mini|Kreisstadt Dingolfing mini|Blick vom Landauer Schloss über das Isartal Der Landkreis Dingolfing-Landau liegt in der westlichen Mitte des bayerischen Regierungsbezirks Niederbayern. Der Verwaltungssitz befindet sich in Dingolfing.

Geographie Lage Der Landkreis Dingolfing-Landau wird von West nach Ost von der Isar durchzogen. Im Norden der Isar liegt das Aitrachtal und südlich das Vilstal. Alle drei Flüsse sind rechte Nebenflüsse der Donau, die außerhalb des Kreisgebietes münden. Die Landschaft im Kreisgebiet ist flach und teilweise hügelig und erreicht im Süden Höhen bis etwa 500 m. Der niedrigste Punkt liegt bei Karlshof östlich von Wallersdorf mit 324 m ü. NHN, der höchste ist mit 508 m ü. NHN der Weinberg bei Wachlkofen, Markt Frontenhausen, im Südwesten des Landkreises. Der geografische Mittelpunkt des Landkreises wurde zwischen den Orten Mamming und Bubach ermittelt.

Nachbarlandkreise Nachbarlandkreise sind im Norden der Landkreis Straubing-Bogen, im Osten der Landkreis Deggendorf, im Süden der Landkreis Rottal-Inn und im Westen der Landkreis Landshut.

Geschichte Landgerichte Das Gebiet des heutigen Landkreises Dingolfing-Landau gehörte schon früh zu Bayern. 1803 wurde im Kreisgebiet das Landgericht Landau an der Isar errichtet, das ab 1808 zum Unterdonaukreis gehörte. Aus Teilen seines Gebiets wurden 1838 die Landgerichte Dingolfing und Osterhofen errichtet. Alle Landgerichte gehörten dann zum Kreis Niederbayern.

Bezirksämter Im Jahr 1862 entstanden im Zuge der Trennung von Justiz und Verwaltung auf unterer Ebene die Bezirksämter Dingolfing und Landau neben den bisherigen gleichnamigen Landgerichtsbezirken, wobei das Landgericht Dingolfing einige Gemeinden abgab, die fortan den Gerichtsbezirk Arnstorf bildeten, der dem Bezirksamt Eggenfelden zugeordnet wurde. Dabei ist zu beachten, dass „Bezirksamt“ in der bayerischen Verwaltungssprache dem heutigen Landratsamt entsprach, während „Kreis“ wie der heutige Regierungsbezirk die mittlere Verwaltungsebene war. Das Gebiet Osterhofen kam seinerzeit zum Bezirksamt Vilshofen.

Landkreise Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurden aus den Bezirksämtern die Landkreise Dingolfing und Landau a.d.Isar.

Landkreis Dingolfing-Landau Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 der neue Landkreis Untere Isar gebildet.Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Zu seinen Bestandteilen wurden alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Dingolfing alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Landau an der Isar mit Ausnahme von Lailling, das heute zur Gemeinde Otzing im Landkreis Deggendorf gehört der Markt Simbach sowie die Gemeinden Langgraben, Pischelsdorf und Ruhstorf des aufgelösten Landkreises Eggenfelden die Gemeinden Martinsbuch, Mühlhausen und Süßkofen des aufgelösten Landkreises Mallersdorf die Gemeinden Frontenhausen und Rampoldstetten des aufgelösten Landkreises Vilsbiburg Der neue Landkreis wurde am 1. Mai 1973 in Landkreis Dingolfing-Landau umbenannt. Diese Bezeichnung war bereits eingeführt und bekannt, da die nahezu flächengleiche Verwaltungseinheit der NSDAP diesen Namen bereits bis 1945 trug.Verwaltungsgliederung der NSDAP

Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Großenpinning aus dem Landkreis Dingolfing-Landau in den Landkreis Straubing-Bogen und wurde dort nach Oberschneiding eingemeindet.

