mini|Niederbayerisches Hügelland bei Bergham mini|Bei Büchlberg im Bayerischen Wald

Der Landkreis Passau ist einer von neun Landkreisen des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern. Die kreisfreie Stadt Passau schiebt sich von Osten wie ein Keil in das Kreisgebiet, so dass sich der Landkreis halbkreisförmig um diese Stadt erstreckt. Flächenmäßig liegt er in Bayern auf Platz 3 der Landkreise und bevölkerungsmäßig auf Platz 5. Im Osten und Süden grenzt er an Oberösterreich.

Geografie Lage Durch das Kreisgebiet fließt von Nordwesten nach Südosten die Donau. Im Osten des Kreises bildet diese die Grenze zu Österreich (Oberösterreich). Die Donau teilt das Kreisgebiet in zwei unterschiedliche Landschaften. Im Norden ziehen sich die Ausläufer des Bayerischen Waldes bis zu Höhen von nahezu 1.000 m hinauf. Am Rande des Bayerischen Waldes fließt die Ilz, ein linker Nebenfluss der Donau, die in Passau mündet. Südlich der Donau dehnt sich eine Hügellandschaft aus, die sich bis zum Rottal erstreckt. Die Rott ist ein linker Nebenfluss des Inns, durchzieht das südliche Kreisgebiet von West nach Ost und mündet bei Neuhaus am Inn. Im Westen des Kreises fließt einige Kilometer die Vils, bevor sie in Vilshofen in die Donau mündet.

Nachbarkreise Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Rottal-Inn, Deggendorf und Freyung-Grafenau, von denen er der größte ist. Im Osten und Süden grenzt er an das österreichische Bundesland Oberösterreich; hier an die österreichischen Bezirke (äquivalent zu den (Land-)Kreisen in Deutschland) Schärding und Rohrbach.

Geschichte Landgerichte Das Gebiet des heutigen Landkreises Passau gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Passau und kam 1806 an Bayern. Dann wurden die Landgerichte Passau und Wegscheid errichtet. Bereits 1803 waren die Landgerichte Griesbach und Vilshofen errichtet worden. Die Stadt Passau wurde 1809 eine kreisunmittelbare Stadt. Sie gehörte ebenso wie alle Landgerichte zum Unterdonaukreis, der 1838 in Niederbayern umbenannt wurde. Gleichzeitig wurde das Landgericht Passau in die Landgerichte Passau I und Passau II geteilt, vom Landgericht Griesbach das Landgericht Rotthalmünster und vom Landgericht Vilshofen das Landgericht Osterhofen abgetrennt. Veränderungen gab es auch beim Landgericht Wegscheid.

Bezirksämter Das Bezirksamt Passau wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Passau I (für die links der Donau liegenden Gemeinden) und Passau II (für die rechts der Donau liegenden Gemeinden) gebildet. Ebenso wurden die Landgerichte Griesbach und Rotthalmünster zum Bezirksamt Griesbach und die Landgerichte Osterhofen und Vilshofen zum Bezirksamt Vilshofen zusammengefasst, während das Bezirksamt Wegscheid dem Landgericht Wegscheid folgte.

Am 4. Juni 1870 trat das Bezirksamt Passau die Gemeinde Sankt Nikola an die Stadt Passau ab.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Passau am 1. Januar 1880 das Bezirksamt Wegscheid bei Abtretung der Gemeinde Eging an das Bezirksamt Vilshofen. Im Jahr 1888 wurde das Bezirksamt Wegscheid durch die Ausgliederung seiner ehemaligen Gemeinden aus dem Bezirksamt Passau wiedererrichtet.

Am 1. Januar 1909 trat das Bezirksamt die Gemeinde Haidenhof an die Stadt Passau ab. Am 1. Juli 1923 kam die Gemeinde Beiderwies hinzu.

Landkreise Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Griesbach im Rottal, Passau, Vilshofen und Wegscheid.

Gebietsreform im Landkreis Passau Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1972 der heutige Landkreis Passau errichtet. Er wurde zusammengesetzt aus dem alten Landkreis Passau bis auf die sogenannten Stadtrandgemeinden Heining, Hacklberg, Hals und Grubweg, die in die kreisfreie Stadt Passau eingemeindet wurden dem aufgelösten Landkreis Wegscheid dem aufgelösten Landkreis Griesbach im Rottal bis auf die Gemeinden Bayerbach, Birnbach und Kindlbach der Stadt Vilshofen an der Donau sowie den Gemeinden Aidenbach, Albersdorf, Aldersbach, Alkofen, Aunkirchen, Beutelsbach, Eging, Garham, Haidenburg, Hofkirchen, Kirchberg, Königbach, Ortenburg, Otterskirchen, Pleinting, Rathsmannsdorf, Walchsing, Windorf, Wolfachau und Zeitlarn aus dem aufgelösten Landkreis Vilshofen sowie der Gemeinde Pörndorf aus dem aufgelösten Landkreis Eggenfelden.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971

Passau blieb Sitz des vergrößerten Landkreises. Pläne, auch die Gemeinden bzw. Teile der Gemeinden Salzweg (ausgenommen Straßkirchen), Neuburg am Inn, Neukirchen am Inn und Fürstenzell dem Stadtgebiet anzugliedern, wurden verworfen.

rechts|mini|400x400px|Bevölkerungspyramide für den Kreis Passau (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Passau, Alter und Geschlecht.)

Einwohnerentwicklung Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Passau um rund 24.000 Einwohner bzw. um rund 15 %. Ab 2006 war die Tendenz rückläufig. Zwischen 1988 und 2018 wuchs der Landkreis von 163.999 auf 192.043 um 28.044 Einwohner bzw. um 17,1 %. Das höchste prozentuale Wachstum wiesen die Gemeinde Bad Füssing und die Stadt Pocking im Süden des Landkreises auf, das geringste zumeist die grenznahen Gemeinden im Bayerischen Wald. Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 Einwohner 88.842 104.735 113.957 160.967 140.038 149.086 162.355 Jahr 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 173.713 182.041 186.509 189.142 187.347 188.336

Politik Kreistag Der Kreistag besteht aus 70 Kreisräten sowie dem Landrat. Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze%Sitze CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 33,1 23 36,6 26 42,8 30 42,2 31 43,2 31 43,2 32 AfD AfD Bayern 17,9 13 8,5 6 – – – – – – – – FW/FWG Freie Wähler Bayern/Freie Wählergemeinschaft 12,6 9 12,1 9 – – – – – – – – SPD SPD Bayern 8,8 6 10,6 7 15,2 11 16,8 12 21,1 15 21,3 15 ÜW Überparteiliche Wählergemeinschaft 5,7 4 8,1 6 8,3 6 8,3 6 8,0 5 8,2 6 Grüne Grüne Bayern 5,3 4 8,9 6 7,6 5 6,0 4 4,2 3 5,1 3 ÖDP/PU Ökologisch-Demokratische Partei/Parteifreie Umweltschützer 4,9 3 6,8 5 6,2 4 5,9 4 5,7 4 4,6 3 BU Bürgerunion in Landkreis Passau 4,6 3 6,2 4 6,9 5 6,0 4 6,0 4 5,3 3 JU Junge Union 4,1 3 – – – – – – – – – – Linke Die Linke Bayern 1,8 1 – – – – – – – – – – FDP FDP Bayern 1,1 1 2,0 1 1,9 1 2,5 1 1,4 1 – – FWG Freie Wählergemeinschaft – – – – 11,2 8 9,8 7 8,5 6 8,3 6 REP Die Republikaner – – – – – – 2,6 1 2,0 1 2,9 2 gesamt 99,9 70 99,8 70 100,1 70 100,1 70 100,1 7098,970 Wahlbeteiligung 66,9 % 61,0 % 57,7 % 61,8 % 66,1 % 70,8 %

Landrat mini|Das Landratsamt am Passauer Domplatz Landrat des Landkreises Passau war seit der Kommunalwahl 2008 Franz Meyer (CSU), der den langjährigen Landrat Hanns Dorfner ablöste. Mit 66,7 % der Stimmen siegte er vor Jella Teuchner (SPD), die 12 % der Stimmen auf sich vereinigte, und Marieluise Erhard (Freie Wähler). Bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 wurde Franz Meyer mit 71,2 % der Stimmen in seinem Amt bestätigt.Landkreis Passau: Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Wahl des Kreistags am 15.03.2020 Bei der Landratswahl 2020 wurde er von Raimund Kneidinger (CSU) abgelöst, dem gemeinsamen Kandidaten von CSU und Bürgerunion, der 56,21 % der gültigen Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Bezirksamtmänner (bis 1939) und Landräte des Alt-Landkreises ab 1939 ab 1862 Simon Taucher Bezirksamtmann ab 1872 Michael Fischer Bezirksamtmann ab 1881 Leopold Zahler Bezirksamtmann bis 1908 Reinhard Wieland Bezirksamtmann 1908–1920 Georg Hochgraßl Bezirksamtmann 1920–1930 Ludwig Geist Bezirksoberamtmann 1930–1933 Michael Freudensberger Bezirksoberamtmann 1933–1942 Josef Endres Landrat 1942–1945 Friedrich Zagel Landrat 1945 (Mai / Juni) Leonhard Reitberger kommissarischer Landrat 1945 (Juli / August) Friedrich von Moreau kommissarischer Landrat 1945–1946 Robert Prudlo Landrat 1946 (Mai – August) Heinz Wagner Landrat 1946 (August – November) Rudolf Beer Landrat 1946–1964 Hans Karl Landrat 1964 Adolf Oswald kommissarischer Landrat 1964–1970 Fritz Gerstl Landrat 1970–1972 Baptist Kitzlinger Landrat (bis 1990 auch Landrat des neuen Landkreises)

