Der Landkreis Landshut liegt im Westen des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern. Die kreisfreie Stadt Landshut liegt als Enklave mitten im Kreisgebiet. Verwaltungssitz ist seit 2025 nicht mehr die Stadt Landshut, sondern der Markt Essenbach. Die Isar teilt den Landkreis in einen Nord- und einen Südteil, die ähnlich groß sind.

Geographie Lage Das Gebiet des Landkreises Landshut umfasst ein Hügelland, das von der in west-östlicher Richtung fließenden Isar, einem rechten Nebenfluss der Donau, durchzogen wird. Der Fluss teilt das Gebiet in zwei etwa gleich große Teile. Nördlich des Flusses, am linken Ufer, wird es als Donau-Isar-Hügelland bezeichnet, südlich des Flusses, am rechten Ufer, als Isar-Inn-Hügelland. Neben der Isar gibt es zwei weitere größere Flüsse: Im Süden des Kreises die Vils, ein bei Vilshofen außerhalb des Kreisgebiets mündender Nebenfluss der Donau sowie im Nordwesten des Kreises die Große Laber (auch Laaber), die in nördlicher Richtung fließt und ebenfalls (in der Nähe von Straubing) in die Donau mündet. Die beiden Quellflüsse der Vils, die Große und die Kleine Vils, entspringen im Nachbarlandkreis Erding und vereinigen sich südlich der Kreisgemeinde Gerzen. mini|links|Velden (Vils) zwischen sanften Hügeln

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die acht Landkreise Kelheim, Regensburg, Straubing-Bogen, Dingolfing-Landau, Rottal-Inn, Mühldorf am Inn, Erding und Freising.

Geschichte Landgerichte Das Gebiet des Landkreises Landshut gehörte schon sehr früh zu Bayern. 1803 wurden die Landgerichte Landshut und Vilsbiburg errichtet, die zum Isarkreis gehörten und sowohl Verwaltungs- als auch Justizaufgaben erfüllte. 1809 wurde die Stadt Landshut eine kreisunmittelbare Stadt. 1838 musste das Landgericht Vilsbiburg einige Gemeinden an das neu errichtete Landgericht Dingolfing abgeben. Ferner entstand das Landgericht Rottenburg an der Laaber. Sie alle kamen zum Unterdonaukreis, der gleichzeitig in Niederbayern umbenannt und dessen Sitz von Passau nach Landshut verlegt wurde. 1857 wurde das Landgericht Mainburg neu errichtet.

Bezirksämter Das Bezirksamt Landshut übernahm im Jahr 1862 die Verwaltungsaufgaben vom flächengleichen Landgericht älterer Ordnung Landshut. Ebenso wurden die Landgerichte Mainburg und Rottenburg a.d.Laaber zum Bezirksamt Rottenburg a.d.Laaber zusammengefasst, während das Bezirksamt Vilsbiburg von der Fläche her dem Landgericht Vilsbiburg entsprach.

1901 wurde in Mainburg ein eigenes Bezirksamt errichtet.

Am 1. April 1928 trat das Bezirksamt die Gemeinden Achdorf und Berg an die Stadt Landshut ab.

Landkreise Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall in Bayern die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Landshut, Mainburg, Rottenburg a.d.Laaber und Vilsbiburg.

Am 1. Januar 1972 trat der Landkreis die Gemeinde Münchnerau an die kreisfreie Stadt Landshut ab.

Landkreis Landshut Bei der Gebietsreform in Bayern wurde der Landkreis am 1. Juli 1972 deutlich vergrößert. Neu zum Landkreis kamen alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Vilsbiburg bis auf die Gemeinden Dirnaich, Frontenhausen, Hölsbrunn und Rampoldstetten die Stadt Rottenburg an der Laaber sowie die Gemeinden Andermannsdorf, Egg, Hebramsdorf, Högldorf, Hofendorf, Hohenthann, Holzhausen, Inkofen, Kläham, Münster, Niedereulenbach, Niederhornbach, Oberergoldsbach, Oberhatzkofen, Oberlauterbach, Oberotterbach, Oberroning, Pattendorf, Pfaffendorf, Pfeffendorf, Pfeffenhausen, Piegendorf, Rainertshausen, Schmatzhausen, Stollnried und Türkenfeld aus dem aufgelösten Landkreis Rottenburg an der Laaber die Gemeinden Bayerbach bei Ergoldsbach, Ergoldsbach, Greilsberg, Langenhettenbach, Neufahrn in Niederbayern, Prinkofen und Winklsaß aus dem aufgelösten Landkreis Mallersdorf sowie die Gemeinden Martinszell, Obermünchen und Obersüßbach aus dem aufgelösten Landkreis Mainburg. Der Landkreis Landshut seinerseits gab die Gemeinde Schönbrunn an die Stadt Landshut ab.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Die Verwaltung hatte ihren Sitz in der kreifreien Stadt Landshut. Der Kreistag beschloss in seiner konstituierenden Sitzung nach der Gebietsreform im Jahr 1972, eine Verlegung des Landratsamts eines Tages in den Landkreis.