Einwohnerentwicklung 400x400px|mini|Bevölkerungspyramide für den Kreis Dingolfing-Landau (Datenquelle: Zensus 2011 Datenbank Zensus 2011, Kreis Dingolfing-Landau, Alter und Geschlecht.) Von 1988 bis 2008 wuchs der Landkreis Dingolfing-Landau um über 15.000 Einwohner bzw. um rund 20 %. Allerdings war die Tendenz nach 2004 nach einem vorläufigen Höchststand von rund 92.000 Einwohnern leicht rückläufig, bevor die Einwohnerzahl wieder anstieg. Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs der Landkreis von 76096 auf 96217 um 20121 Einwohner bzw. um 26,4 % – nach den Landkreisen Landshut und Kelheim der Landkreis mit dem drittstärksten prozentualen Wachstum im genannten Zeitraum in Niederbayern. In 7 der 15 Gemeinden stieg die Bevölkerung um mehr als 30 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987:

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 40.921 46.858 50.073 54.921 55.310 80.098 70.939 72.063 75.517 80.945 86.589 90.562 91.906 91.011 94.104 97.244

Politik Kreistag Die Kreistagswahl 2026 führte zu folgendem Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften 2026 2020 2014 2008 2002 1996 % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % SitzeCSUChristlich-Soziale Union in Bayern28,31731,01938,12337,82443,92840,825AfDAfD Bayern16,2107,14––––––––FWFreie Wähler Bayern13,4816,71017,31016,41013,9812,87PRO DLPRO Dingolfing–Landau9,865,63––––––––SPDSPD Bayern8,2511,4718,71122,11323,01424,315JBLListe „Junge Bürger“6,347,048,957,447,346,44FJWFreie Junge Wähler5,934,93––––––––ÖDP/ABÖkologisch–Demokratische Partei/Aktive Bürger5,437,049,369,667,956,74GrüneGrüne Bayern4,836,543,52––––4,93FDPFDP Bayern1,612,822,622,71––1,61REPDie Republikaner––––1,613,822,512,61gesamt100,060100,060100,06099,86098,560100,160Wahlbeteiligung66,0 %58,9 %54,2 %63,0 %67,0 %73,0 %

mini|Das Landratsamt in Dingolfing

Landrat Werner Bumeder (CSU) ist seit dem 1. Mai 2020 Landrat des Kreises.

Stellvertretender Landrat ist Franz Gassner (CSU), Bürgermeister von Frontenhausen. Weitere Stellvertreterin ist Manuela Wällischmiller (Freie Wähler).

Bumeder wurde in der Landratswahl am 15. März 2020 mit 69,1 Prozent der gültigen Stimmen als Nachfolger von Heinrich Trapp (SPD) zum Landrat gewählt. Trapp war seit dem 22. Juni 1991 Landrat und konnte aufgrund der Altersgrenze im bayerischen Wahlrecht nicht mehr kandidieren.

Name Partei Jahr(e) Fritz Ettengruber CSU 1972–1991 Heinrich Trapp SPD 1991–2020 Werner Bumeder CSU seit 2020

Wappen (Siehe auch: Liste der Wappen im Landkreis Dingolfing-Landau)

Landkreispartnerschaften Łomża, Polen; seit 1999Współpraca Powiatu Łomżyńskiego z partnerami zagranicznymi (polnisch)

Wirtschaft und Infrastruktur mini|BMW-Werk Dingolfing - Teilansicht von Westen Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Platz 42 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“. In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 95 von 401.

Das mit Abstand größte Unternehmen im Landkreis ist das Dingolfinger Werk der BMW AG mit 17.000 Mitarbeitern. BMW hat weitere Standorte in Kronwieden (Teilelager), Wallersdorf (Logistikzentrum), Niederviehbach (Komponenten) und Unterhollerau (Karosseriebau).

Im Landkreis sind einige Zulieferer der Automobilindustrie aktiv: Dräxlmeier (Batteriemodule, in Landau), Mann+Hummel (Filter, in Marklkofen), SAR (Produktautomation, in Dingolfing) und Brandl (Lackierung, in Mamming).

Ein weiterer großer Arbeitgeber ist der Werkzeug-Hersteller Einhell in Landau an der Isar.