Landräte des Landkreises Passau ab der Gebietsreform 1972 1972–1990 Baptist Kitzlinger (CSU), war bereits seit 1970 Landrat des Alt-Landkreises Passau 1990–2008 Hanns Dorfner (CSU) 2008–2020 Franz Meyer (CSU) seit 1. Mai 2020 Raimund Kneidinger (CSU/BU)

Wappen

Verwaltung Die Kreisverwaltung des Landkreises bildet das Landratsamt Passau mit seinem Hauptsitz am Domplatz im Stadtgebiet der Kreisfreien Stadt Passau. Neben dem Hauptamt am Domplatz gibt es noch weitere Dienststellen in Passau Auerbach, Fürstenzell, Patriching und Salzweg. Kfz-Zulassungsstellen befinden sich in weiteren Gebäuden in Salzweg, Bad Griesbach, Hauzenberg, Pocking, Vilshofen a. d. Donau und Wegscheid.

Religion Der Landkreis ist mehrheitlich katholisch. Lediglich der Markt Ortenburg ist historisch gesehen evangelisch geprägt. Insgesamt sind 84 % der Bevölkerung römisch-katholisch und 8,1 % evangelisch.

Wirtschaft und Infrastruktur Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Passau Platz 245 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.

Etwa die Hälfte der rund 48.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer arbeiten in Unternehmen des Sekundären Sektors, also des verarbeitenden Gewerbes, wie Industrie und Handwerk. Insgesamt sind die wichtigsten Branchen das Dienstleistungsgewerbe, der Maschinen- und Fahrzeugbau, das Baugewerbe, Elektrotechnik, Optik und das Druck- und Ernährungsgewerbe. Auch die Rohstoffgewinnung spielt eine gewisse Rolle: In Kropfmühl befindet sich Deutschlands einziges Graphitvorkommen und -bergwerk; dort wird Hauzenberger Graphit gewonnen. In Neustift bei Ortenburg wird seit mehreren Jahrzehnten Granit abgebaut. Zudem leistet die Holzverarbeitung einen wirtschaftlichen Beitrag im Landkreis.

Im Norden des Landkreises verläuft die internationale MEGAL-Erdgaspipeline. Diese Pipeline nahm 1980 den Betrieb auf. Eine Verdichterstation der Pipeline befindet sich in Wildenranna.

Wirtschaftsregion Passau Gemeinsam mit dem Landkreis Passau präsentiert sich die Stadt Passau auf der Onlineplattform "Wirtschaftsregion Passau" als Wirtschaftsstandort.Stadt und Landkreis Passau Aufstrebende Wirtschaftsregion mit hervorragenden Lebens- und Zukunftsperspektiven, auf wirtschaftsregion-passau.de

Bildung Im Landkreis existieren neben 65 Haupt- und Grundschulen mit 713 Lehrern und 9.902 Schülern (Schülerzahlen Stand Schuljahr 2013/14):

Gymnasien in Fürstenzell (Maristengymnasium), Pocking, Untergriesbach und Vilshofen (Gymnasium Vilshofen) mit insgesamt 240 Lehrern und 3.173 Schülern Realschulen in Bad Griesbach, Hauzenberg, Neuhaus am Inn, Neustift (b. Ortenburg), Ortenburg, Tittling und Vilshofen mit insgesamt 234 Lehrern und 3.805 Schülern Acht berufliche Schulen mit insgesamt 84 Lehrern und 1.462 Schülern Vier Förderschulen: eine in Hauzenberg, zwei in Pocking und eine in Vilshofen mit insgesamt 97 Lehrern und 524 Schülern

Daneben nutzen viele Schüler das Bildungsangebot der angrenzenden kreisfreien Stadt Passau sowie die weiterführenden Bildungsangebote der benachbarten Landkreise.

Der Landkreis ist Schulaufwandsträger für die Gymnasien in Pocking, Untergriesbach und Vilshofen, die Realschulen in Bad Griesbach, Hauzenberg und Tittling, die Förderschulen in Hauzenberg und in Pocking (Anne-Frank-Schule) und die Landwirtschaftsschule Passau.

Verkehr Straßenverkehr