste Ausblick über ganz Akkon bietet sich vom über 40 Meter hohen Nordostturm Burǧ al-Chazna innerhalb des Museumskomplexes.Erhard Gorys: Das Heilige Land: Historische und religiöse Stätten von Judentum, Christentum und Islam in dem 10000 Jahre alten Kulturland zwischen Mittelmeer, Rotem Meer und Jordan. (=DuMont-Kunst-Reiseführer), Köln: DuMont, 21984, S. 369. ISBN 3-7701-1474-4.

Ausstellung Träger des Museums ist das israelische Verteidigungsministerium, das auch die Erinnerung an den jüdischen Untergrundkampf gegen die britische Herrschaft pflegt. Neben dem Museum in Akkon unterhält das Ministerium seit 1991 noch das namensgleiche Museum in Jerusalem.

Besucher betreten das Museumsgelände vom Rechov ha-Hagannah im Westen her, passieren einen ansteigenden Weg auf der nördlichen Stadtmauer mit Schautafeln, die eine erste Einführung ins Sujet des Museums geben. Am Ende des Zuweges steht das Kassenhaus auf dem Wall der Stadtmauer, und eine Brücke aus britischer Zeit über den trockenen Graben zwischen Wall und Zitadelle führt hinüber in deren museal genutzte Räume. Das Museum zeigt baulich vor allem den der Mandatszeit angenäherten Zustand des Gefängnisses.„עַכּוֹ“. In: mapa.co.il, abgerufen am 11. Juni 2018.Holy place restored and open to pilgrims. In: Baháʾí World News Service, 24. November 2004, abgerufen am 12. Juni 2018. Zunächst umfasste das 1963 eröffnete Museum nur einen kleinen Bereich um den ehemaligen britischen Galgen im unteren Geschoss des Nordwestturms, jetzt Jabotinsky-Flügel genannt. Im Jahre 1963 lautete der Name der Einrichtung Museum des Heldentums ().Abraham Rabinovich, Akko – St. Jean d’Acre, (= Palphot’s pictorial Guide & Souvenir), Herzliah: , 1980, S. 6.

Nach Auszug der Nervenheilanstalt 1981, die das Gros der Zitadelle belegt hatte, und Renovierung und Neugestaltung ihrer Räume öffnete das erweiterte Museum 1984 mit inhaltlich überarbeiteter Ausstellung seine Pforten. Präsentiert wird die Geschichte des Gefängnisses Akko. Später wirkte Menachem ‹Mendel› Maletzky (; 1922-2007), ehemals Irgunist und Beteiligter an der Gefangenenbefreiung 1947 und in den 1990er Jahren Vorsitzender der Veteranen der früheren Untergrundorganisationen Hagannah, Irgun und LeCh"I, an der Überarbeitung der Ausstellung mit. Der Ostflügel unterrichtet vor allem über besagte damalige zionistischen Untergrundorganisationen und erklärt ihr Wirken, wie das Bemühen um Einwanderungsmöglichkeiten für Entflohene des europäischen Antisemitismus und für Überlebende der Schoah. Im gesamten Museum stellen lebensgroße Figuren sowie restaurierte und nachempfundene Interieurs szenisch das Geschehen im damaligen britischen Central Prison nach und erinnern an Funktionen der Räume, an tätige und inhaftierte Personen, insbesondere an am Galgen Gehenkte (so genannte ʿŌlej ha-Gardōm) und an beteiligte Untergrundbewegungen. Von den im Gefängnis tätigen Personen wird insbesondere des Anstaltsrabbiners Arjeh Levin (; 1885–1969) gedacht. (Hrsg.): , auf: maltar.org.il, abgerufen am 2. August 2019.

mini|Gefängnis: Todeszellen im Nordflügel, 2009 Der Süd- bzw. Ostflügel enthält Zellen, in denen einst streng getrennt voneinander nichtjüdische arabischeNichtjüdische Araber zählten religiös zu verschiedenen christlichen oder islamischen Konfessionen bzw. zu den Drusen. bzw. jüdische arabische und jüdische europäische Häftlinge einsaßen. Arbeitsräume der Gefangenen, wo einst Werkstätten waren, sind unten im Turm Burǧ al-Chazna im Nordosteck zu sehen, im Obergeschoss werden im Vorführraum Filme zu Haftalltag und Ereignissen (z. B. die Gefangenenbefreiung 1947) gezeigt. Der ehemalige Gefängnishof ist bis 1999 durch Freilegung des Kommendenhofs darunter weitgehend verschwunden, aber teilweise auf einem leichten Gerüstbau über der Pfeilerhalle im Ostflügel des Grand Manoirs rekonstruiert. Die Ausstellung zeigt ferner szenisch eingerichtete Bereiche des Krankentrakts, der Verwaltungsräume im ersten Stock des Nordflügels und im unteren Geschoss Todeszellen.

mini|Jabotinsky-Flügel im Nordwestturm mit Holztür zu Bahāʾullāhs Zelle, 2018 Hinweistafeln, restaurierte und nachempfundene Interieurs erinnern an Funktionen der Räume, an tätige und inhaftierte Personen, Untergrundbewegungen, denen diese angehörten, sowie das Geschehen im Gefängnis. Photographien, Dokumente, Texttafeln und Bildschirme mit Filmsequenzen illustrieren die Inhalte.

mini|Kommende: Kerker, 2010 Bahaʾullahs Zelle als Wallfahrtsstätte Im Jabotinsky-Flügel im Nordwestturm finden sich unten der Galgen und Gedenkräume für Gehenkte und im Obergeschoss desselben Gedenkräume für andere ehemalige Gefangene wie Bahāʾullāh und Wladimir Seʾev Jabotinsky. Die Gedenkräume für Bahā'ullāh und Mitgefangene sind seit Juli 2004 restauriert und wieder offen für Bahaʾi-Wallfahrten. Der ehemalige Kerker der Johanniterkommende, dem Ostflügel des Grand Manoirs östlich vorgelagert,Eliʿezer Stern, La commanderie de l’Ordre des Hospitaliers à Acre. In: Bulletin Monumental, Bd. 164 (Nr. 1, 2006 mit dem Titel ‹L’architecture en Terre Sainte au temps de Saint Louis›'), S. 53–60, hier S. 55. ist nicht Teil des Museums, sondern als Teil der Ritterhallen zu besichtigen.

Baubeschreibung Das Museum nimmt die Räumlichkeiten der Zitadelle (; , translit. Mətzūdath ʿAkkō) aus osmanischer Zeit ein. Die zum Museum genutzten Bauten entstanden in getrennten Bauphasen zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert. Im Jahre 2001 erklärte die UNESCO das Museum als Teil der Zitadelle, wie die gesamte Altstadt Akkos, zum Weltkulturerbe.Thomas Veser, Heiligkreuzkirche unter dem Harem. In: Neue Zürcher Zeitung, 24. Dezember 2003, abgerufen am 22. Februar 2019. Herzstück der Anlage ist der Turm Burǧ al-Chazna (Assad ibn Ǧibrāʾīl Rustum: Notes on Akka and its Defences under Ibrahim Pasha. Beirut: o. V., 1926, S. 10ff.), Akkos höchster Bau, der den osmanischen Oberbauten die Bezeichnung Zitadelle eintrug.Bernhard Dichter, Salman Baumwoll et al.(Bearb.): עַכּוֹ - אֲתָרִים מִיָּמֵי הַתּוּרְכִּים / (Zusatztitel: Akko, Bauten aus der türkischen Zeit / Akko, sites from the Turkish period), Universität Haifa / (Gottlieb-Schumacher-Instituts zur Erforschung des christlichen Beitrags zum Wiederaufbau Palästinas im 19. Jahrhundert; Hrsg.), Haifa: , 2000, S. 52. Die britische Mandatsmacht nutzte den Bau als Central Prison of Acre mit damit verbundenen Einrichtungen wie Verwaltungstrakt und Zellen in Nord- und Ostflügel und der Kışla mit Zellen im Süd- und Versorgungsräumen im Westflügel.

mini|300px|Raumnutzung im britischen Gefängnis, Tafel im Gefängnismuseum, 2010 mini|Blick 2013 vom Südflügel über die Höfe von Kommende (unten) und Zitadelle (oben) mit Skulptur ‹Hofgang› zu Nord- und Ostflügel, überragt vom Burǧ al-Chazna