Der Landkreis Deggendorf liegt in der Mitte des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern. Mit 119.204 Einwohnern gehört er zu den mittelgroßen Landkreisen in Bayern. Geografisch wird der Landkreis Deggendorf durch die Donau in zwei Teile getrennt: die eine Hälfte ist geprägt durch die Ausläufer des Bayerischen Waldes, die andere Seite durch die fruchtbaren Ebenen des Gäubodens. Zudem mündet im Landkreis Deggendorf die Isar in die Donau. Durch seine Lage im Bayerischen Wald sowie im Bayerischen Golf- und Thermenland ist der Landkreis eine beliebte Tourismusregion.

Geographie Lage mini|Aussicht auf Deggendorf aus dem Krankenhaus mini|Die Isar bei Plattling nach der Staustufe mini|Blick über Niederalteich mit der Donau im Vordergrund

Das Kreisgebiet Deggendorf hat im Norden und Osten Anteil am Bayerischen Wald. In der Mitte durchzieht die Donau von Nordwesten nach Südosten das Kreisgebiet. Südwestlich von Deggendorf mündet die Isar, von Südwesten kommend, in die Donau. Um das Mündungsgebiet hat sich eine Auenlandschaft erhalten, an die sich südlich der Isar der Gäuboden anschließt, eine der Kornkammern Bayerns.

Der höchste Berg im Landkreis Deggendorf ist der Einödriegel in der Gemeinde Grafling (), der niedrigste Punkt liegt in der Einöde Lenau in der Gemeinde Künzing mit .

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Regen, Freyung-Grafenau, Passau, Rottal-Inn, Dingolfing-Landau und Straubing-Bogen.

Klima Durch seine Lage in Mitteleuropa befindet sich der Landkreis Deggendorf in der kühlgemäßigten Klimazone im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.

Die nachfolgende Grafik gibt die Klimawerte des Landkreises wieder (die Höhenlagen des Bayerischen Waldes können niedrigere Temperaturwerte aufweisen):

Geschichte Landgerichte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit Das Kreisgebiet Deggendorf gehört zu den altbayrischen Gebieten. Nach der Belehnung der Wittelsbacher mit dem Herzogtum Baiern begannen diese, eine Verwaltungs- und Gerichtsorganisation zu schaffen. Das Aussterben der Grafen von Bogen (1242) ermöglichte den Wittelsbachern die Gründung der Landgerichte Deggendorf und Hengersberg. Im Spätmittelalter entstanden die Landgerichte Natternberg und Osterhofen, im 17. und 18. Jahrhundert existierte zwischenzeitlich das Landgericht Winzer. Der jeweilige Landrichter bzw. Pfleger war für die Verwaltung und die Justiz (Hochgerichtsbarkeit über die Bewohner von Städten und die Grundholden von geistlichen und weltlichen Grundherren; zusätzlich niedere Gerichtsbarkeit über die Bauern, die im Rahmen der Grundherrschaft direkt den Wittelsbachern unterstanden) zuständigHistorischer Atlas von Bayern. Altbayern Reihe I Heft 27: Deggendorf. Teil III Die Zeit der altbayerischen Land- bzw. Pfleggerichte (13. Jahrhundert bis Anfang des 19. Jahrhunderts).

Die Reformen des 19. Jahrhunderts Als Baiern (nach 1806 Königreich; seit 1825 „Bayern“) um 1800 viele Gebiete hinzugewann, begann die Reform der Justiz sowie der Verwaltung. Neben Adeligen hatten jetzt auch Bürger die Möglichkeit, die Stelle eines Landrichters anzutreten, da die Qualifikation nun im Vordergrund stand. Die Landgerichte Deggendorf und Vilshofen wurden 1803 neu gebildet, 1838 erfolgte die Wiederherstellung der Landgerichte Osterhofen und Hengersberg. Den Landgerichten unterstanden die 1808 bzw. 1818 entstandenen Gemeinden. Mit der Säkularisation (1803: Aufhebung der geistlichen Grundherrschaften, z. B. der Klöster Niederaltaich und Metten) war auch die niedere Gerichtsbarkeit über deren einstige Untertanen auf den Staat (d. h. die Landgerichte) übergegangen. Weltliche Grundherren (u. a. in den Hofmarken Offenberg, Moos, Egg) konnten im Rahmen der Patrimonialgerichtsbarkeit die niedere Gerichtsbarkeit und die Polizeigewalt noch einige Jahrzehnte ausüben, ehe auch diese 1848 auf den Staat übergingen.Historischer Atlas von Bayern. Altbayern Reihe I Heft 27: Deggendorf. Teil IV Behördenorganisation seit 1803 und Gemeindebildung im Gebiet des heutigen Landkreises Deggendorf

1852 erfolgte die Bildung von Distriktsgemeinden (Zusammenschlüsse von Gemeinden, um u. a. den Bau und den Unterhalt von Straßen sowie Krankenhäusern zu ermöglichen). So entstanden die Distriktsgemeinden Deggendorf, Hengersberg und Osterhofen, deren Zuschnitt dem jeweiligen Landgericht entsprach.

1862 erfolgte in Bayern die Trennung von Justiz und Verwaltung. Die einem Bezirksamtmann unterstehenden Bezirksämter waren für die Verwaltung zuständig, die bestehenden Landgerichte (1879 in Amtsgerichte umbenannt) für die Justiz. Das Bezirksamt Deggendorf wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte Deggendorf und Hengersberg gebildet. Ebenso wurden die Landgerichte Osterhofen und Vilshofen zum Bezirksamt Vilshofen zusammengefasst. Die Distriktsgemeinden entsprachen weiterhin den Sprengeln der Land- bzw. Amtsgerichte.

1879 schied die Stadt Deggendorf aus dem Bezirk Deggendorf aus und wurde eine kreisunmittelbare Stadt. 1888 wurde der Markt Plattling zur Stadt erhoben.

Die Reformen des 20. Jahrhunderts 1928 wurde das Bezirksamt Deggendorf um die Gemeinde Oberaign (zuvor Bezirksamt Grafenau) vergrößert. 1920 fasste man die Distriktsgemeinden Deggendorf und Hengersberg zum Bezirk Deggendorf zusammen. 1935 wurde die Gemeinde Schaching in die Stadt Deggendorf eingemeindet.

1939 wurde reichsweit die preußische Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Deggendorf sowie aus dem Bezirksamtmann der Landrat. 1940 wurde die Stadt Deggendorf in den Landkreis Deggendorf eingegliedert, dies machte man jedoch 1948 wieder rückgängig. 1946 gab der Landkreis die Gemeinde Allhartsmais an den Landkreis Grafenau ab. Diese wurde nach Schöfweg eingemeindet. 1966 erfolgte die Erhebung der Gemeinden Metten und Schöllnach jeweils zum Markt.

Vor der Landkreisgebietsreform des Jahres 1972 bestand der Altlandkreis Deggendorf aus 48 Gemeinden (siehe #Gemeinden im Altlandkreis Deggendorf).

Im Zuge der Gebietsreform wurde der Landkreis Deggendorf am 1. Juli 1972 vergrößert. Neu zum Landkreis kamen die Stadt Deggendorf, die nach dem Verlust der Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt erhielt die Gemeinde Bernried aus dem aufgelösten Landkreis Bogen die Gemeinde Lailling aus dem aufgelösten Landkreis Landau an der Isar und der Westteil des aufgelösten Landkreises Vilshofen mit der Stadt Osterhofen sowie den Gemeinden Aholming, Aicha an der Donau, Altenmarkt, Anning, Buchhofen, Forsthart, Galgweis, Gergweis, Göttersdorf, Kirchdorf bei Osterhofen, Künzing, Langenamming, Langenisarhofen, Moos, Neusling, Neutiefenweg, Niedermünchsdorf, Niederpöring, Oberpöring, Ottmaring, Ramsdorf, Wallerfing und Wisselsing.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Damit erreichte der Landkreis Deggendorf seine heutige Ausdehnung.

Gemeinden im Altlandkreis Deggendorf mini|375px|Landkreis Deggendorf, Gemeindegrenzenkarte von 1961 Alberting, heute zu Grafling Allhartsmais, heute zu Schöfweg (FRG) Altenufer, heute zu Hengersberg Auerbach Außernzell Bergern, heute zu Grafling Buchberg, heute zu Offenberg Deggenau, heute zu Deggendorf Deggendorf (Stadt, nur 1940 bis 1948) Edenstetten, heute zu Bernried Egg, heute zu Bernried Engolling, heute zu Auerbach Fischerdorf, heute zu Deggendorf Grafling Grattersdorf Greising, heute zu Deggendorf Haunersdorf, heute zu Otzing Hengersberg (Markt) Hirschberg, heute zu Grafling Hunding Iggensbach Lalling Metten Michaelsbuch, heute zu Stephansposching Mietraching, heute zu Deggendorf Nabin, heute zu Grattersdorf Natternberg, heute zu Deggendorf Neßlbach, heute zu Winzer Niederalteich Oberaign, heute zu Grattersdorf Offenberg Otzing Pankofen, heute zu Plattling. Penzenried, heute zu Offenberg Pielweichs, heute zu Plattling Plattling (Stadt) Riggerding, heute zu Schöllnach Rottersdorf, heute zu Stephansposching Schaching, heute zu Deggendorf Schaufling Schöllnach Schwanenkirchen, heute zu Hengersberg Schwarzach, heute zu Hengersberg Seebach, heute zu Deggendorf Steinkirchen, heute zu Stephansposching Stephansposching Taiding, heute zu Schöllnach Urlading, heute zu Schaufling und Auerbach Waltersdorf, heute zu Hengersberg Winsing, heute zu Grattersdorf Winzer

Politik Kreistag Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeCSUChristlich-Soziale Union in Bayern36,32141,42547,12841,32646,42942,828AfDAfD Bayern18,4118,25––––––––FWFreie Wähler Bayern17,31019,11218,71118,4119,4610,76SPDSPD Bayern7,759,9616,11017,41120,61222,314JLJunge Liste6,745,736,747,046,444,52GrüneGrüne Bayern6,449,054,935,534,426,03BPBayernpartei2,722,62––––––––Die LinkeDie Linke1,81––––––––––ÖDPÖkologisch–Demokratische Partei1,712,413,323,42––––FDPFDP Bayern1,111,611,812,51––––REPDie Republikaner––––1,314,122,612,91FWGFreie Wählergemeinschaft––––––––10,269,66gesamt1006099,96099,96099,660100,06098,860Wahlbeteiligung62,6 %58,7 %53,3 %59,2 %65,7 %69,5 %

Landräte Landrat des Landkreises Deggendorf ist der ehemalige Staatsminister Bernd Sibler. Die Wahl fand am 15. Mai 2022 statt, Sibler wurde im ersten Wahlgang mit 52,84 Prozent der Stimmen bei vier Gegenkandidaten gewählt. Grund für die außertourliche Neuwahl war die Ernennung des bisherigen Landrats Christian Bernreiter zum bayerischen Staatsminister für Wohnen, Bauen und Verkehr. Stellvertreter des Landrats sind Roman Fischer (CSU), Josef Färber (FW) und Eugen Gegenfurtner (SPD).

Die bisherigen Bezirksamtsvorstände (bis 1938) und Landräte (ab 1939): 1908–1919 Emanuel Ritter Lenk v. Dittersberg 1919–1937 Theodor Schmitt 1938–1943 Franz Seyfferth 1943–1944 Konrad Häfner 1944–1945 Karl Heindl kommissarisch April 1945–Mai 1945: Anton Reushttp://www.geschichtsverein-deggendorf.de/docs/2002_PNP_49.pdf Mai 1945–Mai 1946: Erich Chrambach Mai 1946–April 1948: Alois Weinzierl Mai 1948–Februar 1963: Ludwig Heigl (CSU) Februar 1963–Mai 1972: Josef Krug Juni 1972–30. April 1978: Walter Fritsch (SPD) 1. Mai 1978–30. April 2002: Georg Karl (CSU) 1. Mai 2002–23. Februar 2022: Christian Bernreiter (CSU) seit Mai 2022: Bernd Sibler (CSU)

Wappen

Landkreispartnerschaften Plzeň-sever, Tschechien; seit 2001

Bevölkerung 400x400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Deggendorf (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Deggendorf, Alter und Geschlecht.)

Zum 30. Juni 2019 hatte der Landkreis Deggendorf 119.204 Einwohner.Landkreis Deggendorf, abgerufen am 1. Juli 2020. Damit gehört er der Bevölkerung nach zu den mittelgroßen Landkreisen in Bayern. In Niederbayern steht er an 5., in Bayern an 40. Stelle.Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 1. Juli 2020. Die Bevölkerungsdichte liegt mit 138 Einwohnern pro Quadratkilometer unter dem bayerischen Durchschnitt. Das Durchschnittsalter der Landkreisbevölkerung lag 2018 bei 44,2 Jahren. Auf 1.000 Einwohner kommen 8,5 Geburten und 11,3 Sterbefälle pro Jahr.wegweiser-kommune.de, abgerufen am 1. Juli 2020. 2011 waren 76,3 % der Bevölkerung des Landkreises römisch-katholisch, 9,2 % evangelisch-lutherisch, der Ausländeranteil machte etwa 4 % aus.Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 1. Juli 2020.

Einwohnerentwicklung Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Deggendorf um über 15.000 Einwohner bzw. um rund 15 %. Nachdem die Einwohnerzahlen vorübergehend rückläufig waren, lässt sich nun wieder ein positives Wachstum verzeichnen. So lag die relative Bevölkerungsentwicklung zwischen 2011 und 2018 bei 4 %, ausgelöst vor allem durch einen positiven Wanderungssaldo insbesondere der 18- bis 24-jährigen (Bildungswanderung). Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.