Von Bedeutung ist die Nahrungsmittelindustrie, insbesondere die Verarbeitung von Gemüse. Es gibt Werke von Develey (Dingolfing), Maidl Gemüse (Wannersdorf), Fischer Konserven (Falterhaid) und Mamminger Konserven. Der Landkreis ist Standort mehrerer Brauereien, u. a. der Gräflichen Brauerei Arco-Valley in Adldorf und der Brauerei Egerer in Großköllnbach.

Weitere mittelständische Unternehmen sind die Ziegelei Girnghuber in Marklkofen, Horsch Leeb (Feldspritzen) in Landau, Unterholzner Photovoltaik in Gindlkofen, Staudinger Automatisierungstechnik in Kronwieden, Sano (Futtermittel) in Grafenwald und Ortmaier Druck in Frontenhausen.

Verkehr Schienenverkehr Die frühere Kreisstadt Landau erhielt 1875 durch die AG der Bayerischen Ostbahnen ihren ersten Bahnhof an der Strecke Plattling – Neumarkt-St. Veit – Mühldorf. Im benachbarten Pilsting ließ die Bayerische Staatsbahn ab 1880 die Linie isaraufwärts nach Landshut – München abzweigen. Sie ist Teil der Bahnstrecke Landshut–Plattling. Bereits am 15. Oktober 1875 war die Strecke zwischen dem Bahnhof Plattling und Pilsting eröffnet worden, unter anderem mit dem Bahnhof Landau (Isar); am 15. Mai 1880 ging der Streckenabschnitt von Pilsting über Dingolfing zum Hauptbahnhof Landshut in Betrieb.

Von Landau nahm 1903 die staatliche Lokalbahn nach Arnstorf ihren Ausgang mit einer 1915 eröffneten Zweigbahn nach Kröhstorf. Beide Bahnen verloren 1962/64 den Personenverkehr; ebenso 1969/70 auch der Abschnitt Pilsting – Neumarkt-St. Veit an der Bahnstrecke Mühldorf–Pilsting. Damit schrumpfte das Netz der Personenzüge von 95 km auf jetzt noch 36 km; diese halten nur noch in den drei Bahnhöfen Dingolfing, Landau und Wallersdorf im Kreisgebiet.

Straßenverkehr Durch den Landkreis verläuft von Südwest nach Nordost die Bundesautobahn 92, die von München kommend nach Deggendorf führt und dort auf die Bundesautobahn 3 trifft. Die Bundesstraße 20 (Straubing–Burghausen) verläuft nahezu in Nord-Süd-Richtung durch den Landkreis mit Anbindung an die A 92 und an Landau.

Gemeinden

(Einwohner am ) Städte Dingolfing () Landau a.d.Isar ()

Märkte Eichendorf () Frontenhausen () Pilsting () Reisbach () Simbach () Wallersdorf ()Weitere Gemeinden Gottfrieding () Loiching () Mamming () Marklkofen () Mengkofen () Moosthenning () Niederviehbach ()

Verwaltungsgemeinschaft Mammingmit den MitgliedsgemeindenGottfrieding und Mamming

Schutzgebiete Im Landkreis gibt es sechs Naturschutzgebiete, ein Landschaftsschutzgebiet, acht FFH-Gebiete und mindestens elf vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand April 2016).

Siehe auch: Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Dingolfing-Landau Liste der Landschaftsschutzgebiete im Landkreis Dingolfing-Landau Liste der FFH-Gebiete im Landkreis Dingolfing-Landau

Kfz-Kennzeichen Am 2. Mai 1973 wurde dem Landkreis das seit dem 1. Juli 1956 für den Landkreis Dingolfing gültige Unterscheidungszeichen DGF zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 1. März 2017 ist zusätzlich LAN (Landau a.d. Isar) erhältlich.

Siehe auch Liste der Geotope im Landkreis Dingolfing-Landau Liste der Orte im Landkreis Dingolfing-Landau

Weblinks

Offizielle Website des Landkreises

Einzelnachweise

Dingolfing-Landau