Am 1. Juli 1974 trat der Landkreis auch die Gemeinde Frauenberg an die kreisfreie Stadt Landshut ab. Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Bruckberg aus dem Landkreis Freising in den Landkreis Landshut. Gleichzeitig gab der Landkreis die Gemeinde Felizenzell an den Landkreis Mühldorf am Inn ab, die dort nach Buchbach eingemeindet wurde.

Da das Landsratsamt zunehmend durch viele ausgelagerte Bereiche auf mehrere Standorte verteilt war und weiterhin Platzmangel herrschte, beschloss der Kreistag 2017 in einem Grundsatzbeschluss, den Sitz nach Essenbach zu verlegen und dort ein neues Landratsamt zu bauen. Durch Verordnung des Bayerischen Ministerpräsidenten wurde der Sitz der Kreisverwaltung zum 1. Mai 2025 nach Essenbach verlegt. Das Gebäude in Essenbach wurde nach drei Jahren Bauzeit und 95 Millionen Euro Kosten am 16. September 2025 feierlich eingeweiht.

Einwohner mini|Einwohnerentwicklung mit Anzahl der Geburten und Sterbefälle des Landkreises Landshut von 1983 bis 2017

Die Einwohnerzahlen haben sich wie folgt entwickelt (Anmerkung: ab 2001 Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik zum 31. Dezember eines Jahres):Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtag PDF. Online auf statistikdaten.bayern.de.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (ab 1960, 10er-Schritte) PDF. Online auf statistikdaten.bayern.de.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinde, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell), Stichtage PDF. Online auf statistikdaten.bayern.de.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) PDF. Online auf statistikdaten.bayern.de. Jahr Einwohnerzahl Stand 1840 51.223 01.12.1840 1871 61.687 01.12.1871 1900 69.237 01.12.1900 1925 74.636 16.06.1925 1939 72.754 17.05.1939 1950 106.607 13.09.1950 1961 90.795 06.06.1961 1965 92.374 31.12.1965 1970 96.566 27.05.1970 97.386 31.12.1970 1975 104.540 31.12.1975 1980 109.153 31.12.1980 1987 115.644 25.05.1987 1990 122.638 31.12.1990 1995 133.531 31.12.1995 2000 142.442 31.12.2000

Jahr Einwohnerzahl 2001 144.504 2002 145.892 2003 146.857 2004 147 736 2005 148.101 2006 147.990 2007 148.286 2008 148.513 2009 148.350 2010 148.783 2011 147.758 2012 148.862 2013 150.316 2014 151.819 2015 154.577 2016 155.442

Jahr Einwohnerzahl 2017 157.239 2018 158.698 2019 159.895 2020 161.191 + Altersstruktur der Bevölkerung des Landkreises gemäß Zensus 2011. Alter Einwohner nach AlterBayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: PDF. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. jünger als 18 19,0 % 18 bis 29 13,4 % 30 bis 49 30,0 % 50 bis 64 20,4 % älter als 65 17,1 %

mini|Fluktuation (Summe aus Zu- und Fortzügen) der Bevölkerung im Landkreis Landshut im Verhältnis zur Gesamteinwohnerzahl

Mit dem Kriegsende 1945 stieg bis 1950 die Bevölkerung wegen der Flüchtlinge kurzfristig sprunghaft an, um bis Ende der fünfziger Jahre wieder abzunehmen. Von den 1960er Jahren stieg die Bevölkerung kontinuierlich bis 2005 auf 148.101 Einwohner. Von 2006 bis 2012 blieb die Bevölkerung nahezu konstant um dann ab 2013 bis 2018 kontinuierlich auf 158.698 Einwohner anzusteigen. Durchschnittlich war dies ein Zuwachs von 1.640 Einwohnern pro Jahr in diesem Zeitraum. Dieses Wachstum geht aber auch mit einer Zunahme der Fluktuation der Bevölkerung einher. Lag der Anteil des Zuzugs und Wegzugs über die Landkreisgrenzen hinweg in den Jahren 2000 bis 2013 (14 Jahre) im Schnitt bei etwa 8 % der Gesamtbevölkerung stieg diese im Zeitraum von 2014 bis 2017 (4 Jahre) auf einen Durchschnittswert von 10 % an.

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl des Landkreises Landshut von 117.901 auf 158.698 um 40.797 Einwohner bzw. um 34,6 %.

Der Demographie-Spiegel für BayernHrsg. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Online auf https://www.statistik.bayern.de/. berechnet für den Regierungsbezirk Niederbayern eine relativ konstante Einwohnerentwicklung (−1,2 Prozent) bis 2029. Innerhalb des Regierungsbezirkes sieht er den Landkreis Landshut jedoch als eine Wachstumsregion mit einem potentiellen Anstieg der Bevölkerung von vier Prozent. Dieser Zuwachs würde sich aber auch hier nicht gleichmäßig verteilen.

Betrachtet man die Anzahl der Geburten und Sterbefälle im Zeitraum 1983 bis 2017 (siehe Grafik „Einwohnerentwicklung mit Anzahl der Geburten und Sterbefälle des Landkreises Landshut von 1983 bis 2017“) so ist zu erkennen, dass die Trendkurve für die Geburten in diesem Zeitraum eine sinkende Tendenz aufweist, während diese in Bezug auf die Sterbefälle eine deutlich steigende Tendenz darstellt.

mini|Geburtenentwicklung des Landkreises Landshut von 1983 bis 2017 mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Landshut (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Landshut, Alter und Geschlecht.)

Ende 2017 betrug der Ausländeranteil 9,3 %, welcher knapp unter dem Durchschnitt in Niederbayern mit 9,5 % liegt.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Bevölkerungsstand Kreise 2013 bis 2017 Der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund betrug 13 Prozent im Jahre 2011.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: PDF. Online auf ergebnisse.zensus2011.de. Durchschnitt in Niederbayern waren hier 9,5 ProzentLandshuter Zeitung: Meist wenig Migrationshintergrund: Anteil in Ostbayern unter dem Schnitt, 1. Juli 2014..

Das Durchschnittsalter hat sich von 38,5 Jahren 2000 auf 41,7 Jahre 2010 erhöht.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Durchschnittsalter der Bevölkerung: Gemeinde, Geschlecht, Stichtage PDF. Online auf statistikdaten.bayern.de. in den letzten drei Jahrzehnten waren die höchsten Geburtenzahlen im Verhältnis zur Einwohnerzahl in den neunziger Jahren zu verzeichnen. Der Höchststand war dabei im Jahr 1990. Seitdem ist dieses Verhältnis bis 2013 deutlich gesunken. Die niedrigen Geburtenraten schlagen sich auch in der Entwicklung des Durchschnittsalters nieder: 43,1 Jahre betrug dies gemäß Bayerischem Landesamt für Statistik zum 31. Dezember 2018. Seit 2014 ist allerdings wieder ein Anstieg der Geburtenraten zu verzeichnen, weshalb der Anteil der Geburten an der Gesamteinwohnerzahl wieder zugenommen hat. Dennoch liegt dieser Wert noch deutlich unter dem des Jahres 1991 (siehe hierzu die nebenstehende Grafik).

2011 setzte sich die Bevölkerung des Landkreises Landshut je zur Hälfte aus Männern und Frauen zusammen.Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: PDF. Online auf ergebnisse.zensus2011.de.

Politik Acht Monate nach Kriegsende fanden am 27. Januar 1946 die ersten Kommunalwahlen (Gemeinderatswahlen) in den kreisangehörigen Gemeinden Bayerns und damit auch im Landkreis Landshut statt. In den Monaten April und Mai 1946 folgten dann noch die ersten Wahlen der Bürgermeister, Landräte sowie Kreistage. 2006 wurde diesbezüglich das 60-jährige Jubiläum begangen.INFORMATION (An alle Haushaltungen!); Hrsg. Gemeinde Adlkofen, Nr. XX/04 - 2006

Kreistag Der Kreistag besteht ab 2020 aus 70 statt zuvor 60 Personen, da der Landkreis Landshut zum 31. Dezember 2013 die Marke von 150.000 Einwohnern überschritten hat.Landshuter Wochenblatt: Landkreis knackt die 150.000er-Marke, 24. September 2014.

Nach der Kommunalwahl 2020 waren darunter 37 (40) Männer und 23 (20) Frauen. Die Sitzverteilung im 2026 (2020) gewählten Kreistag ist wie folgt: